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Nach Berufung von Sven Lehmann

Queerbeauftragter verursacht Schnappatmung bei AfD

Mit dem neuen Posten des Queer-Beauftragten will die Ampel zeigen, wie wichtig Gleichstellungspolitik ist. Lob kommt von der Ampel, Kritik von AfD und Union.


Beatrix von Storch geht auf den "super-queeren Beauftragten Lehmann" los (Bild: Raimond Spekking / wikipedia)

Die Ernennung von Sven Lehmann (Grüne) zum ersten Beauftragten der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt löste unterschiedliche Reaktionen aus. Während Teile der Opposition den neuen Posten zum Teil scharf kritisierten, ist insbesondere die Personalie Lehmann in der Ampel-Koalition auf Zustimmung gestoßen. "Eine gute Wahl, viel Erfolg im neuen Amt!", erklärte etwa Forschungsstaatssekretär Jens Brandenburg, der FDP-Sprecher für Queerpolitik in der vergangenen Legislaturperiode.

Twitter / JBrandenburgFDP
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Lob kam ebenfalls von SPDqueer. Mit Sven Lehmann werde ein parteiübergreifend anerkannter Experte für queerpolitische Themen der erste Queer-Beauftragte, der zudem über eine gute Vernetzung in die LSBTIQ*-Community verfüge, teilte die sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft mit. "Ich freue mich gemeinsam mit meinen Vorstandskolleg*innen der SPDqueer auf eine konstruktive, offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Queer-Beauftragten der Bundesregierung", so Co-Chefin Carola Ebhardt.

Twitter / SPDqueer
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Auch unter LGBTI-Parteifreund*innen stieß die Ernennung auf Zustimmung: "Im Bund warten in der Queerpolitik große Aufgaben und du bist genau der richtige, die anzupacken", erklärte QueerGrün Berlin auf Twitter.

Twitter / QueerGruenBln

AfD erbost

Grundsätzliche Ablehnung für Lehmann kam dagegen aus der AfD: "Die Absurdität grünen Gender-Wahns erreicht mit der Ernennung eines sogenannten Queer-Beauftragten einen neuen traurigen Höhepunkt", so Co-Vizeparteichefin Beatrix von Storch. "Während die Bürger zu Zigtausenden auf die Straße gehen, um ihre Freiheit zu verteidigen, droht der neue super-queere Beauftragte Lehmann ganz unverhohlen mit einer neuen, 'progressiven' Familienpolitik." Den von Lehmann angekündigten Nationalen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie werde ihre Partei "mit aller Entschiedenheit bekämpfen".


Mehrere AfD-Abgeordnete versuchten dabei die Ernennung lächerlich zu machen, da es gegenwärtig Wichtigeres gebe als Politik für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten – ein "Argument", mit der in der Vergangenheit praktisch alle queerpolitischen Initiativen, wie etwa die Ehe für alle, kritisiert worden waren. "Die #Ampelkoalition kümmert sich um die wahren Probleme im Land", ätzte etwa Vize-Fraktionschef Norbert Kleinwächter auf Twitter.


Die Scheinargumentation verfängt aber auch in Teilen des demokratischen Spektrums. Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Christian Natterer twitterte zur Ernennung: "Dieses Land hat offenbar keine anderen Probleme!"

Twitter / christ_natterer
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Auch aus den "alternativen" Medien gibt es das übliche Raunen über die queerpolitische Initiative der Bundesregierung. Der in rechten Kreisen beliebte Blogger Boris Reitschuster macht sich etwa auf seiner Website über die Berufung lustig: "Endlich ist das passiert, worauf der fortschrittliche Teil der (deutschen) Menschheit sicher schon sehr lange gewartet hat", so der 50-Jährige. "Seien wir ehrlich: Dass es so etwas bisher nicht gab, lastete schwer auf unserem Land. Wo sonst werden Menschen wegen 'sexueller und geschlechtlicher Vielfalt' derart diskriminiert wie in Deutschland?"

Reitschuster war von 1999 bis 2015 Leiter des Moskauer "Focus"-Büros und verkehrt aber inzwischen eher im rechtspopulistischen oder -radikalen Milieu. Letztes Jahr wurde ihm wegen seiner verzerrten Corona-Berichterstattung der Schmähpreis "Goldener Aluhut" verliehen. LGBTI-feindliche Organisationen feierten seinen Artikel – so wurde er etwa von der "Demo für alle" verbreitet, für die Reitschuster in der Vergangenheit geworben hatte. (dk)




#1 Uwe MehringerAnonym
  • 07.01.2022, 11:10h
  • So süß!
    Vogel, Natter und Miniwächterchen von "Armutszeugnis für Doitschland" zappeln und schnattern im Chor der Bigotterie.

    Deckel zu, Amen

    Warum setzen sich der Papst und Frau Vogel nicht mit vollem Körpereinsatz für mehr Geburten ein!
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#2 LeashProfil
  • 07.01.2022, 12:20hHamburg
  • Erst anbiedern bei den "Freiheitskämpfern" und gleichzeitig Angst machen vor "bedrohlicher queerer Familienpolitik". Und alles in nur einem Satz. Ihr Nazi Opa wäre bestimmt stolz.

    Ganz billige Stimmungsmache für Wählerstimmen aber auch von der "ach, haben wir nix wichtigeres zu tun?"-Fraktion. Als wenn die Ernennung eines Queer-Beauftragten jetzt alles andere lahm gelegt hätte.

    Die sollen mal lieber ein paar Blumen ans Grab legen von Frau Bayan und dann noch mal nachdenken ob das jetzt wirklich soo unnötig ist.
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#3 JohannbAnonym
  • 07.01.2022, 12:23h
  • Ist des blos mein Eindruck ider hat die Frau Storch auf ihrem Twitter-Bild ein bisserl den Verjüngungsfilter drüber laufen lassen?
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#4 AtreusProfil
  • 07.01.2022, 12:49hSÜW
  • Ich fände es viel spannender zu erfahren, wann die Altnazifamilie der Oldenburgs endlich gedenkt, ihre Reichtümer die sie durch den Großankauf von Gutshöfen und Grundstücken erworben hat, die wiederum durch den Vernichtungskrieg im Osten frei geworden sind, an die Angehörigen zurück gibt und sich für diese Leichenfledderei entschuldigt?! Frau Storchs Vorfahr ist in Briefen Himmler ja geradezu in den Enddarm gekrochen, um sich die saftigsten Kuchenstücke zu sichern. Vielleicht kann ein investigatives Rechercheteam mal den genauen Wert ermitteln und die Staatsanwaltschaft eine Entnazifizierung 2.0 einleiten, notfalls gerne auch enteignen.
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#5 KaiJAnonym
  • 07.01.2022, 12:52h
  • Es wäre gut zu wissen, was für Machtbefugnisse der Queerbeauftragte denn überhaupt hat. Es zählt mal wieder "Budder bei die Fische". Es ist mit Anfang dieses Jahres schon längst Zeit zu hören, wie die Bundesregierung jetzt auch zeitnah nach ihren queeren Wahlversprechen diese nun konkret und vollumfänglich angeht. Es vergeht da zuviel Zeit, die verdächtig zu einem unproduktiven Wischiwaschi im Ergebnis führt. Wir dürfen der Bundesregierung in keinster Weise blindes Vertrauen schenken, sondern müssen jetzt jederzeit hörbar diese und weitere Kritik denn auch auf die Strasse bringen.
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#6 LMGTFYAnonym
  • 07.01.2022, 13:16h
  • Antwort auf #5 von KaiJ
  • Ach du, einfach mal selbst googeln, was so ein:e Beauftrage:r für Kompetenzen und Mittel hat. Dieser Beauftragte ist einer von mehreren, z. B. für Energie, Migration oder Tourismus. Die Postiion von Beauftragten ist na nun wirklich nicht neu.
    Tipp @ KaiJ: Selber recherchieren macht klug.
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#7 dellbronx51069Anonym
  • 07.01.2022, 13:21h
  • Es gibt was wichtigeres als Queer Politik?
    Ja, das diese Afd Kackbratzen aus dem BT fliegen!
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#8 KaiJAnonym
#10 AFD-WatchAnonym
  • 07.01.2022, 14:37h
  • "Den von Lehmann angekündigten Nationalen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie werde ihre Partei "mit aller Entschiedenheit bekämpfen"."

    Liebe Durchlaucht von Storch, ihre Reaktion macht genau deshalb diesen Aktionsplan erst nötig.

    "Die #Ampelkoalition kümmert sich um die wahren Probleme im Land"
    So wie die Verteidiger des 175er sich einst um die wahren Probleme des Landes gekümmert hatten?
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