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Lest Ihr ihnen die Leviten!

Wen die "Homo-Texte" der Bibel wirklich im Blick haben

Sowohl LGBTI-Gegner als auch queere Menschen lesen ihr aktuelles Verständnis von Homosexualität in die Bibel hinein. Dabei geht es in den vielzitierten Passagen um die sexuelle Darstellung gesellschaftlicher Macht durch Statusträger.


Die vermeintlich homophoben Texte der Bibel haben gar nicht queere Menschen im Blick, meint unser Gastautor Volker Grunert (Bild: Didgeman / pixabay)

Ja, die Bibel schießt ganz schon scharf, wenn es um gleichgeschlechtliche Sexualkontakte geht. Und konservativ und progressiv zeigen bei der Auslegung der wenigen Stellen hierüber eine verdächtig harmonische Einigkeit: Die Bibel sei homophob, meinen sie.

Für die einen gehört das zum Glauben an Gott dazu, und die anderen hoffen und kämpfen dafür, dass gerade durch solche "rückständigen" Texte die Bibel in der Gesellschaft und den Communitys einfach weniger relevant wird. Rütteln am Verständnis wollen, so meine persönliche Erfahrung, beide eher nicht. Jede*r hat damit eine Agenda. Für die einen wäre das ein Kontrollverlust, eine Verfälschung und eine Abkehr von der Tradition; für die anderen ein "Pinkwashing" eines doch evidentermaßen patriarchalen und heteronormativen Textes, der aus unserem öffentlichen Leben verschwinden solle.

Alle lesen sie ihr aktuelles Verständnis von Homosexualität in die Bibel hinein – einen Begriff, den es erst seit Ende des 19. Jahrhunderts gibt. Manche Bibelübersetzungen haben sogar Homosexualität an die betreffenden Stellen hineingedruckt – in Texten, die mindestens 2.000 Jahre älter sind und dieses Wort nicht kennen.

Die Demagog*innen außerhalb des westlichen Einflussbereiches reiben sich die Hände – und natürlich auch die, die die biblischen Texte eigentlich ins Fadenkreuz nehmen. Denn das, was die "homophoben" Texte der Bibel im Blick haben, ist nicht queer. Es ist straight.

Es gibt niemanden in der Antike – wir suchen immer noch auf Hochtouren – der sich selbst offen als "Homosexueller" beschreiben würde. Das, was die "homophoben" Texte der Bibel beschreiben, ist ein Verhalten, das mit Frauen verheiratete Männer aus der Elite von Ägypten über Kanaan bis nach Mesopotamien, Griechenland und Rom an den Tag legten. Es beschreibt Praktiken mächtiger Männer, die entweder für okay gehalten wurden oder die von ihren Ehefrauen einfach hingenommen werden mussten. Mächtige nehmen sich, was sie wollen. Dafür bräuchten wir gar nicht den Vergleich mit den Kulturen aus der biblischen Zeit. Ihre Erforschung brachte nur noch deutlicher zum Vorschein, worüber wir all die Jahrhunderte auch selbst eine Decke des Schweigens hüllten.

Nun wird dieses für verheiratete Macht-Männer gar nicht mal so seltene Verhalten von den biblischen Texten kritisiert; das wäre für sie ja eigentlich sehr dumm gelaufen in den Gesellschaften, die sich zumindest nominell auf die Bibel als Norm berufen. Nicht aber, wenn sich verfälschen, kleinreden und ablenken ließe. Hier, liebe*r Leser*in – wenn Du Dich als LGBTI identifizierst – kommst Du ins Spiel: Durch den Fingerzeig auf Dich und die, die Dir all die Jahrhunderte vorangegangen sind, können und konnten sie von ihrem eigenen abscheulichen Verhalten ablenken. Sie können sich "straight-washen" und Dir die eigentlich ihnen zustehende Strafe anheften.

Queere Menschen werden in vielen Familien und Communitys mit Verweis auf die Bibel als "offensichtlich" Abtrünnige behandelt. Auch die gegenwärtigen Berichte über Gewalt sind Legion. Die gleichen Familien und Communitys zeichnen sich aber nicht selten dadurch aus, massivste Formen sexueller Gewalt durch Statusträger zu decken, schönzureden oder als ganz und gar unvorstellbar verschwinden lassen zu wollen. Man könnte denken, dies beträfe nur die religiöse Welt. Aber auch im säkularen Europa wurde etwa in Gesetzen des 20. Jahrhunderts sexuelle Gewalt in der Familie "Inzest" genannt, eine "Unkeuschheit"; nicht mehr. Dies sind dieselben Rechtstexte, die noch lang "Homosexualtät" unter Strafe stellten. Im Bestimmen über unser Denken, Reden und Handeln waren die Macht-Männer sehr erfolgreich. Du bist das eine ihrer Opfer. Die anderen Opfer sind die vielen Millionen Menschen, deren Leben durch ihre halb-heimlichen Praktiken zerstört wird.

Deren Rechte hat die Bibel im Blick. Sie richtet sich mit aller Schärfe gegen Formen sexueller Übergriffigkeit an Schwächeren; zumeist von Männern an Frauen. Die gleichgeschlechtlichen Passagen sind nur ein Teil davon.

"Gangbang" – Genesis 19


Volker Grunert ist Akademischer Rat mit Schwerpunkt Exegese/Bibeldidaktik am Ökumenischen Institut der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd

Sodom, Namensgeberin für den im heutigen Diskurs verfälschten Begriff "Sodomie", ist für die Erzählungen im Alten Israel die sprichwörtliche Kombination aus Dummheit und Bosheit. Zur Zeit der Bibel steht sie nicht mehr und es werden Geschichten erzählt, warum diese antiken Schildbürger nicht mehr unter uns weilen. So auch in der Erzählung, wie drei Gäste in die Stadt kommen und bei einem Ausländer zu Gast sind (Genesis 19).

Das Gastrecht ist in vielen Kulturen der Welt heilig. Die Männer von Sodom schlagen dieses Schutzrecht in den Wind; der Ausländer muss sie daran erinnern und wird nicht gehört. Sie, die versammelten Männer der Stadt, wollen die drei Gäste vergewaltigen. "Homosexuelle Neigung"? Fehlanzeige. Denn die Bibel erzählt dieselbe Geschichte noch ein zweites Mal (Richter 19). Nur sind es hier Israeliten aus der Stadt Gibea bei Jerusalem, die ihren Machtfetisch an einem Schutzlosen ausleben wollen. Als sie den Gast nicht bekommen, vergewaltigen sie dessen Frau. Sie stirbt. Sexuelle Gewalt durch Gruppen ist so wahllos wie tödlich. Mann oder Frau ist den Männergruppen egal. Es ist die Wehrlosigkeit des Opfers, die den sexuellen Kick bei Gruppenvergewaltigungen ausmacht; nicht sein Geschlecht. Genesis 19 ist keine "Homosexualität" – es ist sexuelle Gewalt auf der Straße.

"Daddy's little secret" – Levitikus 18

Noch größer als sexuelle Gewalt auf der Straße ist sexuelle Gewalt in der Familie. Denn fast alle Opfer sexueller Gewalt kennen die Täter, gegenüber denen sie eigentlich immer in einem niedrigeren Status stehen. Diese Dynamik beschreibt Levitikus 18. Das Kapitel richtet sich an einen hebr. isch. Ein isch ist kein Sklave, kein junger Mann, keine Frau, kein Tier und kein Kind. Im biblischen Recht ist er der verheiratete Macht-Mann und dieser Macht-Mann ist in diesem Kapitel verheiratet, hat Kinder, alte Eltern und Viehbesitz. Ihm wird durch dieses Kapitel verboten, die "Nacktheit" oder "Schutzlosigkeit" (hebr. erváh) aller, die in seinem Haus leben – auch seiner Tiere – "aufzudecken". Positiv ausgedrückt gibt dieses Kapitel also allen Hausangehörigen das Recht auf sexuelle Integrität.

Sexuelle Gewalt in den Familien ist, wie die Gewalt auf der Straße, auch tendenziell wahllos; sie richtet sich, was die heutigen offiziellen Zahlen und auch die Beispiele in diesem Kapitel betrifft, etwas mehr gegen Mädchen und Frauen als Jungen oder Männer. Neben Nichten, Schwestern und Schwiegertöchtern tauchen auch Männer auf: Der eigene alte Vater und in Vers 22 ein hebr. zakhar. Zakhar heißt nicht "Mann", es ist viel allgemeiner und heißt "männlich". Es bezeichnet sonst in der Bibel das Geschlecht von Zuchttieren. Dem verheirateten Mann ist also verboten, mit etwas Männlichem aus seinem Haushalt Sex zu haben – und zwar penetrativen Sex, bei dem er den aktiven Part spielt (ganz wörtlich: "du wirst den Männlichen nicht hinlegen die Hinlegungen einer Frau"); das zeigt auch der Vers danach, bei dem Macht-Mann verboten wird, einem Tier "seine Liegung zu geben" oder eine Frau dazu zu zwingen ("hinstellen"), von einem Tier penetriert zu werden ("dass es sie hinlege").

In diesem zakhar steckt aber noch mehr. Wenn es Menschen beschreibt, beschreibt es – anders als der Begriff isch – auch häufiger Sklaven und Kinder, also Jungen. Bezeichnenderweise wird im Vers davor (Vers 21) rituelle Gewalt gegen Kinder verboten. Der biblische Text nimmt also hier extra das allgemeinste Wort für Angehörige des männlichen Geschlechts; ganz unabhängig, ob sie einen hohen oder geringen Status haben. Alle sollen davor geschützt sein, penetriert zu werden. Die Penetration war zwar auch etwa in Gesetzestexten aus Mesopotamien den Macht-Männern verboten; aber nur an Angehörigen desselben Status. Sklaven etwa, Kriegsgefangene oder sozial Niedrigstehende waren für die verheirateten Macht-Männer freie Beute.

Gegen diese Sexualität, in der die verheirateten Macht-Männer (gr. arsenokoitai "Männlich-Lieger") ihre patriarchale Macht zum Ausleben eines Machtfetisch an den gr. malakoi ("sanft anzufassen" oder "weiblicher junger Mann/Prostituierter") nutzten und dafür vor Menschenhandel nicht zurückschrecken, wird im Neuen Testament polemisiert (1 Korinther 6 und bes. 1 Timotheus 1). Es ist bezeichnend, dass eines der beiden Begriffe heute noch im Griechischen ein recht schlimmes Schimpfwort ist. Drei Mal dürfen Sie raten, welcher von beiden.

Als der ägyptische Chaos-Gott Seth in einer Erzählung es schaffte, seinen Kontrahenten, den Königs-Gott Horus im Kampf zu penetrieren, spuckten die zusehenden Götter dem Opfer, nicht dem Täter ins Gesicht. Ähnlich, so die Forschung, scheint auch die Behandlung von trans Prostituierten in Babylon gewesen zu sein.


Levitikus 18.22 als Poster in einem Berliner Imbiss

Levitikus 18 ist der Schutz der Hausbewohner*innen und Verwandten vor dem sexualisierten Fetisch der straight daddies, ihre Macht auch phallisch auszudrücken. An keiner Stelle wird Gott in der Bibel so deutlich in seiner Strafandrohung wie hier. Zu Recht, sagen die Betroffenen, die sich meist nicht wehren konnten oder deren Brechen des Schweigens darüber als Verrat an der Familie geahndet wird. In der Begleitung von Opfern innerfamiliärer sexueller Gewalt ist dieser Text ein Juwel. Doch für die Opfer des "straightwashings", des Ablenkens von eigenen Vergehen mit dem Fingerzeig auf LGBTI, bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Gibt es nicht noch vielmehr homophobe Texte in der Bibel, die es viel eindeutiger Verurteilen?

"Eskapaden" (Levitikus 20), "Swinger Parties" (Röm 1) und "Sugar Daddies" (1 Kor 6)

Inzwischen denken immer weniger da an Levitikus 20, wo alle Formen nebenehelicher Sexualität, die in anderen Kulturen für die verheirateten Macht-Männer erlaubt war – etwa in Ägypten war auch Sex mit ebenfalls verheirateten Angehörigen desselben Status okay, so lange man nicht den passiven Part übernimmt (gelebte Sexualität ist auch in der Antike nicht frei von Widersprüchen). Hier bekommen die Ehemänner genau dieselben sexuellen Rechte wie ihre Ehefrauen – und sollen ihnen ohne die sonst lässlichen "Eskapaden" treu bleiben. Rechtlich gesehen werden so aus den antiken Patriarchen Frauen. Dies ist ganz auf der Höhe der Zeit, in der diese Texte entstanden sind, in der etwa ägyptische Frauen mehr Rechte für sich (etwa einen Ehevertrag mit monetärer Lebens- und Scheidungsversicherung) einfordern oder im in homoerotischen Träumen mit Niedrigstehenden schwelgenden machtmännerdominierten griechischen Literaturbetrieb sich selbst als begehrenswertes und selbst Lust empfindendes sexuelles Subjekt darstellen. Bei dieser Bewegung geht die Bibel mit (Exodus 22,15f. und Hohelied).

Der wahre "Endgegner", der sich beim ersten Lesen als allgemeine Verurteilung von Schwulen und Lesben liest, ist im Neuen Testament Römer 1. LGBTI mit jüdischem Hintergrund haben es da etwas leichter; inzwischen gibt es offen schwule jüdisch-orthodoxe Rabbiner und jüdische Lesben weisen immer wieder darauf hin, dass ihr Leben und ihre Sexualität durch die Schriften der Hebräischen Bibel nicht verurteilt werden. Die Bewertung moderner Homosexualität gilt selbst in ultraorthodoxen Kreisen etwa seit den 20er Jahren mit den Schriften von Chazon Isch als "offene Frage" und nicht mehr als "Abscheulichkeit".

Christliche LGBTI haben es wegen Römer 1 schwerer. Anders als bei den anderen Stellen ist hier der ausbeuterische Aspekt der nebenehelichen Sexualität der verheirateten Macht-Männer schwer zu sehen. Aber ähnlich wie in den anderen beiden neutestamentlichen Stellen wird hier der gleichgeschlechtliche Kontakt mit dem Statuenkult und Ungerechtigkeit in einem Atemzug genannt. In Römer 6,19 malt Paulus die in der römischen Elite nicht seltene sexuelle Ausbeutung von Sklaven und Kriegsgefangenen in all ihrer Grausamkeit vor Augen: Die römischen Christusnachfolger*innen mussten ihre Körperglieder in den "Sklavendienst der Unreinheit und der Rechtlosigkeit hingeben". Ob er die Praktiken aus eigener Anschauung kannte, ist eher unwahrscheinlich. Doch der römischen Schickeria – wir reden hier ja von der Zeit des zwar verheirateten aber sexuell überaus schillernden Neros – ging ein gewisser Ruf voraus, der spätantike Autoren in der Regel anwiderte und bis heute etwa "Asterix bei den Schweizern" überliefert wird: Wir sprechen bei diesem sexualisierten Kult im Rom des 1. Jahrhunderts von Orgien, zu Deutsch "heiligen Handlungen", bei denen durch sexuelle Ekstase die Kult-Teilnehmer*innen spirituelle Erlebnisse haben sollen.

Paulus macht dies sehr deutlich, in dem er die Darstellung der gleichgeschlechtlichen Handlungen in Römer 1 mit der Anbetung von Mensch- und Tier-Statuen verknüpft. Tiergottheiten sind zu dieser Zeit besonders mit Ägypten verbunden, dessen magisches Geheimwissen große Faszination auslöste und ähnlich wie fernöstliche Riten heute mit viel Phantasie und einiger Hinzudichtung nach Rom exportiert und dort in Geheimkulte integriert wurden. Rom war religiös auf der Suche und probierte ziemlich viel aus. In Römer 1 beschreibt Paulus "fromme Bunga-Bunga-Parties" von Teilen der römischen Elite, die in den Gerüchten der offiziell eher prüden Bevölkerung mit einer Mischung aus Faszination und Angewidertsein ausgeschmückt wurden; wobei auch die restliche Stadt-Elite Roms bei der Frage der Ausbeutung Jüngerer, Kriegsgefangener und Sklav*innen unter der Hand durchaus kein unbeschriebenes Blatt war.

Paulus schreibt diesen Text auf Basis seiner jüdischen Prägung, die ihn empfindlich gegen Formen sexueller Übergriffigkeit und nebenehelicher Abenteuersuche mächtiger Menschen macht. Vielleicht wusste er auch, zumindest ist die Vermutung aufgrund von Römer 6,19f. möglich, von Menschen, die als Sklav*innen oder Kriegsgefangene sexuelle Ausbeutung über sich ergehen lassen mussten. Auf jeden Fall beschreibt er auch in Römer 1 gleichgeschlechtliche Kontakte Angehörigen der Elite, von denen mit großer Sicherheit kaum einer zur Standeswahrung unverheiratet war. Röm 1 beschreibt also einen nebenehelichen Sexualkontakt von vorgeblich heterosexuellen Menschen. Ein paar Kapitel weiter gibt er denen eine Stimme, die unter den Begierden dieser heterosexuellen Menschen leiden müssen.

Was bedeuten diese Texte für LGBTI?

Okay, mag der eine oder die andere sagen; aber warum spricht die Bibel so viel über zum Teil gleichgeschlechtliche sexuelle Gewalt und so wenig über Formen gleichgeschlechtlicher Zuneigung? Das liegt an den Zahlen. Auch heute ist die Gruppe der Täter und Involvierten in die von der Bibel beschriebenen Formen sexueller Gewalt und nebenehelicher Ausbeutung anderer um ein Vielfaches größer als alle Angehörigen der LGBTI-Community zusammen.

Queere Menschen mussten und müssen in dieser Gemengelage als Feigenblatt herhalten, mit dem mächtige verheiratete Männer das Blut bedecken, das – um im Bild zu bleiben – an einer ganz zentralen Körper-Stelle klebt.

Wehrt Euch! Lest Ihr ihnen die Leviten!



#1 AlexAnonym
#2 LotiAnonym
  • 30.12.2021, 11:23h
  • Na wenn das mal kein Zufall ist. Toll gerade jetzt solch einen interessanten Artikel hier vorzufinden, wo ich doch gerade dabei bin ein Roman von E.W.Heine zu lesen mit den schönen Titel: Das Halsband der Taube. Die Geschichte geht auf das Jahr 1231 zurück und es beschreibt unter anderem sehr gut die Ausbildung von moslemischen Assasinen. Und die Tempelritter. Dieser Roman strotzt nur so von arabisch islamischen als auch christlich römischen Versen aus dem Koran u.dem Alten Testament. Selbst Lateinisch kommt nicht zu kurz. Keine Sorge der Autor übersetzt alles sehr genau. Wobei es hier zwar nicht um Homosexuelle an sich geht, aber dafür sehr viel um Sexualität schlechthin. Der Autor umschreibt insbesondere die fanatischen islamisten sehr gut. Könnten ebenso die heutigen Taliban sein.
    Sehr zu empfehlen. Und danke vielmals für diese sehr aufschlussreichen Artikel.
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#3 StaffelbergblickAnonym
  • 30.12.2021, 11:25h
  • OMG ... nicht schon wieder Bibel-Exegese. Es gibt doch auch noch andere hübsche Lektüre
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#4 Sven100Anonym
  • 30.12.2021, 11:45h
  • Noch die Reformatoren glaubten, dass man dem Volk nur Lesen und Schreiben beibringen müsse, dann könne jeder selbst die Bibel lesen. Man meinte, durch die Bibel alle Fragen des Lebens beantworten zu können. In den Augen der damaligen Zeit war die Bibel unfehlbar ("papierener Papst"). Dies aber erwies sich als Irrtum. Jeder pickte sich die Bibelstellen heraus, die ihm passten. Wenn man will, kann man mit der Bibel beweisen, dass Butter besser ist als Margarine (oder umgekehrt).
    Wer mit der Bibel aufgewachsen ist, dem kann dieses Buch eine gewisse Geborgenheit geben. Nur darf man alles nicht zu sehr hinterfragen.
    Die katholische Kirche hat die Fehlentwicklungen eines "sola scriptura" sofort nach der Reformation erkannt. (So war das Lesen der Bibel zeitweise sogar verboten!) Aber bis heute weiß man, dass die Bibel nicht die letzte Institution sein kann.
    Das ist einer der Gründe dafür, dass in der RKK der Papst und die Kurie diese starke Stellung haben.
    Dass der durchschnittliche Katholik die Worte der Bibel nicht auf die Goldwaage legt, hat die positive Folge, dass das katholische Kirchenvolk gegenüber der Homosexualität durchaus offener ist als so mancher evangelikale Protestant mit seiner Bibel in der Hand ("Da steht's !!!")

    www.die-tagespost.de/politik/usa-gleichgeschlechtliche-sexua
    litaet-fuer-junge-katholiken-immer-mehr-normalitaet-art-2183
    60
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#5 SaschaNDSAnonym
  • 30.12.2021, 12:19h
  • ...eine willkommene und anspruchsvolle Leseaufgabe zwischen den Feiertagen. Bravo. Gern mehr davon!
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#6 Ex-KatholikAnonym
  • 30.12.2021, 12:38h
  • Antwort auf #4 von Sven100
  • Als ehemaliger, streng religiös erzogener Katholik, der aufgrund dessen fast in den Suizid getrieben wurde, kann ich dem nicht zustimmen.
    Mag sein, dass die Katholiken da, wo sie eine kleine Minderheit sind, sich auch offener geben.
    Das ist in den europäischen Ländern, wo sie die Mehrheit stellen und auch in der Politik mitmischen, ganz sicher nicht der Fall.
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#7 Möff RöfflplockAnonym
  • 30.12.2021, 13:00h
  • Ich werde dem Herrn auch noch einmal eine Mail diesbezüglich schreiben, deswegen sehe ich diesen Kommentar hier mehr als eine Erinnerung an mich und eine Vorarbeit dazu, eine soeben gemachte Erkenntnis zu spreaden.
    Ich möchte keinesfalls behaupten, hier für eine größere Gruppe LGBT zu sprechen, doch ich habe den schweren Verdacht, dass ich nicht damit alleine bin. Dies gesagt, ein kurzer vorgeschalteter Exkurs zu meiner Person und dann erst, meine Kritik an diesem ganzen Werk.
    Ich bin zu einer Zeit in eine christliche und dezidiert protestantische Familie hineingeboren, in der es noch als normal galt, kirchlich sanktioniert und gewünscht LGBT zu verfolgen und zu verletzen. Die Aufhebung von 175 hat, so mag ich behaupten, auch daran nichts geändert, ich bin etwa ein halbes Jahrzehnt nach diesem geboren. Ich habe beinahe 15 jahre gebraucht mich aus dem Denken zu befreien, dass ich falsch bin, unwillkommen und therapiebedürftig. Ich habe unter der Kirche dieser Mensch vertritt gelitten. Ich bin von ihr verletzt worden, psychisch wie physisch und ich trage das bis heute. Ich bin das was man einen therapeutischen Dauerfall nennt. Die Möglichkeit einer Auflösung der fortgesetzten Verdammung meiner Person habe ich durch tiefe Indoktrination und traumatische Erfahrungen leider nicht. Ich bin so festgekettet an die christliche Ideologie in dem Ausmaß in dem ich sie verachte. Es bringt mir also de facto nichts, zu wissen, dass Leute wie dieser Mensch sich damals geirrt haben. Ich leide real unter diesen Folgen und ich belaste die Gesellschaft finanziell und sozial damit. Es ist, das mag diesem Menschen nicht bewusst sein, vollkommen egal was die Bibel sagt und ich werde darüber nicht debattieren. Ich bin langzeit geschädigt, ich kann das nicht. Ich bin ein Gegner der Kirche, weil die Kirche mich krank gemacht hat. Ich bin ein Gegner der Kirche weil die Kirche mich kaputt gemacht, schließlich bin ich ein Gegner der Kirche, da die Kirche, so zeigt sich hier deutlich nicht im entferntesten im Sinne hat a) wirklich ernst zu machen mit ihren durchgeheuchelten Entschuldigungen und mir zum Beispiel Schmerzensgeld zu zahlen. Lebenslang. Denn das ist ein Teil meines Lebens: Schmerz durch die christliche Indoktrination. b) Anerkennung des Verbrechens gegen die Menschlichkeit und Demut. Insofern ist dieser Text nichts weiter als eine wertlose, unverschämte Selbstvergewisserung einer schuldigen Täterorganisation.
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#8 JSHHAnonym
  • 30.12.2021, 13:08h
  • Religionen sind nur dann erträglich und ungefährlich, wenn sie keine öffentliche Macht haben.
    Insbesondere Islam, Katholizismus, "Evangelikalismus".
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#9 Pu244Anonym
  • 30.12.2021, 13:11h
  • Soso, der Gott der Bibel ist also ein Schutzpatron der LGBTI und hatte sonst auch nur den Schutz schwächerer im Sinn? Nebenbei soll er/sie/es sich auch gegen das böse Patriachat ausgesprochen haben.

    Es ist schon sehr interessant, zu welchen Hirnverrenkungen manche greifen, um die Bibel so hinzubiegen, wie es ihnen passt.

    Besonders dreist finde ich das Anführen von Richter 19 als Beispiel dafür.

    Zur Einordnung des ganzen: dort belagert ein Mob das Haus des Gastgebers und verlangt den Gast vergewaltigen zu dürfen. Der Gastgeber versucht den Mob zu beruhigen, indem er ihm seine Jungfräuliche Tochter und die Nebenfrau seines Gastes anbietet (soviel zum Thema "sexuelle Selbstbestimmung"). Nach einigen Diskussionen wurde es dem Gast zu bunt, er hat dem Mob seine Nebenfrau hingeschmissen, welcher diese aufs übelste vergewaltigte. Der Gast und Gastgeber legten sich schlafen (sehr mitfühlend). Am nächsten Morgen hat der Gast seine im sterben liegende Nebenfrau auf den Esel gepackt und ist nach Hause gereist. Als er dort ankam hat er seine, inzwischen tote, Nebenfrau in 12 Stücke geschnitten und eines an jeden Stamm Israels geschickt.

    Mal ganz ehrlich: wer das als Beispiel, für den Schutz sexueller Minderheiten nimmt, der hat ein freundlich gesagt sehr originelle moralische Maßstäbe. Wenn mir das jemand so erklären (z.B. im heutigen Kongo stattfindend) und das zum Gipfel sexueller Gleichberechtigung erklären würde, könnte ich diese Person nicht mehr für voll nehmen.

    Man sollte die Bibel mit etwas Verstand lesen und wenn einem die Schlussfolgerungen nicht passen (ausgelebtes Schwulsein ist todeswürdig, Lesben sollen sich einen Mann suchen und ihre Sexualität unterdrücken usw.) die entsprechenden Konsequenzen ziehen.

    Irgendwann wird sich jemand noch das 3. Reich vornehmen und die Welt mit der sensationellen Feststellung, der "Führer" wäre Juden- und Schwulenfreund gewesen, seine untergebenen haben sein progressives Genie nur falsch gedeutet, beglücken.

    Ich persönlich kann auf solche Hirnverrenkungen gerne verzichten.
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#10 Lucas3898Anonym
  • 30.12.2021, 13:34h
  • Vielleicht sollte man Bibel, Koran etc. einfach als das sehen, was sie ist, ein 2000 Jahre altes Märchenbuch. Und aufhören das ernst zu nehmen oder gar danach leben zu wollen.
    Und erst recht nicht anderen Vorhaltungen über ihr Leben und Lieben zu machen.
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