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Recklinghausen

Gericht: Trans-Hasser darf Frau nicht deadnamen

Transphobe Personen dürfen sich nicht alles erlauben: Ein Amtsgericht im Ruhrgebiet verbietet einem Mann, seine Nachbarin mit ihrem abgelegten Namen anzusprechen.


Sophie Vivien Kutzner im Interview mit dem RTL-Regionalmagazin (Bild: Screenshot RTL West)

Das Amtsgericht Recklinghausen hat nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung entschieden, dass ein transphober Mann seine trans Nachbarin nicht mit dem Deadname, also ihrem abgelegten männlichen Namen, ansprechen darf.

Demnach droht Wolfgang E. ein Ordnungsgeld in Höhe von 250.000 Euro, sollte er seine Nachbarin Sophie Vivien Kutzner aus der Ruhrgebietsstadt Waltrop auf diese Art ansprechen. Der Mann hatte sich über die 60-Jährige in der Öffentlichkeit immer wieder mit dem alten Namen und Sprüchen wie "Sexy Miniröckchen" lustig gemacht.

"Großer Sieg für die geschlechtliche Selbstbestimmung"

"Ein großer Sieg für die geschlechtliche Selbstbestimmung. Jeder hat das Recht, seine Geschlechtszugehörigkeit frei zu bestimmen und beim selbst gewählten Namen genannt zu werden", erklärte Kutzners Anwalt Burkard Benecken gegenüber "Bild". Die Klägerin selbst sagte: "Ich widme diesen Sieg allen Menschen, die sich dazu entscheiden, fortan mit dem als für sie richtig empfundenen Geschlecht leben zu wollen."

Kutzner hatte in einem TV-Interview mit dem RTL-Regionalprogramm auf den Fall aufmerksam gemacht und auch bedauert, dass sie optisch nicht mehr tun könne. So lehne die Krankenkasse Anträge wie die Brust-OP einfach ab (queer.de berichtete).

LGBTI-feindlichen Personen nutzen Deadnaming gerne als Taktik, um trans Menschen lächerlich zu machen. Vor anderthalb Jahren attackierte etwa der umstrittene Grünenpolitiker Boris Palmer trans Parteifreundin Maike Pfuderer, die ihn zuvor kritisiert hatte, auf diese Art (queer.de berichtete). Pfuderer klagte, anders als Kutzner aber ohne Erfolg: Die Tübinger Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren gegen den eigenen Oberbürgermeister schnell ein (queer.de berichtete). Inzwischen läuft ein Parteiausschlussverfahren gegen Palmer, dem neben LGBTI-feindlichen auch rassistische Äußerungen zur Last gelegt werden (queer.de berichtete). (cw)



#1 DestroyaAnonym
  • 03.01.2022, 09:38h
  • Definitiv ein gutes Urteil und ein Meilenstein für alle Trans und Intersexuellen.

    Jetzt fehlt nur noch, dass man einen Menschen nicht absichtlich mit dem falschen Geschlecht ansprechen darf. Also das es unter Strafe steht, einen Transmann als Frau zu Bezeichnen oder Transfrau als Mann.
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#2 thorium222Profil
  • 03.01.2022, 12:09hMr
  • Richtig und wichtig. Was sind denn die rechtlichen Grundlagen für das Urteil, nach welchem Paragrafen wurde der Mann den verurteilt? Beleidigung?
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#3 Maria SteinerAnonym
#4 Lucas3898Anonym
#5 NikolaAusRAnonym
#6 ColonelAnonym
  • 03.01.2022, 17:57h
  • Antwort auf #4 von Lucas3898
  • Exakt, das Ganze hat nichts mit Strafrecht zu tun und hat offenkundig auch keinen strafrechtlichen Gehalt. Wie ist das verstanden habe, geht es dem Gericht auch weniger um die Sache im Grundsatz als darum, dass die Nennung sich hier zu einer grob verächtlichen und ständigen Belästigung ausgewachsen hat. Dagegen wurde zivilrechtlich vorgegangen.

    Für die Frau freut es mich. Hier aber abseits dieses zivilrechtlichen Einzelfalls rechtliche Implikationen abzuleiten ist unsinnig. Das wäre auch weit jenseits der Preisklasse des Amtsgerichts Recklinghausen.
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#7 OllileinAnonym
  • 03.01.2022, 22:01h
  • Wie gelangweilt muss der Nachbar sein, wenn er sein Leben damit verbringen muss, der Dame von nebenan die Hölle heiß zu machen. Immerhin kommt er durch sie ins Fernsehen...

    Was ist nur mit den Menschen in diesem Land los... würde die Dame ihn terrorisieren, ihn stalken, ihm sonst was tun, dann könnte man dieses Verhalten ja nachvollziehen. Aber alleine, dass sie nicht ist wie er, reicht aus. Meine Einschätzung ist eher, dass da jemand auch gerne lieber eine Frau wäre. Und Mann bekämpft eben gerne sehr aggressiv das, was man an sich selbst am meisten hasst. Ein Psychologe könnte hier Großes tun.
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#8 thorium222Profil
#9 AlexAnonym
  • 04.01.2022, 00:04h
  • Antwort auf #7 von Ollilein
  • "Meine Einschätzung ist eher, dass da jemand auch gerne lieber eine Frau wäre."

    10.000 mal wahrscheinlicher ist, dass er einfach nur ein transfeindliches Arschloch ist. Das können nämlich erstaunlicher weise auch Cissexuelle sein.

    Können wir also bitte endlich mit diesem Unsinn aufhören?
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#10 MaikeProfil
  • 04.01.2022, 16:10hStuttgart
  • Antwort auf #6 von Colonel
  • In Zukunft hat das was mit dem Strafrecht zu tun. Verstöße gegen das Offenbarungsverbot, das auch im zukünftigen Selbstbestimmungsgesetz verankert wird, sind Strafbewährt.

    Es mag sein, dass die Grünen hier auch von einem OB aus der schwäbischen Provinz und einer im Artikel Genannten Frau motiviert wurden
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