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Fußball-WM

Olaf Scholz sichert LGBT-Community in Katar Unterstützung zu

Die von Mr. Gay Germany 2020 ins Leben gerufene Initiative "Liebe kennt keine Pause" wird auch vom Bundeskanzler unterstützt.


Olaf Scholz im Video von "Liebe kennt keine Pause"

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat anlässlich der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft in einem Unterstützervideo für die Initiative "Liebe kennt keine Pause" deutlich gemacht, dass er die queere Community auch in Katar unterstütze: "Es muss egal sein, wen man liebt, ob man als Mann oder als Frau geboren ist und wie man leben möchte. Nicht nur hier in Deutschland, sondern überall auf der Welt – und auch in Katar, wo 2022 die nächste Fußball-Weltmeisterschaft stattfindet", erklärte der 63-Jährige in dem gut einminütigen Video, das bereits letztes Jahr vor der Bundestagswahl aufgenommen worden war. Es wurde am Dienstag auf der Instagramseite von "Liebe kennt keine Pause" veröffentlicht.

Scholz erklärte weiter: "Lasst uns dafür sorgen, dass diese Botschaft Gehör findet und verbreitet wird, dass die LGBT-Community in Katar und auf der ganzen Welt hört, dass wir sie unterstützen."

In der zweiten Hälfte des Videos fordert der Kanzler "Respekt für die vielen Tausend Arbeiterinnen und Arbeiter", die in Katar schwierige Bedingungen ertragen müssten. "Nachvollziehbare Lieferketten und das Achten von Arbeitsstandards muss verbindlich sein", so Scholz. "Hier sollen sich der DFB, die vielen Spieler, Trainer und natürlich auch alle Fans anschließen. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass auch diese Weltmeisterschaft für Millionen Menschen Grund ist, sich auf die Zukunft zu freuen."

Ein Unterstützervideo von Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) war bereits zuvor veröffentlicht worden. In früheren Videos hatten auch Ex-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn oder der Ex-Bundestagsabgeordnete Matthias Zimmer (beide CDU) die Initiative unterstützt.

Die WM der Herren soll im November und Dezember in Katar stattfinden. Am Gastgeberland entzündet sich seit längerem Kritik. So steht dort auf Homosexualität eine siebenjährige Gefängnisstrafe, nach islamischem Recht ist sogar die Verhängung der Todesstrafe möglich. Deshalb kommen etwa vom Lesben- und Schwulenverband in Deutschland Forderungen nach einem Boykott (queer.de berichtete). DFB-Direktor Oliver Bierhoff erklärte jedoch, ein Boykott sei "keine Option".

"Liebe kennt keine Pause" war von Benjamin Näßler, dem Mr. Gay Germany 2020, ins Leben gerufen worden. Der Hobby-Fußballer will damit auf die Homosexuellenfeindlichkeit in Katar aufmerksam machen. In einer Petition wird gefordert, "dass der Druck auf Katar erhöht wird, die Diskriminierungspraxis von Homosexuellen zu beenden und eine WM möglich zu machen, bei der alle Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht, Hautfarbe und sexueller Neigung willkommen sind". (cw)



#1 AtreusProfil
  • 19.01.2022, 15:58hSÜW
  • Wie sinnfrei und überaus bequem, sich mit solch einer Botschaft auf einem Instagramkanal an ein ausgewähltes Publikum zu richten, das ohnehin dieselbe Meinung vertritt und der adressierten LGBTQ Familie angehört, statt als Bundeskanzler die FIFA, die Kataris und die profitierenden Unternehmen zu konfrontieren. Noch schlimmer finde ich, dass sich wieder eine beachtliche Zahl unserer Brüder und Schwestern von diesem politisch vollkommen kostenfreien Video blenden lassen und selbiges als Maßnahme misinterpretieren.
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#2 LothiAnonym
  • 19.01.2022, 16:15h
  • Antwort auf #1 von Atreus
  • Schwester Lothi läßt sich nicht dadurch blenden, nur weil unser Bundeskanzler sich mal an uns wendet. Aber Zugeständnisse darf man doch hier machen. Doch wenn eins stimmt, dann folgendes: die Debatte über die Fußball Weltmeisterschaft in Katar hat schon seine wenn auch nicht zufriedenstellende Kreise gezogen. Ich für mein Teil trage dazu bei, indem ich mir kein Spiel im TV anschaue. Fällt diesmal komplett aus. Aus Protest.
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#3 SakanaAnonym
  • 19.01.2022, 16:19h
  • Antwort auf #2 von Lothi
  • Wenigstens äußert sich ja mal ein Bundeskanzler öffentlich in der wichtigen Sache und setzt ein Zeichen... kann mich jetzt nicht entsinnen, dass die ehemalige verehrte Frau Bundeskanzlerin sowas in ihrem ersten Amtsjahr in den darauffolgenden Jahren jemals getan hätte....
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#4 LothiAnonym
  • 19.01.2022, 16:38h
  • Antwort auf #3 von Sakana
  • Auch wenn Du vollkommen recht hast damit, was seine Vorgängerin betrifft, lasse ich mich noch lange nicht blenden von Herrn Scholz. Warten wir doch einfach mal ab, wie weit uns all die nett gemeinten Worte bringen. Er sitzt ja gerade erst einige Wochen in Amt u.Würde. Nur damit kein Missverständnis aufkommt, ich freue mich riesig über unsere neue Ampel Regierung. Aber es kommen auch harte Zeiten auf die neu gewählten Politiker*innen zu.
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#5 KaiJAnonym
  • 19.01.2022, 16:41h
  • Das ist mal wieder nichts vom Bundeskanzler. Er könnte mit seinem Posten machtvoll direkte Gespräche inklusive Konsequenzen mit Katar führen. Sich einer Initiative anzuschließen heisst, er will sich trotz seiner Positon machtlos gegenüber Katar geben und sich nicht für LGBTIQ* dort einsetzen. Das spricht eben dafür, dass wir von Scholz und der SPD höchstens nichts zu erwarten haben, wenn die gesamte Regierung von uns nicht mit unseren Forderungen getrieben wird.
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#6 SakanaAnonym
  • 19.01.2022, 16:46h
  • Antwort auf #4 von Lothi
  • Er und seine Regierung haben bei mir noch einen Vertrauensvorschuss, weil der Amtswechsel wegen Corona (Omikron) und der Lage an der russisch-ukrainischen Grenze wahrlich nicht einfach war und er gleich zusammen mit seinem Kabinett "in die Vollen" gehen musste. Marco Buschmann hat jetzt allerdings mit §219a vorgelegt und ich hoffe, dass sich auf anderen queerpolitischen Feldern innen- und außenpolitisch noch was tun wird in angemessener Zeit.

    Aber trotzdem finde ich das Zeichen schon mal per se hoffnungsstimmend und werte es nicht als Schaufensteraktion. Anne Spiegel hat ja auch mitgemacht, also wirds auch von ihrem Ministerium mitgetragen.
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#7 LothiAnonym
  • 19.01.2022, 16:50h
  • Antwort auf #3 von Sakana
  • Kleiner Nachtrag zu meinen Antwortkommentar. Auch wenn es nichts mit unseren Bundeskanzler zu tun hat. Der neu gewählte Gesundheitsminister Lauterbach bekommt es gerade sehr hart u.deutlich zu spüren und zwar insbesondere von Seiten der Bevölkerung. Auf einmal ist er an allem Schuld was die Pandemie anbelangt. Wie schnell doch sein Vorgänger in Vergessenheit gerät. Schon erstaunlich.
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#8 SakanaAnonym
  • 19.01.2022, 17:02h
  • Antwort auf #7 von Lothi
  • Guter Punkt mit Lauterbach. Scholz hat ja seine persönliche Zustimmung zur allgemeinen Impfpflicht in der Fragestunde des Bundestags bekräftigt, aber als Bundeskanzler hat er sich genauso als "Bundeskanzler der Ungeimpften" genannt, weil er als Regierungschef für alle im Lande lebenden Menschen Verantwortung trägt und er nicht als Parteivertreter gesehen werden will und wird. Deshalb wird das Thema auch als Gewissensentscheidung in Gruppenanträgen im Parlament debattiert und abgestimmt und nicht par orde de mufti von oben herab abgeräumt.

    Deshalb hat sein Statement ja eine viel größere politische Relevanz, weil er es in seiner Funktion als Regierungschef abgab und Frau Spiegel als Bundesministerin. Da reden ja nicht SPD und Grüne, sondern die Bundesregierung.
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#9 AyidaProfil
  • 19.01.2022, 17:32hHessen
  • Antwort auf #5 von KaiJ
  • "Deutschland und Katar unterhalten ausgeprägte Handelsbeziehungen" kurzer Artikel vom auswärtigem Amt:
    www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/katar-node/
    bilaterale-beziehungen/202286


    Jeder Mensch muss begreifen, dass wirtschaftsliberale Politik NIEMALS moralisch sein kann und das ist nicht unsere Schuld, sondern die des Systems. Meiner Meinung nach ist es für Fußballfans vollkommen in Ordnung sich die WM im Fernsehen anzuschauen. Finanziell macht es keinen Unterschied, da Katar stinkreich ist. Dass Scholz sich äußert finde ich insofern gut, da er im Gegensatz zu seiner Vorgängerin sich überhaupt äußert.
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#10 KaiJAnonym
  • 19.01.2022, 18:13h
  • Antwort auf #9 von Ayida
  • Unser System ist die Demokratie, beruhend auf den Menschenrechten. Um diese zu schützen, soll es aktuell beispielsweise Mittel der Politik sein, Sanktionen gegenüber Russland einzusetzen. Auch dem reichen Katar muss ein Kanzler Scholz gerade wegen der umfangreichen Handelsbeziehungen zusammen mit demokratischen Ländern drohen, Sanktionen einzusetzen und seien sie derart, den Herrschenden dort u.a. die Einreise für Luxuseinkäufe im Westen zu verweigern.
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