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"Keine einfache Sachbeschädigung"
Queerfeindlicher Vandalismus auch in Köln
Nicht nur die Mainzer Stele gegen Queerfeindlichkeit wurde verschandelt. Betroffen ist auch das Kölner Mahnmal für die queeren Opfer des Nationalsozialismus.

Das Kölner Mahnmal für die queeren Opfer des Nationalsozialismus mit Parolen und Symbolen beschmiert und verschandelt (Bild: Zauberflöten)
- 15. Januar 2022, 05:58h 3 Min.
Unbekannte Personen haben das Kölner Mahnmal für die queeren Opfer des Nationalsozialismus mit Parolen und Symbolen beschmiert und verschandelt. Darüber informierten am Freitagabend das Queere Netzwerk NRW und der schwule Chor Zauberflöten. Erst am Donnerstag war die Mainzer Stele gegen Queerfeindlichkeit mit zwei Hakenkreuzen verunstaltet worden (queer.de berichtete).
Das Kölner Mahnmal besteht seit 1995 in Form eines rosa Winkels, das in unmittelbarer Nähe zur Hohenzollernbrücke an diejenigen Mitglieder der queeren Communitys erinnert, die in der Zeit des Nationalsozialismus kriminalisiert, verfolgt und getötet wurden. Gleichzeitig steht das Mahnmal in seiner Wiederaneignung des Symbols für Stärke und Überlebenskraft queerer Menschen. Aufgrund der Schmierereien am Mahnmal wurde bereits Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Die Stadtverwaltung ist über den Vandalismus informiert und sagte eine zeitnahe Reinigung des Gedenksteins zu.
"Das ist ein Zeichen von Queerfeindlichkeit"
"Wir sind schockiert über die Schändung", erklärte Thiemo Burghof-Parkin, erster Vorsitzender der Zauberflöten. In ihrer Rolle als Paten sorgen die Mitglieder des schwulen Chors für Pflege und würdevollen Umgang mit dem Gedenkstein und dokumentierten die Beschädigung. Einen Ort mit so hoher emotionaler Bedeutung zu verschandeln, sei "mehr als bloße Sachbeschädigung", so Burghof-Parkin. "Das ist ein Zeichen von Queerfeindlichkeit. Es zeugt von einer menschenfeindlichen Haltung, in der Minderheiten und vermeintlichen Randgruppen der Respekt abgesprochen und ihre historische Verfolgung verharmlost wird."

Das Mahnmal 2017 bei einer Kundgebung zur Rehabilitierung verfolgter Personen nach §175 (Bild: nb)
Gemeinsam mit den Paten des Mahnmals fordert das Queere Netzwerk NRW eine klare Haltung gegen derartige Einstellungen. "Diskriminierung und Hass dürfen in unserer Gesellschaft nirgends akzeptabel sein. Nicht als sprachliche Anfeindung, nicht als Sachbeschädigung und nicht in Form von körperlicher Gewalt", bekräftigte Lilith Raza, Vorstandsmitglied des Queeren Netzwerks. Stattdessen sei es wichtig, sich mit den Opfern von Diskriminierung und Gewalt solidarisch zu zeigen, ihre Communitys zu stärken und aktiv gegen Diskriminierung einzutreten.
Konsequente Antidiskriminierungspolitik gefordert
Der Vorfall zeige auch, wie wichtig es sei, an die Verfolgung und Kriminalisierung queerer Menschen zu erinnern, ergänzte Neo Argiropoulos, ebenfalls Mitglied im Vorstand des Queeren Netzwerks. "Diese Geschichte wirkt fort, und queerfeindliches Gedankengut ist alles andere als ein Relikt der Vergangenheit. Wir fordern darum konsequente Antidiskriminierungspolitik auf allen Ebenen, auch und insbesondere im Grundgesetz, in dem der Schutz queerer Menschen noch immer nicht verankert ist."

(Bild: Zauberflöten)
In einer Pressemitteilung zeigte sich auch die NRWSPDqueer entsetzt über den Vorfall. "Wer zum feigen Vandalismus greift, der greift unsere offene und vielfältige Gesellschaft an", erklärte der Landesvorsitzende Fabian Spies. "Die Schmierereien und Beschädigungen stehen für geschichtsvergessene Verharmlosung queerfeindlicher Verfolgung und für eine menschenfeindliche Ideologie."
Gedenkveranstaltung am 27. Januar
Um das Andenken an die queeren Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten, findet am Kölner Mahnmal jährlich anlässlich des Holocaust-Gedenktags am 27. Januar eine Gedenkveranstaltung statt. Gastgeber*innen sind die Landesarbeitsgemeinschaft Lesben in NRW, der Lesben- und Schwulenverband NRW, das Netzwerk Geschlechtliche Vielfalt Trans* NRW und das Queere Netzwerk NRW sowie die Arcus-Stiftung. Um den Pandemie-Bedingungen gerecht zu werden, wird kurzfristig bekannt gegeben, ob die Veranstaltung in diesem Jahr um 17 Uhr online, hybrid oder in Präsenz stattfinden kann. (cw)














Der Rest des Hoffenden in mir würde schreiben, dass er langsam die Lust verliert, diese Attacken als Einzelfälle vor Ort und Ausdruck einer kleinen, radikalen Minderheit anzuerkennen und ihm der Glaube zunehmend abhanden kommt, dass der weltweite Backlash nur ein Hirngespinst und die Übertreibung seines Schulternachbarn, des Pessimisten ist.
Der Pessimist in mir zitiert zur Andacht an den Hoffenden gewandt die Worte von Miss Sloane: Als zynisch bezeichnen Zwangsoptimisten die Absenz jener Naivität, die sie selbst so eifrig zur Schau stellen.