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Heimkino

Wenn der demente Vater ein homophobes Arschloch ist

Viggo Mortensens sehr persönliches und aufwühlendes Vater-Sohn-Drama und Regiedebüt "Falling" über das Trauma von Ablehnung und enttäuschter Liebe ist jetzt auf DVD und digital erschienen.


John (Viggo Mortensen, l.) wird von seinem Vater Willis (Lance Henriksen) immer wieder als "Schwuchtel" beschimpft (Bild: Prokino)

"Der Herr der Ringe"-Star Viggo Mortensen hat mit seiner Sensibilität und Intensität vor der Kamera schon oft beeindruckt. Dreimal war der dänisch-amerikanische Schauspieler für einen Oscar nominiert ("Tödliche Versprechen – Eastern Promises", "Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück", "Green Book – Eine besondere Freundschaft") – im vergangenen Jahr gab er als Regisseur ein bewegendes, starkes Debüt. Jetzt ist "Falling" auf DVD (Amazon-Affiliate-Link ) und digital (Amazon-Affiliate-Link ) erschienen.

Bewegendes Vater-Sohn-Drama


"Falling" ist in englischer Original- und deutscher Synchronfassung auf DVD erschienen

Das Vater-Sohn-Drama, in dem der 62-Jährige auch eine Hauptrolle spielt, ist schwerer, aufwühlender Stoff. Als Regisseur und Drehbuchautor führt Mortensen schonungslos die Auswirkungen von Demenz und das Drama einer zerrütteten Familie vor Augen. Er selbst spielt den schwulen Piloten John, der mit seinem Partner Eric und der gemeinsamen Adoptivtochter in Los Angeles wohnt. Sein greiser, verwitweter Vater Willis (Lance Henriksen) kann nicht länger alleine auf seiner Farm leben. John will ihn nach Kalifornien holen, doch schon auf dem Flug wird der verbitterte Mann mit Hasstiraden ausfällig.

Seinen Sohn beschimpft er als "Schwuchtel" und "Hurensohn" – und das ist noch harmlos. Rückblenden zeigen Willis als strengen jungen Vater, gespielt von dem Schweden Sverrir Gudnason ("Borg/McEnroe"), der den zarten, kleinen John Enten schießen lässt, um ihn früh abzuhärten. Seine Härte und Jähzorn sind kaum zu ertragen, die Mutter läuft mit John und dessen kleiner Schwester Sarah davon.

Explosive Szenen und zärtliche Momente


Johns Vater Willis bleibt auch im Alter unausstehlich (Bild: Prokino)

Laura Linney spielt die erwachsene Sarah, die ihre Abneigung für den liebesunfähigen Vater kaum verbergen kann. John kümmert sich dagegen geduldig und fürsorglich, als müsse er sich als "besserer" Vater beweisen, doch dabei gerät er immer mehr an seine Grenzen. Zwischen explosiven Szenen, die schwer zu ertragen sind, gibt es aber auch zärtliche Momente, die genauso nahe gehen. Mortensen und der 81-jährige Henriksen ("Terminator", "Aliens") berühren als komplexes Vater-Sohn-Duo, wie man es auf der Leinwand lange nicht gesehen hat.

Mortensen, der auch die Musik für "Falling" schrieb und das feinfühlige Drama mit produzierte, wurde von seiner Familiengeschichte inspiriert. Der eigene, dominante Vater verließ die Familie, als er elf Jahre alt war, erzählt Mortensen in den Pressenotizen. Beide Eltern und andere Familienmitglieder erkrankten an Demenz. Er habe dies aus nächster Nähe miterlebt. Es ist zwar kein autobiografischer Film, aber "Falling" könnte kaum persönlicher und aufwühlender sein und das Trauma von Ablehnung und enttäuschter Liebe aufzeigen. (cw/dpa)

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Infos zum Film

Falling. Drama. Kanada, Großbritannien, Dänemark 2020. Regie: Viggo Mortensen. Darsteller*innen: Viggo Mortensen, Lance Henriksen, Laura Linney, Sverrir Gudnason, Grady McKenzie. Laufzeit: 112 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung, englische Originalfassung, Untertitel: Deutsch, Englisch (optional). FSK 12. EuroVideo Medien

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Galerie:
Falling
28 Bilder


#1 klare kanteAnonym
  • 17.01.2022, 09:17h
  • "Wenn der demente Vater ein homophobes Arschloch ist" ...

    ... bricht man jedweden kontakt ab, aus selbstachtung und selbstschutz.

    schließlich ist der vater ja nicht durch die demenz zum homophoben arschloch geworden, sondern war es schon vorher.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 naturalizeAnonym