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"Trans" ist jetzt auch ein Adjektiv im Duden

Das deutsche Wörterbuch kennt jetzt auch trans Menschen: Im Duden ist das indeklinable Adjektiv als "Jargon"-Begriff eingestuft.


Der Duden begleitet seit 1880 die Entwicklung der deutschen Sprache (Bild: bidok Leicht Lesen / flickr)

Bei queer.de nutzen wir seit ein paar Jahren trans grundsätzlich als Adjektiv – das Wort löste damit längere Worte wie transgeschlechtlich, transsexuell oder transgender ab. Vor Weihnachten hat auch der Duden die Bezeichnung in sein Online-Wörterbuch aufgenommen – laut der Nachrichtenagentur epd eines von 500 neuen Begriffen. Zu den Neuzugängen zählen neben Begriffen im Zusammenhang mit der Corona-Krise ("boostern", "Long Covid") auch das "N-Wort" ("verhüllendes" Wort für eine "stark diskriminierende Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe") oder "woke" ("in hohem Maß politisch wach und engagiert gegen [...] Diskriminierung", "auch abwertend"). Diese Begriffe werden dann auch in der neuen gedruckten Fassung aufgenommen.

Das Wort "trans" wird vom Duden bislang als "Jargon"-Begriff aufgeführt. Damit seien laut Duden Worte gemeint, "die in bestimmten, etwa durch Milieu oder Beruf geprägten Kreisen verwendet werden". In der Grammatik wird das Wort als "indeklinables Adjektiv" eingestuft – es wird also nicht gebeugt. Weitere Beispiele für indeklinable Eigenschaftswörter sind andere aus Fremdsprachen entlehnte Begriffe wie extra, gratis, high oder cringe, das Jugendwort des abgelaufenen Jahres. Auch Ortsbezeichnungen (Kölner [Dom], Württemberger [Wein], Berliner [Schnauze]) können als indeklinable Adjektive verwendet werden.

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Mit den neu aufgenommenen Wörtern will das wichtigste deutsche Wörterbuch die Veränderung der Sprache widerspiegeln. 2021 sei dabei ein besonders sprachbewegtes Jahr gewesen, teilte der Duden mit. So habe es ein Viertel mehr Neueinträge gegeben als in einem Durchschnittsjahr. 2020 waren bereits als neue Worte "transgender", "inklusiv" und "genderneutral" aufgenommen worden (queer.de berichtete). Bereits seit 2017 ist das Wort "queer" Teil des Dudens (queer.de berichtete).

Vor knapp einem Jahr sorgte der Duden wegen einer Reform seines Online-Wörterbuchs für Aufruhr unter jenen, die jegliche Änderungen in der Sprache ablehnen: Der Duden schuf das generische Maskulinum ab und stellte dem Begriff Arzt das Wort Ärztin bei. Das führte reflexartig zum Vorwurf der Gender-Gaga durch die AfD (queer.de berichtete).

Auch in anderen Ländern gibt es stets Aktualisierungen der Wörterbücher. Letzten November sorgte etwa die Einführung eines geschlechtsneutralen dritten Personalpronomen in "Le Robert" für Aufregung. Neben "il" (er) und "elle" (sie) solle auch die Schreibweise "ielle" möglich sein. "Le Robert" hat in Frankreich die selbe Stellung, die der Duden in Deutschland hat. Nach Kritik verteidigte der Verlag den Neueintrag und erklärte, man bilde lediglich die Entwicklung der französischen Sprache ab, ohne diese zu kommentieren. (dk)



#1 FroggyAnonym
  • 03.01.2022, 22:57h
  • Besser spät als nie. Natürlich gehört dieses Wort in ein Wörterbuch, gar keine Frage. Ich bin ehrlichgesagt überrascht, dass es nicht schon drin war. Egal.

    Die Definition ist ziemlicher Murks: »sich nicht mit dem bei Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizierend; oft eine binäre Auffassung von Geschlecht ablehnend«

    Erstes Problem: Der Unterschied zwischen Geschlecht und Gender wird nicht erwähnt. Das ist jetzt nicht falsch, aber schlecht. Gerade bei diesem Wort ist der Unterschied wichtig! Die deutsche Sprache hat leider das Probem, dass »Geschlecht« oft synonym zu »Gender« gemeint wird. Das ist zwar kein Fehler, aber nervig. Deshalb sollte man das immer klarstellen, denn dieses Missverständnis führt zu vielen Problemen.

    Zweites Problem: Diese Behauptung, es ginge um Ablehnung von einer binären Auffassung von Geschlecht ist einfach falsch. Wer eine binäre Auffassung von Geschlecht/Gender ablehnt, kann es ja auch ganz allgemein meinen, also, dass man dies nicht nur für sich ablehnt (also nichtbinär, agender, Two-Spirit, etc.), sondern meint, ein binäres System wäre grundsätzlich falsch bzw. nicht existent. Das macht aber einen natürlich nicht automatisch trans. Nach der Logik wäre ja jeder, der ein drittes, viertes, etc. Gender anerkennt, trans. Alle Genderabolotionisten wären auch alle automatisch trans. Das ist aber natürlich NICHT gemeint. Dass sie da »oft« davorstellen, hilft kein bisschen. Und auch einige trans Menschen können ja selbst solches binäres System aktiv hochhalten und gegen Nichtbinäre haten, so nach dem Motto, ihr gehört nicht dazu. Gibt es alles, leider.
    Also: Ein ziemlicher Patzer! Meines Wissens gibt es (noch) kein Wort für Menschen, die das binäre Geschlechts/Gender-System ablehnen (also allgemein, nicht nur für sich selbst). »trans« ist es jedenfalls nicht.

    Ich vermute mal, was sie meinten war, dass nichtbinäre Menschen manchmal sich auch als trans auffassen bzw. dass man sowohl trans als auch nichtbinär sein kann. Das haben sie aber nicht geschrieben. Dann hätten sie schreiben müssen »oft FÜR SICH eine binäre Auffassung von Geschlecht ablehnend«. Haben sie aber nicht. Aber auch so eine Formulierung wäre nur die halbe Wahrheit. Man merkt halt, der Duden ist nicht die Wikipedia (oder das Wiktionary). Kein Wikipedianer würde SO einen Patzer lange stehen lassen. Die Dudenredaktion schon.

    Die sollten den Laden einfach dichtmachen und für das Wiktionary arbeiten.
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#2 Lucas3898Anonym
  • 04.01.2022, 00:45h
  • Vielleicht setzen sich in dieser Legislaturperiode auch die Gruppenbezeichnungen mit Unterstrich, Doppelpunkt oder Stern* durch.
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