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Interview

"Queersein ist schon ein Kulturgut für sich"

Ex-"Prince Charming"-Kandidat Robin Solf ist neuer Co-Host des MDR-Podcasts Sputnik Pride. Wir sprachen mit dem 24-Jährigen über seine Themen, queere Vorbilder und seine Premieren-Folge mit Lou Schaaf.


Robin Solf: "Ich bin eine alte Ostmaus" (Bild: Hagen Wolf / MDR Sputnik)

Das Team des queeren MDR-Podcasts Sputnik Pride wird ab sofort um einen neuen Host erweitert: Im Wechsel mit Kai Witvrouwen ist Robin Solf jetzt alle zwei Wochen zu hören.

Solf ist schon länger als Podcaster, Musiker, Partyveranstalter und -moderator in der Community prominent. Einem breiteren Publikum wurde er durch seine Teilnahme an der Datingshow "Prince Charming" bekannt, in der er es als Kandidat bis ins Finale schaffte.

Für seine erste Folge hat sich Robin Solf die "Princess Charming"-Gewinnerin Lou Schaaf eingeladen. Gemeinsam sprechen sie u.a. über Erfahrungen in der Datingshow, Sichtbarkeit lesbischer Frauen und Straight Passing.

Mehr über seine Premiere bei Sputnik Pride erzählt Solf im Interview.

Wie würdest du dich selbst beschreiben?

Ich würde schon sagen, ich bin eine alte Ostmaus. Ich bin zwar erst 24 Jahre alt, aber im Osten groß geworden. Und ich glaube, wenn man jetzt ein Bild vom typischen Ostler im Kopf hat, erfülle ich das nicht. Denn ich bin in wild gewordenen, sehr freizügigen Klamotten unterwegs und bin halt "as queer as can be". Also ich schrei das wirklich sehr laut nach draußen.

Was kann man als Host von Sputnik Pride von dir erwarten?

Wenn ihr mich bei Sputnik Pride hört, bekommt ihr immer ein bisschen Humor, alles mit ein bisschen Augenzwinkern. Ihr bekommt auch aufklärerische und wichtige Themen, aber wir möchten euch das nicht einfach hinknallen, ihr sollt nur streng zuhören und danach alles einhalten. Sondern wir machen das spielerisch, haben viel Spaß und lernen dabei auch was.

Was ist dir als Host besonders wichtig?

Als ich groß geworden bin, gab es nicht so wahnsinnig viele queere Repräsentationen beziehungsweise Vorbilder. Und ich hätte mir damals als Jugendlicher gewünscht, dass es mehr Leute gegeben hätte, die nach außen zeigen, wie sie sind und vor allem auch wie queer sie sind. Denn es ist wahnsinnig toll, das muss ich jetzt für alle da draußen, die es nicht wissen, einmal so sagen. Und ich mache meinen eigenen Podcast und jetzt auch den Pride-Podcast, weil ich dieses Thema den Leuten, die es immer noch nicht verstanden haben, wirklich ins Gesicht reiben möchte. Ganz einfach.

Warum sind queere Podcasts wichtig?

Ich glaube, ich bin einfach ein Kind, das aus der queeren Community entstanden ist. Und ich muss sagen, es ist ja inzwischen so weit, dass Queersein schon ein Kulturgut für sich ist. Ich ziehe so viel Kraft daraus, ob es jetzt meine Klamotten sind oder etwas anderes. Weshalb es mir auch wichtig ist, Teil der Community zu sein und vor allem diese auch nach außen zu vertreten. Ich bin ja eine alte Podcastmaus, und mein Podcast "GAG" mit der guten Miss Ivanka T. ist wirklich ein Kaffeeklatsch, den man sich nicht entgehen lassen möchte.

Wie siehst du "Prince Charming" heute?

Der ein oder andere hat mich vielleicht schon bei der dritten Staffel von "Prince Charming" gesehen. Ich bin dort ein glücklicher Zweitplatzierter geworden – ich wurde im Finale versetzt, muss man jetzt dazu sagen. Ich hatte dort eine wahnsinnig krasse nervenaufreibende Zeit. Wer noch Genaueres dazu wissen will, der muss unbedingt unseren Podcast einschalten, denn dort habe ich alles erzählt, was es darüber zu wissen gibt.



#1 AtreusProfil
  • 15.01.2022, 11:58hSÜW
  • Wenn ich die Einlassung über das Kulturgut lese, habe ich weniger "ein Bild vom typischen Ostler im Kopf" als vielmehr "ein Bild von zuviel Obstler". Queer geboren worden zu sein ist noch keine Lebensleistung, das Überleben in einer heteronormativen Welt, die täglich ihr Bestes gibt um dich zu einem der ihren zu machen, schon, allerdings bringe ich Unterdrückung, Diskriminierung und Assimilierungsabwehr nicht mit dem Begriff Kultur in Verbindung, so wie ich ihn verstehe. Sollte man(n) allerdings die eigene Existenz ausschließlich mit seinem Queersein beschreiben, verstehe ich, dass man dem Gedanken erliegen kann etwas Besonderes zu sein. Mein Dasein besteht jedenfalls aus mehr als meiner Sexualität und Abgrenzung.
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#2 AlexAnonym
  • 15.01.2022, 19:00h
  • Mich hat ehrlich gesagt beim Hören ziemlich irritiert (und zunehmend genervt), dass Solf als Moderator mehr geredet hat als sein Gast. Mein Tip: Man kann Fragen ohne mehrminütig ausufernde Selbstauskunft direkt an den Gast stellen. Dann hat der nämlich sogar Zeit zum Antworten.
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#3 StimmeAnonym
#4 RuntAnonym
  • 16.01.2022, 23:05h
  • Antwort auf #1 von Atreus
  • "Queer geboren worden zu sein ist noch keine Lebensleistung, das Überleben in einer heteronormativen Welt, ... schon"

    Es gibt fast so viele Definitionen von Queersein, wie es queere Menschen gibt. Queersein ist nicht immer und für jeden primär ein Überlebens- oder Abwehrkampf. Es gibt auch den Pride-Aspekt und der muss sich nicht immer gegen jemanden oder etwas bedrohliches richten. Pride kann auch ein Ausdruck von Freude sein. Wer Glück hat, kann in einem mehrheitlich akzeptierenden Umfeld heute durchaus auch positiv sein So-sein als etwas Schönes und Besonderes zum Ausdruck bringen, dass nicht nur von der eigenen Community wertgeschätzt wird und seinen festen Platz in einer diversen Gesellschaft hat.

    "allerdings bringe ich Unterdrückung, Diskriminierung und Assimilierungsabwehr nicht mit dem Begriff Kultur in Verbindung,"

    Auch wenn Du vielleicht eher den (selbstverständlich absolut notwendigen) gegen Unterdrückung und Diskriminierung ins Zentrum d(ein)es öffentlichen Queerseins stellst: Der Kampf um Selbstbehauptung bringt auch Kulturleistungen hervor: Mit fällt der Capoeira-Sport ein, oder der Rap u.v.m.
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