Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?40934

"Es ist schwierig"

Michael Phelps vergleicht Transidentität im Sport mit Doping

Der erfolgreichste Olympionike aller Zeiten sorgt mit einem Vergleich für Aufregung, den trans Menschen als diskriminierend empfinden.


Michael Phelps im CNN-Interview mit Moderatorin Christiane Amampour (Bild: Screenshot CNN)

Der amerikanische Schwimmer Michael Phelps hat vergangene Woche in einem Fernsehinterview auf CNN International die Teilnahme einer trans Schwimmerin bei einem Wettkampf im Universitätssport mit der Teilnahme einer gedopten Athletin gleichgesetzt.

Von Moderatorin Christiane Amanpour auf die trans Schwimmerin Lia Thomas angesprochen, sagte Phelps: "Ich kann vom Standpunkt des Dopings sprechen. Ich denke nicht, dass ich meine gesamte Karriere in einem sauberen Feld angetreten bin", so der 36-Jährige mit dem Spitznamen "Flying Fish". "Es muss gleiche Wettbewerbsbedingungen geben, dass brauchen wir meiner Meinung nach alle." Er wisse nicht, wie es in dieser Frage weitergehen solle. "Ich glaube, dass wir uns alle in unserer Haut wohlfühlen sollten", erklärte Phelps zwar, aber: "Es ist schwierig."

Twitter / amanpour
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Die Interviewaussage des ehemaligen Spitzensportlers stieß bei manchen in sozialen Netzwerken auf Kritik. Es belebe das in den USA kursierende Klischee, dass trans Menschen ihre Transidentität nur vorspielten oder gezielt nutzten, um Vorteile zu erhalten, erklärte eine Twitter-Nutzerin. Außerdem, so ein anderer, sei der genetisch bedingte Körperbau von Phelps ebenfalls ein Wettbewerbsvorteil. So berichteten Medien etwa darüber, dass Phelps für eine 50-Meter-Bahn wegen seiner Arm-Spannweite von 2,04 Metern nur 26 Züge braucht, während seine Konkurrenz 30 Mal kraulen muss. Zudem habe er mit einer Schuhgröße von 47½ Vorteile – seine Füße bezeichnete der Athlet selbst als "Flossen". Sein Oberkörper ist zudem ungewöhnlich lang, was ihm ebenfalls Vorteile verschafft, die nicht auf seinem schwimmerischen Können beruhen.

Die angesprochene trans Schwimmerin Lia Thomas schwimmt bislang nicht im Profi-Sport, sondern bei Veranstaltungen des Amateurverbandes im Universitätssport (NCAA). Derartige Sportevents unter Studierenden haben in den USA einen weit höheren Stellenwert als vergleichbare Uni-Veranstaltungen in Deutschland. Die 22-Jährige war in den letzten Monaten zum Hassobjekt vieler rechter Medien geworden, weil sie mehrere Erfolge feiern konnte (queer.de berichtete). Sie erfüllt dabei alle NCAA-Voraussetzungen für trans Sportlerinnen – diese verlangen unter anderem testosteronsenkende Medikamente für mindestens ein Jahr. Insbesondere in rechten Medien wird jedoch gefordert, ihr die Teilnahme an Unisport-Events wegen ihrer Geschlechtsidentität zu untersagen.

Michael Phelps ist der mit weiten Abstand erfolgreichste Teilnehmer bei Olympischen Spielen. Er gewann zwischen 2004 und 2016 insgesamt 28 Olympische Medaillen, darunter 23 in Gold. Die zweitplatzierte Turnerin Larissa Latynina aus der Sowjetunion konnte gerade mal neun Goldmedaillen gewinnen. (dk)

Direktlink | Die erste olympische Goldmedaille von Michael Phelps
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe



#1 HexeAnonym
  • 19.01.2022, 15:36h
  • Oh verdammt! Die Konservativen sind uns auf die schliche gekommen!
    Es stimmt einfach: Transmenschen sind Cismenschen in allen Dingen überlegen.
    Wir sind nicht nur schöner und intelligenter, wir sind auch körperlich hundert mal stärker als diese kümmerlichen Normalsterblichen.

    Und alles nur weil wir irgendwann mal mit dem helligen Superkraftmittel Testersteron in Kontakt kamen, der unglaubliche Stoff aus dem die großen Männer entstanden sind. Nur eine winzige Berührung damit macht, dass man für ewig steinharte knochen und überlegene Muskeln aufbaut.

    Unsere Konspiration ist aufgeflogen.
    Jetzt gilt es weiteren Schaden zu vermeiden.
    Nicht das sie noch herausfinden das wir in Wahrheit Überbleibsel eines Forschungsprojekt der CIA sind, in dem es darum ging Supersoldaten zu klonen.

    Schnell zurück in unser geheimes Hauptquartier: J.K Rowlings Badezimmer!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 qwertzuiopüAnonym
  • 19.01.2022, 17:34h
  • Antwort auf #1 von Hexe
  • Der Vergleich mit Doping ist echt mies, weil er Transmenschen in die Nähe von versätzlichem Betrug rückt.

    Davon mal abgesehen versteht aber glaube ich schon jeder, was er damit meint, dass die Sache schwierig sei:
    Alle Transfrauen, die ich kenne, sind tatsächlich ziemlich muskulös und groß für eine Frau. (wodurch sie nebenbei gesagt auch immer wieder sehr attraktiv auf Typen wirken :D)

    Meine Meinung: Wenn die Queercommunity einfach so tut, als gäbe es dadurch im Sport kein Fairnessproblem, tut sie sich damit keinen Gefallen, das wäre den Kopf in den Sand zu stecken. Dann bleibt die Deutungshoheit automatisch bei den Typen, die Trans als Doping sehen wollen.
    Wie eine Lösung aussehen könnte, da habe ich selbst gerade wenig Ideen, aber die Transcommunity sollte mitreden, damit eine faire Lösung gefunden wird.

    Ein Ansatz:
    Wenn die Trennung nach Geschlechtern beim Sport dazu dient, unfaire Vorteile zu verhindern, wäre es auch möglich, in Zukunft nicht nach Geschlecht zu trennen, sondern nach der Gewicht oder Leistungsfähigkeit des Körpers. So wie im Boxen in etwa, mit unterschiedlichen Gewichtsklassen. Dann könnten etwa ein kleiner Mann, eine von Natur aus kräftige Cisfrau und eine Transfrau in der selben Kategorie antreten.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 LothiAnonym
#4 HexeAnonym
#5 HexeAnonym
#6 DreddAnonym
#7 qwertzuiopüAnonym
  • 19.01.2022, 20:39h
  • Antwort auf #5 von Hexe
  • das war ja gerade ein Beispiel für meine Idee, du müsstest also eigentlich einfach nur den ganzen Absatz nochmal lesen, um es zu verstehen. aber vielleicht war es auch unklar ausgedrückt :)

    Ich meinte damit nicht, dass alle kleinen Männer, Trans- und Cisfrauen dann zusammen antreten, sondern dass dann - auch, beispielsweise - möglich wäre, dass irgendein Mann, irgendeine Transfrau, irgendeine Cisfrau in der gleichen Kategorie landen.
    Die Idee dazu nochmal:
    Ich meinte, dass wir Geschlecht als Kategorisierung der Klassen einfach aufgeben könnten und stattdessen nach anderen Kategorien vorgehen. Zum Beispiel ähnliche körperliche Voraussetzungen, (die auch durch Training nicht veränderbar sind).
  • Antworten » | Direktlink »
#8 HexeAnonym
  • 19.01.2022, 21:13h
  • Antwort auf #7 von qwertzuiopü
  • Naja das wird ziemlich schwer. Wie gesagt, Transmenschen sind allen anderen überlegen.
    Egal ob Transfrau oder Transmann.
    Wir sind superior und im Grunde ist das ja der Grund warum seit Jahren Artikel gepostet werden, wo Cismenschen jammern wie superior wir sind.
    Wir sollten es einfach einsehen, bei Cissport werden einfach nicht die selben Leistungen gebracht wie wenn Superiortranspeople antreten.
    Ich denke man sollte daher für Cismenschen eine eigene Kategorie einführen. Wo sie unter ihres Gleichen bleiben und eben weniger Leistung bringen können ohne sich unterlegen fühlen zu müssen.
    Das ist glaube ich eine faire Lösung.
    Allerdings müsste man natürlich regelmäßig Blut abnehmen bei Cismenschen, nicht das ihr Testersterongehalt höher als der einer durchschnittlichen Transfrau ist.
    Denn das wäre dann ja Doping.

    Was den Schwimmer im Text angeht, ich hätte ihn bei seinen großen Füßen gar nicht antreten lassen. Das war ein unfairer Vorteil und da hätte man Fairerweise vorher die Zehen abschneiden müssen, damit auch alle die gleichen Chancen haben. Das selbe gilt übrigens für seine atypische Armlänge.

    Da er ja so bemüht um Fairness ist, kann er das ja im Nachhinein machen.

    Als gutes Vorbild und damit alle sehen er meint es mit der Fairness ernst.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 audeasAnonym
  • 20.01.2022, 09:21h
  • Trans Menschen "empfinden" es nicht als Diskriminierung, es IST Diskriminierung. Dieses Framing als Abstellen von Befindlichkeiten befeuert nur das Narrativ, trans Menschen seien nur zu empfindlich und alles sei doch okay und gut ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 HugogeraldAnonym