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Neue Richtlinie

Frankreich und Griechenland schaffen Blutspendeverbot für Schwule ab

In zwei weiteren EU-Ländern werden Spendewillige künftig nicht mehr nach ihrer sexuellen Orientierung befragt – anders als in Deutschland.


Nicht in wenigen Ländern gibt es noch Vorbehalte gegen das Blut von Männern, die Sex mit Männern haben (Bild: flickr / Banc de Sang i Teixits / by 2.0)

Auch sexuell aktive schwule und bisexuelle Männer dürfen in Frankreich künftig Blut spenden. "Wir beenden eine Ungerechtigkeit, die nicht mehr zu rechtfertigen war", schrieb Gesundheitsminister Olivier Véran am Dienstag auf Twitter. Derzeit können Männer nur dann Blut spenden, wenn sie in den vergangenen vier Monaten keinen gleichgeschlechtlichen Sex hatten. Diese Regelung soll zum 16. März aufgehoben werden.

Der Fragebogen, welcher vor der Spende ausgefüllt werden muss, soll laut Ministerium künftig keine spezifischen Kriterien und Fragen mehr enthalten zu Männern, die Sex mit Männern haben. Der Bogen zur Abfrage von Risiken soll zugleich unter anderem um Fragen zur Einnahme von präventiven Medikamenten vor oder nach einem HIV-Risikokontakt erweitert werden. Eine Blutspende wird nach der letzten Einnahme für vier Monate ausgeschlossen, hieß es vom Ministerium.

Ab 1983 durften Männer, die gleichgeschlechtlichen Sex hatten, nach Bedenken aus der frühen Phase der Aids-Krise pauschal kein Blut spenden. 2016 erlaubte Frankreich dann eine Blutspende für sexuell Abstinente.

Frankreich sei bei der Blutspende eines der ersten Länder, das die Frage der sexuellen Orientierung künftig nicht mehr berücksichtige, so Véran. Zugleich verwies der Minister auf einen umfangreichen Beratungsprozess mit wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Gruppen, um nicht nur zu einer diskriminierungsfreien Befragung und Spende zu kommen, sondern auch für die Sicherheit des Blutes zu sorgen. Eine Ungleichbehandlung sei in dem Gesetz nicht mehr notwendig gewesen.

"Im Jahr 2013 habe ich als Parlamentarier dieses Thema der Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und der fehlenden Grundlage angesprochen", so Véran. "Als Minister bin ich stolz darauf, dem ein Ende zu setzen. Im März werden alle Franzosen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, Blut spenden können. Das ist ein großer Fortschritt, den wir dank eines beispielhaften Dialogs mit allen Verbänden erreicht haben."

Auch Griechenland überarbeitet Richtlinien

Bereits am Montag hatte die griechische Regierung angekündigt, dass der Fragebogen zur Blutspende künftig nicht mehr nach homosexuellen Kontakten fragen werde. Zuvor hatte das Gesundheitsministerium das nationale Blut-Transfusions-Zentrum zu einer entsprechenden Überarbeitung der Richtlininen aufgefordert, die bereits seit 1977 – noch vor der Aids-Krise – schwule und bisexuelle Männer komplett von der Spende ausgeschlossen haben.

In Deutschland werden heterosexuelle und homosexuelle Spendewillige weiter unterschiedlich behandelt. Seit letztem Herbst gilt für letztere eine verkürzte Sex-Karenzzeit von zwölf auf vier Monate, auf die bei einem seit längerem monagam lebenden Paar verzichtet wird (queer.de berichtete). Auch trans Personen werden in den aktualisierten Fragebögen weiter gesondert erwähnt. (cw/dpa)