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Rede vor diplomatischem Corps

Papst warnt vor Cancel Culture "im Namen des Schutzes der Vielfalt"

Auch der Pontifex hat den Kampf gegen die vermeintliche Cancel Culture aufgenommen – und erklärt, dass "im Namen des Schutzes der Vielfalt" abweichende Meinungen bald nicht mehr geäußert werden könnten.


Der Papst stellt einen Widerspruch zwischen Vielfalt und Meinungsfreiheit her (Bild: ashwinv11 / unsplash)

Papst Franziskus hat am Montag beim Neujahrsempfang der beim Heiligen Stuhl akkreditierten Botschafter*innen vor Cancel Culture gewarnt. Der Pontifex nutzte dabei laut "Il Giornale" in seiner auf Italienisch gehaltenen Ansprache den insbesondere in der politischen Rechten beliebten Kampfbegriff auf Englisch. Der 85-Jährige behauptete, dass Cancel Culture angeblich im Namen der Vielfalt betrieben werde und die freie Meinungsäußerung einschränken solle.

Cancel Culture sei demnach eine immer weiter um sich greifende "Form von ideologischer Kolonialisierung", so der Papst weiter. "Im Namen des Schutzes der Vielfalt wird der Sinn für jede Art von Identität ausgelöscht, mit dem Risiko, dass die Positionen zum Schweigen gebracht werden, die eine respektvolle und ausgewogene Vorstellung von den verschiedenen Sensibilitäten vertreten. Man ist dabei, ein Einheitsdenken zu entwickeln, das dazu zwingt, die Geschichte zu leugnen." Beispiele für Cancel Culture nannte der Papst in dieser Rede nicht.

"Cancel Culture" und "Kolonialisierung" als Kampfworte gegen LGBTI-Rechte

Der ursprünglich in den USA geprägte Begriff Cancel Culture wird derzeit oft gegen LGBTI-Aktivist*innen verwendet, um queerfeindliche Praktiken zu rechtfertigen. In Australien plant die konservative Regierung etwa ein Gesetz gegen Cancel Culture, das katholischen Schulen beispielsweise erlauben würde, homosexuelle Lehrer*innen wegen ihrer sexuellen Orientierung zu feuern (queer.de berichtete).

Auch der vom Papst benutzte Begriff der "ideologischen Kolonialisierung" wird von katholischen Geistlichen gerne genutzt, um die Diskriminierung von sexuellen Minderheiten zu rechtfertigen. Der Papst benutzte den Begriff etwa mehrfach, um für die Beibehaltung des Ehe-Verbots für Schwule und Lesben zu werben. 2016 sagte er beispielsweise in Georgien: "Es gibt heute einen Weltkrieg, um die Ehe zu zerstören. Er wird nicht mit Waffen geführt, sondern durch ideologische Kolonisierung. Darum ist es wichtig, die Ehe vor diesen Kolonialisierungen zu verteidigen!" (queer.de berichtete). (dk)



#1 GlaumaxAnonym
  • 11.01.2022, 14:09h
  • also ich kann mit seiner Aussage überhaupt nichts anfangen; das ist alles sehr wirr - vielleicht geht es ja nur mir so.

    Mir kommt es vor, als wurden von ihm etliche Aussagen mehrfach verdreht und umgekehrt.

    "...wird der Sinn für jede Art von Identität ausgelöscht, mit dem Risiko, dass die Positionen zum Schweigen gebracht werden, die eine respektvolle und ausgewogene Vorstellung von den verschiedenen Sensibilitäten vertreten."

    ist dabei nicht das Gegenteil der Fall?
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#2 GirlygirlEhemaliges Profil
  • 11.01.2022, 14:50h
  • Antwort auf #1 von Glaumax
  • Er spielt höchstwahrscheinlich auf stark religiöse (oder speziell katholische) Menschen an, die aufgrund ihrer Bibel Interpretation gegen LGBTQ und Frauen Rechte sind. Dass wir das zurecht ablehnen und uns dafür einsetzen, dass diese Menschen sich ändern, empfindet er als Diskriminierung.
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#3 Ex-KatholikAnonym
  • 11.01.2022, 14:56h
  • Ausgerechnet der Vorsitzende des Vereins, der die Cancel-Culture quasi erfunden hat und Vielfalt (nicht nur) in seinem Verein ablehnt, äußert sich zu dem Thema und fühlt sich als Opfer.
    Schmeckt einem die eigene Medizin nicht?
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#4 anonymAnonym
#5 GlaumaxAnonym
  • 11.01.2022, 17:16h
  • Antwort auf #4 von anonym
  • als ich die ersten Sätze deines Link-Artikels las kam mir ein Satz in den Sinn den ich vor langer Zeit mal gehört habe, dass nämlich Einschränkungen die Kreativität fördern, man sollte sich davon nicht ins Boxhorn jagen lassen und sich mehr bemühen...
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#6 swimniAnonym
  • 11.01.2022, 18:06h
  • was papa anklagt betreibt sein laden seit 2000 jahren und zwar blutig, wenn es sein muss
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#7 dellbronx51069Anonym
#8 Pu244Anonym
  • 11.01.2022, 18:27h
  • Ausgerechnet der Papst macht sich für abweichende Meinungen stark. Schade dass Galileo Galilei das nicht mehr miterleben kann.

    Man kann sagen, was man will, aber war die Katholische Kirche nicht gut 1800 Jahre lang führend in Sachen Cancel Culture?
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#9 LegatProfil
  • 11.01.2022, 19:33hFrankfurt am Main
  • Für diesen Knilch dürfte das Internet mindestens genauso magisch sein, wie sein erfundener Hass-Gott und der will was über "Cancel Culture" wissen? Noch dazu, dass "Cancel Culture" eine reine Erfindung von Rechtsradikalen ist, die nicht existiert.
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#10 SchonAnonym
  • 11.01.2022, 19:45h
  • Ich denke das sind die Medikamente. Der Mann redet nur noch Quatsch. Neulich hat er kinderlose Paare kritisiert.
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