Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?40847

Suizidprävention

Studie: Schwules Musikvideo hat hunderte Leben gerettet

Viele suizidgefährdete Menschen, die von traditionelle Präventionsmethoden nicht erreicht werden, können von MTV oder Instagram gerettet werden.


Ausschnitt aus dem Musikvideo zu "1-800-273-8255"

Das Rap-Musikvideo "1-800-273-8255" war lebensrettend. Zu diesem Urteil kam eine im Dezember im medizinischen Fachmagazin BMJ veröffentlichte Studie, die unter Führung des Suizidexperten Thomas Niederkrotenthaler von der Universität Wien durchgeführt wurde.

Das Musikstück, das die gebührenfreie US-Nummer der Telefonseelsorge bei Suizidgedanken als Titel hat, war 2017 von Rapper Logic veröffentlicht worden und erreichte Platz drei der amerikanischen und Platz neun der britischen Charts. In Deutschland schaffte es der Song bis auf den 45. Platz.

Das Video zum Lied zeigt einen afroamerikanischen schwulen Jugendlichen, der in der Schule und Zuhause wegen seiner sexuellen Orientierung gemobbt wird. Nachdem er die Hotline anruft, findet er aber Akzeptanz.

In dem Video spielte unter anderem auch TV-Star Nolan Gould ("Modern Family") mit, der wie viele andere auf ihren Social-Media-Seiten für die Notrufnummer warb. Gould erklärte auf Instagram, dass die Telefonnummer wegen des nach wie vor in der Gesellschaft weit verbreiteten Hasses "besonders wichtig für People of Color, die LGBTQ-Community und trans Menschen" sei.

Mehr Anrufe, weniger Suizide

Die Studie untersuchte, welche Auswirkungen der Song innerhalb von 34 Tagen hatte, in denen er in sozialen Medien ein großes Thema gewesen war. Demnach sei die Suizid-Hotline in diesem Zeitraum sieben Prozent häufiger angerufen worden als in einem Vergleichszeitraum. Gleichzeitig seien 245 weniger Tode durch Suizid in den USA gemessen worden. Dies entspreche einem Rückgang um 5,5 Prozentpunkte.

Direktlink | Der Song bei einer beliebten MTV-Preisverleihungsshow
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Zwar erklärten die Forschenden auch, dass andere Faktoren zu diesen Veränderungen beigetragen haben könnten. Allerdings betonten sie, wie wichtig Rap-Musik sei, um Suizidgefährdete anzusprechen: "Rap ist eine der populärsten Musikgenres in den Vereinigten Staaten und kann daher leichter Gruppen erreichen, die traditionelle Präventionsbotschaften nicht erreichen können", erklärte Thomas Niederkrotenthaler.

Studien zufolge sind insbesondere queere Jugendliche weit gefährdeter, Suizid zu begehen, als andere junge Menschen. Der Grund dafür sei gesellschaftliche Ablehnung. Eine italienische Metastudie aus dem Jahr 2020 kommt etwa zu dem Ergebnis, dass Mobbing die Suizidrate unter queeren Kindern und Jugendlichen in die Höhe treibe (queer.de berichtete). Eine deutsche Studie zeigte vergangenes Jahr auf, dass queere Menschen stark unter Minderheitenstress leiden (queer.de berichtete). (dk)

Kreisen deine Gedanken darum, dir das Leben zu nehmen?

Sprich mit anderen darüber.
Freund*innen oder Verwandte könnten gute Ansprechpartner*innen sein.

Wie in den USA ist auch in Deutschland die Telefonseelsorge anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern lauten: 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222. Für Kinder und Jugendliche gibt es auch die kostenlose "Nummer gegen Kummer" unter 116 111. In Österreich ist die Telefonseelsorge 24 Stunden am Tag unter 142 zu erreichen.


#1 Lucas3898Anonym
#2 SebiAnonym
  • 07.01.2022, 15:57h
  • Guter Song und tolles Video mit sehr wichtiger Botschaft.

    Selbst wenn es nur einem einzigen Menschen das Leben retten würde, wäre das schon Grund genug.

    Und es wirkt sogar doppelt:
    erstens sorgt jede Form von medialer Sichtbarkeit für mehr Akzeptanz. Und zweitens wird durch das Video die Hilfe-Nummer bekannter.

    Das ist Kunst, die wirklich etwas bewegt.

    Bravo.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Ach jaAnonym
#4 Lucas3898Anonym
  • 07.01.2022, 16:24h
  • Antwort auf #3 von Ach ja
  • In der Hoffnung, das Länder wie Polen, Ungarn oder Russland so ein Video dann nicht wegen angeblichem Schutz von Kindern sperren.

    Wobei ihre rechte Politik genau das Gegenteil macht.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 banksterAnonym