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USA

Trans Schwimmerin und trans Schwimmer treten gegeneinander an

Ein Unisport-Wettkampf sorgt für Aufregung unter all jenen, die trans Menschen grundsätzlich aus Sportevents ausschließen wollen.


Iszac Henig und Lia Thomas werden angefeindet, weil sie an der Universität Sport betreiben (Bild: Yale Athletics / Penn Athletics)

Das Aufeinandertreffen einer trans Sportlerin und eines trans Sportlers am Samstag in einer Unisport-Veranstaltung in Philadelphia sorgt in den US-Medien und weltweit für viel Beachtung: Trans Schwimmerin Lia Thomas von der Universität Pennsylvania und trans Schwimmer Iszac Henig von der Yale-Universität trafen im Freistil der Frauen über 100 Yard (91 Meter) aufeinander.

Henig, der sich letztes Jahr gegenüber dem Team geoutet hatte, trat bei den Frauen an, da er bislang keine Geschlechtsanpassung vollzogen hat. Er konnte das Rennen gewinnen, während Thomas den sechsten Platz belegte, berichtete unter anderem NBC News. Thomas konnte hingegen Freistil-Rennen über 200 und 500 Yard (183 Meter bzw. 457 Meter) gewinnen.

Hass gegen trans Sportler*innen

Insbesondere Thomas war in den letzten Monaten zum Hassobjekt vieler rechter Medien geworden, weil sie mehrere Erfolge feiern konnte. Der Unisport-Verband NCAA betonte jedoch, sie dürfe bei den Frauen antreten, da sie die geforderten Regeln für trans Athlet*innen erfülle. Diese schreiben unter anderem testosteronsenkende Medikamente für mindestens ein Jahr vor. Trotzdem wurde ihr in (sozialen) Medien vorgeworfen, wegen ihrer Geschlechtsidentität einen Vorteil zu haben, weil sie mehrere Bestleistungen brach. So schwamm sie kürzlich den Unisport-Rekord über die Strecke von 1.650 Yard (1,51 Kilometer) Freistil.

Direktlink | Bericht im Frühstücksfernsehen vor dem Wettkampf am Samstag
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Eine im "British Journal of Sports Medicine" veröffentlichte Studie kam vor gut einem Jahr zu dem Ergebnis, dass sich die sportliche Leistung von trans Frauen nach zwei Jahren mit denen von cis Frauen angleicht (queer.de berichtete). Der Studienautor erklärte damals, dass potenziell manche trans Frauen zeitweise geringe Vorteile gegen cis Athletinnen haben könnten, allerdings sei völlige Gleichheit im Leistungssport – unabhängig von der Geschlechtsidentität – unmöglich. So gebe es cis Frauen, die im Jugendalter hormonbedingt schmalere Hüften ausgebildet hätten, was sportliche Vorteile bringe. Diese Athletinnen dürfen aber ohne Sanktionen gegen Athletinnen mit breiteren Hüften antreten.

In der politischen Debatte gibt es insbesondere in den USA derzeit eine transphobe Welle: Die Republikanische Partei bezeichnet in der Opposition etwa Transrechte als Angriff auf Frauenrechte (queer.de berichtete). Um von der transphoben Atmosphäre zu profitieren, werden in mehreren Bundesstaaten gegen trans Menschen gerichtete Gesetze beschlossen, etwa in Texas (queer.de berichtete). In sozialen Netzwerken wird außerdem die Verschwörungstheorie verbreitet, dass viele trans Frauen nur eine Geschlechtsanpassung durchführten, um sich sportliche Vorteile zu verschaffen.

Auch in Deutschland gibt es Vorbehalte gegen trans Menschen. So sind laut einer aktuellen Umfrage 52 Prozent der Bundesbürger*innen der Auffassung, dass trans Menschen in Deutschland ausreichend oder sogar zu viele Rechte hätten (queer.de berichtete). Insbesondere die rechtspopulistische AfD versucht, diese Stimmung etwa mit Kritik an "Trans-Lobbyismus" auszunutzen (queer.de berichtete). Auch das russische Propagandaportal "RT Deutsch" heizt die Atmosphäre gegen trans Menschen weiter an – unter einem Bericht über Lia Thomas und Iszac Henig lassen etwa Menschen ihrem Hass mit Kommentaren wie "perverser menschlicher Abfall" freien Lauf. (dk)


Bei "Russia Today" ist der Hass auf queere Menschen Mainstream (Bild: Screenshot de.rt.com)