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Fußball

Homohass im Stadion: Mexiko greift jetzt durch

Der mexikanische Fußballverband droht queerfeindlichen Fans mit fünf Jahren Stadionverbot: "Wir können diskriminierende Handlungen nicht akzeptieren."


Symbolbild mit mußmaßlich friedlichen Mexiko-Fans (Bild: Federación Mexicana de Fútbol)

Im Kampf gegen homofeindliche Parolen von Fans droht der mexikanische Fußballverband ausfälligen Fans mit fünf Jahren Stadionverbot für Partien der Nationalmannschaft. Damit versucht der Verband weiteren Strafen durch die FIFA zu entgehen, die zuletzt im November eine Geldbuße von 100.000 Schweizer Franken (94.700 Euro) verhängt und zwei Spiele vor leeren Rängen angeordnet hatte (queer.de berichtete).

"Wir können diskriminierende Handlungen nicht akzeptieren. Wir können nicht in leeren Stadien spielen. Wir laden unsere Fans dazu ein, diesen Maßnahmen Folge zu leisten", sagte Verbandspräsident Yon de Luisa nach Angaben der US-Nachrichtenagentur AP am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Erstmals sollen die Maßnahmen bei den Heimspielen Mexikos gegen Costa Rica am 30. Januar sowie gegen Panama am 2. Februar eingesetzt werden.

Schon mindestens 15 Mal für homophobe Rufe bestraft

Neben weiteren Dachverbänden hat allein die FIFA Mexiko in den letzten sechs Jahren mindestens 15 Mal für Spiele bestraft, in denen Fans homophobe Sprechgesänge von sich gaben – in der Regel riefen sie, oft zum Torabstoß, "Puto" in Richtung des gegnerischen Torwarts. Der Begriff kann mit "Schwuchtel" oder "Stricher" übersetzt werden. Damit derartige Pöbeleien leichter verfolgt werden können, müssen Ticketkäufer*innen künftig ihre persönlichen Daten hinterlegen und einen QR-Code sowie ihren Ausweis beim Eintritt ins Stadion vorzeigen.

Direktlink | Lauter Gruppen-"Puto"-Ruf mexikanischer Fans bei der WM 2014
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Auch andere Fußballverbände Südamerikas waren in den letzten Jahren wegen entsprechender Fanrufe sanktioniert worden. Der mexikanische Verband stellten die homophoben Beleidigungen lange als harmlose Tradition und Teil der Fußballkultur dar, hatte in den letzten Jahren aber sein eigenes Regelwerk angepasst, um mit Sanktionen gegen sie vorgehen zu können. 2019 startete man eine Kampagne an die eigenen Fans (queer.de berichtete). (dpa/cw)



#1 AtreusProfil
  • 19.01.2022, 11:26hSÜW
  • Eindrucksvoller lässt sich das lustlose und halbgare Engagement der FIFA gegen strukturellen Menschenhass in Form von homophober Hasssprache und Diskriminierung kaum darstellen, als nach einer eindrucksvollen Kaskade von über einem Dutzend Fällen totalen Fan-, Club- und Verbandsversagens, die lächerlich geringe Strafe von 94.700 Euro zu verhängen, die jeder Spitzenverein und -verband aus der Portokasse zahlt.

    Warum Mexiko erst nach 15 von verbaler Hassgewalt geprägten Spielen ankündigt, Gegenmaßnahmen einleiten zu wollen, erschließt sich dem gesunden Menschenverstand ebenfalls nicht. Insgesamt ein weiteres Dokument einer ganzen Reihe von Totalversagen und Doppelmoral innerhalb des Fussball. Ein Trauerspiel.
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#2 Christine von früherAnonym