Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?40854

Australien

Josh Cavallo von Fußballfans homofeindlich beschimpft

Der einzige offen schwule Spieler einer ersten Fußballliga beklagt queerfeindliche Beleidigungen im Stadion von Melbourne: "Es gibt keine Worte, um zu sagen, wie enttäuscht ich war."


Josh Cavallo ist mit seinem Coming-out zu einem Vorbild für viele geworden (Bild: joshua.cavallo / instagram)

Der australische Fußball-Profi Josh Cavallo hat nach einem Spiel in der australischen A-League homofeindliche Beschimpfungen gegen sich öffentlich gemacht. "Es gibt keine Worte, um zu sagen, wie enttäuscht ich war", schrieb der Abwehrspieler von Adelaide United nach dem 1:1 bei Melbourne Victory am Sonntag auf Instagram. Er werde nicht so tun, als ob er die Beleidigungen nicht gesehen oder gehört hätte, schrieb der 22-Jährige, der im Oktober seine Homosexualität öffentlich gemacht hatte.

Die australische A-League kündigte an, die Vorfälle während der Partie untersuchen zu wollen. "Es gibt keinen Platz für Mobbing, Belästigung oder Beschimpfungen im australischen Fußball und wir tolerieren dieses schädliche Verhalten nicht", hieß es in einer Stellungnahme.

Cavallo: "Hass wird niemals gewinnen"

Cavallo forderte die Gesellschaft auf Instagram zum Handeln auf. "Das sollte nicht akzeptabel sein und wir müssen mehr tun, um diese Menschen verantwortlich zu machen", schrieb der Fußballer. "Hass wird niemals gewinnen." Der Junioren-Nationalspieler Australiens ermutigte andere Menschen, die auch unter queerfeindlichen Beschimpfungen litten, die Köpfe oben zu halten und weiter an ihren Träumen festzuhalten. Instagram forderte er auf, mehr gegen Beleidigungen zu unternehmen.

Josh Cavallo hatte sich im Oktober 2021 in einem Video als schwul geoutet (queer.de berichtete). Er hoffe, damit andere Menschen und Fußballer zu ermutigen. "Es ist erstaunlich zu wissen, dass es derzeit keine schwulen Profifußballer gibt, die sich outen und aktiv spielen. Nicht nur in Australien, sondern auf der ganzen Welt", schrieb er. "Ich weiß, dass es andere Spieler gibt, die sich bisher noch nicht hervorgewagt haben. Ich möchte helfen, dies zu ändern." (cw/dpa)



#1 ClaasAnonym
  • 09.01.2022, 09:42h
  • Ich finde es gut, dass der Verband das untersucht und hoffentlich Gegenmaßnahmen erreicht. Hetzer haben im Sport nichts zu suchen.

    Es wäre aber sicher auch hilfreich, wenn sich noch mehr Sportler outen würden. Denn wenn in jeder Mannschaft auch ganz selbstverständlich Schwule dabei sind, gibt es auch kein Mobbing mehr.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 LothiAnonym
  • 09.01.2022, 10:29h
  • Antwort auf #1 von Claas
  • Ein Traum der bedauerlicherweise nicht wahr werden wird. Besonders bei all den Fußballfans nicht. Schon alleine in Deutschland sieht man es recht deutlich wer da die Mehrheit an Zuschauer*innen bildet. Josh Cavallo wünsche ich vor allem, das er weiterhin Stärke zeigt und die Nerven behält. Insbesondere für die Jugend.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 AtreusProfil
  • 09.01.2022, 12:15hSÜW
  • Ich stimme meinen Vorrednern gleichermaßen zu. Einerseits braucht es eine Strafe, die so drastisch ausfällt und bei ähnlichen Vorfällen stets auf dem Fuße folgt, dass die Hassmenschen entweder ihre Sprache verlieren oder ihren Sport, weil sonst die Spiele reihum abgebrochen werden, andererseits glaube ich nicht so recht daran, dass die Verantwortungsträger der bedeutsamen Ligen der westlichen Welt wirklich Interesse haben, ihren Sprechblasen und Regenbogenbildchen Inhalt und echte Taten folgen zu lassen. Denn das kostet etwas.

    Lieber Josh, du bist Vorbild, Vorreiter und Suizidprävention in Personalunion. Ich wünsche dir Kraft, Durchhaltevermögen, Rückhalt aus deiner Mannschaft und einen Menschen, der dich nach Spiel und Training in seine Arme schließt.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 ElimAnonym
  • 09.01.2022, 16:57h
  • Antwort auf #1 von Claas
  • So schön das klingt was du da schreibst - mittlerweile gibt es in jedem Proficlub und in sehr vielen Nationalmannschaften Menschen, die optisch nicht dem jeweils lokalen "Eingeborenenlook" entsprechen, und praktisch alle werden regelmäßig von Leuten, die sich für Fans halten rassistisch angegriffen und entmenschlicht. Offensichtlich reicht Gewöhnung nicht auf diesem Gebiet, warum sollte es bei queeren Spielern funktionieren?
  • Antworten » | Direktlink »
#5 KaiJAnonym
#6 lindener1966Profil
  • 09.01.2022, 21:41hHannover
  • Machen wir uns nichts vor. Fussball ist primär eine Abreagierungsmaschine für die unteren sozialen Schichten. Der andere Klub ist der Feind und muss vernichtet werden. Die ganze Veranstaltung ist ein Kriegsersatz und kein Kinderspiel. Eigentlich für diese "Fans" todernst. "Schwuchteln", "N...." oder vegane Bratwurst.... Geht für die gar nicht. Oder mit Ennis del Mar : "If you can't fix it you gotta stand it."
  • Antworten » | Direktlink »
#7 lindener1966Profil
  • 09.01.2022, 21:48hHannover
  • Das erinnert mich ein wenig an meinen naiven Wunsch in jungen Jahren Hand in Hand mit meinem Freund durch die Straßen zu laufen. Hat nicht so gut geklappt.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 naturalizeAnonym
  • 10.01.2022, 09:08h
  • Josh hat völlig recht, der Finger muss in die Wunde gelegt werden. Das asoziale Verhalten dieser Fans ist nicht zu dulden, egal welche soziale Schicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 naturalizeAnonym
  • 10.01.2022, 09:11h
  • Antwort auf #6 von lindener1966
  • Auch wenn es für manche zurückgebliebene Menschen nur gut und böse gibt und Homosexuelle zur "Achse des Bösen" gehören, muss man das noch lange nicht tolerieren. Auch Diamanten kann man schleifen, wenn es auch etwas Kraft und Ausdauer braucht.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 naturalizeAnonym
  • 10.01.2022, 09:16h
  • Antwort auf #7 von lindener1966
  • Mit meinem Freund bin ich Hand in Hand durch die Straßen gelaufen und mache es gelegentlich auch heute noch. Vielleicht nicht in einzelnen wenigen, speziellen Stadtvierteln/Gegenden.
    Sonst sehe ich aber keinen Grund, es nicht zu tun. Wenn es jemand nicht passt, soll er woanders hingehen/wegschauen. Blöde Kommentare gab es bisher nur seltenst, mag vielleicht auch an meiner Statur liegen (1,88m).
    Außerdem besteht für schwulenfeindliche Proletenheten ein Restrisiko, dass ich mich wehre und das weh tun kann.
  • Antworten » | Direktlink »