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Neu im Carlsen Verlag

Queere Pop-Magie: Bowie lebt in Graphic Novels weiter

David Bowie ist auch für Comic-Künstler*innen längst zur Ikone geworden. Der Deutsche Reinhard Kleist liefert nun das bislang eindrucksvollste Werk ab – es konzentriert sich auf ein Alter Ego des androgynen Popsängers.


1972 schuf David Bowie die Kunstfigur Ziggy Stardust, mit der er ein provokantes Spiel mit sexueller Identität und Geschlechterrollen zur Schau trug und damit den Grundstein für seine Karriere legte (Bild: Reinhard Kleist / Carlsen Verlag)

Nach Johnny Cash und Nick Cave, zwei für ihr schwarzes Düster-Image bekannten Musikern, hat sich einer der besten deutschen Comic-Zeichner nun den buntesten Vogel von allen vorgenommen. Und der Zeitpunkt der Veröffentlichung – kurz vor dem 75. Geburtstag des 2016 gestorbenen Pop-Magiers David Bowie am 8. Januar – könnte kaum passender sein für die neue Graphic Novel von Reinhard Kleist (51).

"Starman – David Bowie's Ziggy Stardust Years" (Amazon-Affiliate-Link ) schildert Aufstieg und Fall jener schrillen Kunstfigur, die den ehrgeizigen britischen Sänger Anfang der 1970er Jahre zum Weltstar machte. "Das visuelle Erscheinungsbild (…) war sicher einer der wichtigsten Gründe, warum ich mich an Bowie gemacht habe", sagte der vielfach ausgezeichnete Rheinländer Kleist über sein opulentes Werk, das mit dem Band "Low – David Bowie's Berlin Years" noch eine Fortsetzung finden soll.

Kleist: "Ich war sofort verknallt in Bowie"


Die Graphic Novel "Starman" ist Ende 2021 im Carlsen Verlag erschienen

Nicht nur der extravagante Look von "Ziggy Stardust", sondern auch die oft androgyne, mit Homo- und Bisexualität kokettierende Ausstrahlung des Musikers faszinierte Kleist. "Ich war sofort verknallt in Bowie", erzählte der Zeichner im Interview des Berliner "Tagesspiegels". "Ich habe gemerkt: Der ist anders. Ich bin auch anders. Man wusste irgendwie: Der macht auch was mit Männern."

Obwohl sich der "Starman"-Band auf die "Ziggy"-Jahre und einige der wichtigsten frühen Songs wie "Space Oddity" oder "Five Years" konzentriert: Kleist hat auch danach alle Phasen des Künstlers mitgemacht "und mal mehr und mal weniger gemocht – aber die Faszination für Bowie blieb die ganze Zeit".

Weitere Bücher über Bowie

Das Buch ist mit seinem markant-vielfältigen Zeichenstil und der starken Farbgebung von Kleist und Illustrator Thomas Gilke definitiv ein Hingucker – wenn auch kein Vorreiter. María Hesse und Fran Ruiz veröffentlichten schon vor einem Jahr die Bild-Biografie "Bowie. Ein illustriertes Leben" auf Deutsch . Sie fasste Bowies künstlerische Stationen zusammen: vom Durchbruch mit dem Album "David Bowie (Space Oddity)" von 1969 über seine verschiedenen Rollen in den 70ern bis zum monumentalen Abschiedswerk "Blackstar" von 2016.

Als Graphic Novel ging 2020 "Bowie: Sternenstaub, Strahlenkanonen und Tagträume" vom Pop-Art-Künstler Michael Allred, seiner Ehefrau Laura Allred und Steve Horton an den Start. Diese Comic-Biografie konzentrierte sich – wie jetzt Kleist – auf die knallbunte "Ziggy Stardust"-Phase und die Jahre drumherum. Und für Kinder kam 2019 "David Bowie: Little People, Big Dreams" von María Isabel Sánchez Vegara und Ana Albero auf Deutsch heraus.

Infos zum Buch

Reinhard Kleist: Starman – David Bowie's Ziggy Stardust Years. Graphic Novel. Vierfarbig. 176 Seiten. Carlsen Verlag. Hamburg 2021. Gebundene Ausgabe: 25 € (ISBN 978-3-551-79362-1)

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#1 Oliver_85Anonym
  • 09.01.2022, 12:05h
  • Bowie war selbst allerdings heterosexuell. Seine Masche, sich lange aus Imagegründen als bisexuell auszugeben, hat er in späteren Interviews als die größte Verfehlung seiner Karriere bezeichnet.

    Da sich aber Berichtigungen aber selten so gut verbreiten wie die ursprüngliche Falschnachricht, wäre das vllt im Artikel eine Erwähnung wert.
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#2 StaffelbergblickAnonym
  • 09.01.2022, 13:07h
  • Antwort auf #1 von Oliver_85
  • Ach diese Diskussion, ob er nun schwul, bi- oder hetero ... oder was auch immer. Zumindest war er während seiner Berliner Zeit häufiger Gast im "Anderen Ufer", einem der ersten Läden in Berlin, welches mit großen offenen Fenstern anders präsentierte, im Vergleich zu bestehenden Lokalitäten. Und dann ständiger Garderobenbesucher bei "Romy Haag". Hierzu gibt es reichlich Interviews mit Romy Haag.
    Aus der Frankreichphase der Rolling Stones, als diese dort ihre LP "Exile on Mainstreet" produzierten, wurden hin und wieder gerüchteweise sexuelle Kontakte mit Mick Jagger in die Welt gesetzt. Inwieweit diese definitiv stattfanden .. hierzu gibt es keine Statements und ausserdem dürften wohl alle nicht ganz ohne Dröhnung gewesen sein. Im Clip "Dancing in the Street" könnten gewisse homoerotische Nuancen gesehen werden. Aber wie gesagt ... es gibt keine offiziellen Auskünfte.
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#3 LothiAnonym
  • 09.01.2022, 15:39h
  • Antwort auf #2 von Staffelbergblick
  • Danke Dir innigst für diesen kleinen Beitrag. Hinzuzufügen ist vielleicht auch noch folgende Begebenheit. Als beide großen Scheiben des Cafés Anderes Ufer von homophoben Arschlöchern eingeschlagen wurden und das zum Feierabend gegen 1 Uhr morgens, kam Bowie laut Aussagen vom Besitzer und dem Personal ins Lokal und schaute sich die Bescherung an. Ging zurück in seine Wohnung gegenüber, kam zurück und soll angeblich 1000,- DM auf den Tresen gelegt haben. Für neue Scheiben sagte er. Und da ja nun alles OFFEN lag im Café, stellte man sich auf eine lange Nacht der Wache ein. Später soll Bowie sogar eins seiner selbstgemalten Bilder gezeigt haben. D.Bowie liebte die Atmosphäre im Schwulen Café. Ich selbst saß mal zwei Tische von ihm entfernt. Er war an diesem Tag very Britisch gekleidet. Mit Tweet Jacket und Mütze. Mein damaliger Liebhaber flippte völlig aus ihn aus solcher Nähe zu sehen.
    Iggy Pop kam hin und wieder auch ins Café. Meistens um zu Schnorren. Mit ihm habe ich morgens um 1 Uhr mal zusammen einen Feierabendjoint geraucht. Alles schon sehr, sehr lange her.
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#4 StaffelbergblickAnonym
  • 09.01.2022, 21:25h
  • Antwort auf #3 von Lothi
  • Ach da gibt es noch eine weitere Story zu Bowie. Ich hatte bis zu meinem Umzug in die Hauptstraße 136 ein Verhältnis mit einem Gleichaltrigen. Der hatte nebenbei in einem kleineren Hotel am Ku-Damm gearbeitet (brauchte immer "etwas Geld" weil er automässig bedürftig war). Und einem Sonntagmittag erzählte er mir, das er am Vortag mit seinem Hotel-Chef und David Bowie in Berlin unterwegs war um in verschiedenen Galerien Bilder zu kaufen. Er hatte sich dabei einen abgesabbert ...was mir auf den Senkel ging. Die Richtigkeit seiner Aussagen konnte ich dann am Montag in der BZ nachlesen. Das muss so im Zeitraum gewesen sein, als der Film "Schöner Gigolo" gedreht wurde.
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