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Serientipp

Mord im Atom-U-Boot: Lesbisches Ex-Paar ermittelt

In dem britischen Krimithriller "Vigil" geraten Suranne Jones und Rose Leslie in ein Netz aus Verschwörungen, Enthüllungen und psychologischen Abgründen – jetzt auf arte.tv und ab 13. Januar auch im Fernsehen.


Detective Amy Silva (Suranne Jones, re.) ermittelt unter dem Meeresspiegel, ihre Kollegin und Ex-Freundin Kirsten Longacre (Rose Leslie) ist ihr einziger Kontakt zur Außenwelt (Bild: BBC)
  • Von Patrick Heidmann
    6. Januar 2022, 05:33h, noch kein Kommentar

Nirgends werden Krimiserien so spannend und effizient erzählt wie im britischen Fernsehen. Mit "Vigil" – erdacht von Showrunner Tom Edge, der zuletzt u.a. das Drehbuch zum Garland-Biopic "Judy" schrieb – bestätigt sich diese Regel gerade einmal mehr, wovon man sich vom 6. Januar bis 18. Februar 2021 auf arte.tv und ab 13. Januar bei Arte überzeugen kann. Und das sogar mit zwei queeren Protagonistinnen im Zentrum.

Detective Amy Silva (Suranne Jones) von der schottischen Polizei verschlägt es in den knackigen sechs Folgen an einen Tatort der ungewöhnlichen Art. Auf der HMS Vigil, einem der Atom-U-Boote der Royal Navy, die regelmäßig durch britische Gewässer patrouillieren, kommt ein Crew-Mitglied ums Leben, vermeintlich durch eine Heroin-Überdosis. Weil die Mannschaft ihre Mission nicht einfach unterbrechen und an Land gehen darf, muss Silva für ein paar Tage bei voller Fahrt selbst an Bord gehen und den Fall vor Ort untersuchen.

Politik- und Geheimdienstkreise unter Verdacht


Poster zur Serie: "Vigil" ist vom 6. Januar bis 18. Februar 2021 auf arte.tv und ab 13. Januar bei Arte zu sehen

Geheimhaltung, Verschwiegenheit und ein Gerangel um Zuständigkeiten prägt die Ermittlungen, weswegen Silvas einziger Kontakt zur Außenwelt vorübergehend ihre Kollegin Kirsten Longacre (Rose Leslie) ist, die ihrerseits rund um den (fiktiven, aber von einem realen Vorbild inspirierten) Marinestützpunkt nach zusätzlichen Spuren und Hinweisen sucht. Dass die bis vor kurzem auch Silvas erste gleichgeschlechtliche Lebensgefährtin war, ist nur eines von mehreren emotionalen Päcklein, die die Kriminalbeamtin mit sich herumträgt.

Dabei lässt der Fall eigentlich kaum Raum für Privates. Denn erste Indizien deuten darauf hin, dass es sich um Mord handelt, und Silva muss nun, unter Wasser eingesperrt mit einer ganzen Reihe potentieller Verdächtiger, im Alleingang den*die Täter*in ermitteln. Und bald weiten sich die Untersuchungen tief in Politik- und Geheimdienstkreise aus.

Zwei fantastische Hauptdarstellerinnen


Amy und Kirsten verabschieden sich (Bild: BBC)

Keine Frage: Was die Drehbuch-Autor*innen ihrer Mord-Ermittlerin in "Vigil" alles an Trauma auf den Leib schreiben, ist unnötig viel. Aber geschenkt, genauso wie die Tatsache, dass das U-Boot hier im Inneren viel zu geräumig wirkt, um realistisch zu sein. Der Spannung, die sich längst nicht nur dem klaustrophobischen Setting verdankt, tut beides keinen Abbruch. Denn das Netz aus Verschwörungen, Enthüllungen und psychologischen Abgründen, das hier gesponnen wird, und dass immer auch eine reale politische Dimension (etwa was die Proteste der schottischen Bevölkerung gegen die U-Boot-Stationierung vor ihrer Küste angeht) mit in die Geschichte hineinspielt, erweist sich als überzeugender Unterbau.

Man kann es nicht anders sagen: Die Beteiligten – darunter Regisseur James Strong, der sich die Inszenierung mit Isabelle Sieb teilt und früher schon "Broadchurch" drehte, oder die Produzenten von Serien wie "Line of Duty", "Save Me" oder "Bodyguard" – wissen einfach genau, was sie tun. Was übrigens auch für die beiden fantastischen Hauptdarstellerinnen gilt, die mit queeren Rollen ja auch schon so ihre Erfahrungen haben. Jones brillierte schließlich vor gar nicht allzu langer Zeit in "Gentleman Jack" als lesbische Industrielle im 19. Jahrhundert, und Leslie spielte nach "Game of Thrones" in "The Good Fight" drei Staffeln lang die lesbische Anwältin Maia Rindell.

Direktlink | Englischer Originaltrailer zur Serie
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