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Interview

Wie autobiografisch ist Ihr erster Film, Nicolas Maury?

Jetzt im Salzgeber Club: Mit "Die Rolle meines Lebens" über einen frustrierten schwulen Schauspieler, der zu seiner Mutter flieht, hat sich Nicolas Maury ("Call My Agent!") den Traum von der eigenen Regiearbeit erfüllt.


Nicolas Maury als ewiger Nachwuchsdarsteller Jérémie in "Die Rolle meines Lebens" (Bild: Salzgeber)
  • Von Patrick Heidmann
    11. Januar 2022, 10:23h, noch kein Kommentar

Mit einer kleinen Rolle in Patrice Chéreaus "Wer mich liebt, nimmt den Zug" begann Nicolas Maury 1998 seine Schauspielkarriere, es folgten Filme wie "Unruhestifter" von Philippe Garrel, die LGBTI-Komödie "Let My People Go" oder der queere Porno-Thriller "Messer im Herz" von Yann Gonzalez. Seit vier Staffeln gehört er außerdem zum Ensemble der gefeierten Comedy-Serie "Call My Agent!".

Mit "Die Rolle meines Lebens" (zu sehen im Salzgeber Club und ab 28. Januar 2022 auf DVD) hat sich der schwule Schauspieler nun den Traum von der ersten eigenen Regiearbeit erfüllt. Er spielt in seinem Film den schwulen Schauspieler Jérémie, dessen Karriere genauso in der Krise ist wie seine Beziehung zu Albert (Arnaud Valois aus "120 BPM"), weswegen er irgendwann aus Paris zurück zu seiner eigenwilligen Mutter (Nathalie Baye) flieht. Wir hatten anlässlich der ebenso exzentrischen wie charmanten Komödie die Gelegenheit, dem 41-Jährigen ein paar Fragen zu stellen.


Poster zum Film: "Die Rolle meines Lebens" läuft seit 6. Januar 2022 als Video on Demand im Salzgeber Club

Monsieur Maury, was veranlasste Sie dazu, nach 20 Jahren vor der Kamera mit "Die Rolle meines Lebens" Ihren ersten eigenen Film zu drehen? Gab es für Sie als schwulen Schauspieler zu wenig Rollen, die Sie interessierten?

Nein, ich war nicht frustriert in meinem Job, wenn Sie das meinen. Meine Freude daran, in anderer Leute Filme oder Serien mitzuspielen, ist unverändert groß. Aber über die Jahre wuchs in mir der Wunsch, mal eine eigene Geschichte zu erzählen. Die vielleicht ein bisschen anders ist als das, was man sonst zu sehen bekommt. Und auch ein wenig anders erzählt.

Ein paar Gemeinsamkeiten zwischen Ihnen und Ihrem Protagonisten Jérémie sind nicht zu übersehen. Wie autobiografisch wollten Sie Ihren Film anlegen?

Nicht zu 100 Prozent auf jeden Fall, so viel kann ich sagen. Sicherlich gibt es Ähnlichkeiten zwischen Jérémie und mir, nicht nur optischer Art. Aber trotzdem ist er eine Rolle und definitiv Fiktion. Er ist jemand, der sich selbst noch nicht gefunden hat. Dessen Leben erst noch wirklich Gestalt annehmen muss. Und ich bin derjenige, der ihn quasi dazu bringt. Der berühmte italienische Regisseur Nanni Moretti hat mal gesagt, es gäbe einen großen Unterschied zwischen einem persönlichen Film und einem autobiografischen. Das würde ich sofort unterschreiben. Und "Die Rolle meines Lebens" fällt für mich in erstere Kategorie.

Im Zentrum des Films steht neben dem Protagonisten auch seine Mutter...

Oh ja, und ich hätte den Film mit Fug und Recht auch "Bernadette" nennen können, so wichtig ist diese Mutter für die Geschichte. Und zwar gar nicht so sehr, weil es hier um die altbekannte Klischee-Beziehung zwischen einem jungen Schwulen und seiner Mutter geht. Sondern einfach, weil sie eine sehr eigenwillige Person ist, genauso speziell wie er. Dass das auch wirklich so herüberkommt, verdankt sich natürlich meiner tollen Kollegin Nathalie Baye, die ich am Set von "Call My Agent" kennen gelernt habe.

Es gibt im Film eine wunderbare Szene mit dem Achtzigerjahre-Song "Marilyn et John" von Vanessa Paradis. Hat dieses Lied für Sie eine besondere Bedeutung?

Oh, kennt man dieses Lied in Deutschland? Das freut mich ja besonders. Ich habe tatsächlich Vanessa und ihre Songs schon als Kind unglaublich geliebt. Sie war so frech und provokant und eine tolle Geschichtenerzählerin. Ich hatte sie als Poster an der Wand hängen, als Aufkleber in meinen Schulheften, das volle Programm. Dass ich sie viele Jahre später kennenlernen und gemeinsam mit ihr den Film "Messer im Herz" drehen durfte, ist bis heute geradezu unglaublich für mich. Ein wahr gewordener Traum. Deswegen wollte ich ihr in meinem Film die Ehre erweisen. Und gleichzeitig auch meiner Oma, von der ich den orangenen Plattenspieler geschenkt bekam, der nun in dieser Szene zu sehen ist.

Vimeo / Salzgeber Club | Trailer zum Film und Möglchkeit, ihn direkt anzuschauen
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Infos zum Film

Die Rolle meines Lebens. Drama. Frankreich 2020. Regie: Nicolas Maury. Darsteller*innen: Nicolas Maury, Nathalie Baye, Arnaud Valois, Théo Christine, Laure Calamy, Jean-Marc Barr. Laufzeit: 110 Minuten. Sprache: französische Originalversion mit deutschen Untertiteln. FSK 12. Verleih: Salzgeber. Seit 6. Januar 2022 als Video on Demand im Salzgeber Club

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