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Kai Shappley

Trans Mädchen könnte "Kid of the Year" werden

Die 11-jährige Kai Shappley brach den transphoben Willen ihrer evangelikalen Mutter, kämpfte vor dem Senat von Texas für die Rechte von trans Jugendlichen und könnte darum bald Kind des Jahres 2021 sein.


Da war sie noch sieben Jahre alt: Kai Shappley in der Dokumentation "A Trans Girl Growing Up In Texas" (Bild: YouTube / them)

Dass das in New York ansässige "Time Magazine" alle 12 Monate die "Person des Jahres" bestimmt, ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass die Kolleg*innen zusammen mit dem Kindersender Nickelodeon auch darüber befinden, wer sich zum "Kind des Jahres" eignet. Unter den fünf Nominierten ist nun auch ein queeres Kind, nämlich die 11-jährige Kai Shappley aus Texas.

2018 sorgte die Dokumentation "Kai Shappley: A Trans Girl Growing Up In Texas" für erste Bekanntheit der damals 7-jährigen. Der berührende Film gewann später sogar einen Emmy.

Kampf gegen transphobe Gesetze

Im April vergangenen Jahres sprach Shappley schließlich vor den Abgeordneten des Senates des US-Bundesstaates Texas. Ihr Anliegen: Die Verhinderung eines Gesetzes, das es Ärzt*innen verbieten sollte, geschlechtsaffirmierende Maßnahmen bei transgeschlechtlichen Kindern und Jugendlichen einzuleiten.

Sie liebe Ballet, Mathematik, Naturwissenschaften und Geologie, erklärte Shappley den Senator*innen des für seine stramm republikanischen Ansichten bekannten Bundesstaates damals einführend. Ihre Freizeit verbringe sie mit ihrer Katze, mit ihren Hühnern, in Videocalls mit ihren Freund*innen und damit, davon zu träumen, endlich einmal Dolly Parton zu treffen. Was sie nicht liebe, sei, Erwachsene darum zu bitten, gute Entscheidungen zu treffen.

Konkret ging es um die Beratung zweier eingebrachter Gesetzesentwürfe. Ärzt*innen, die entgegen der angestrebten Regelung zum Beispiel eine Hormontherapie mit Jugendlichen unter 18 Jahren durchgeführt hätten, hätten dann ihre Lizenz verloren. Darunter wären auch pubertätshemmende Hormone gefallen. Für die Familie Shappley hätte das bedeutet, aus ihrer Heimat fortziehen zu müssen.

Eines der Gesetze bezeichnete die Behandlungen sogar als "Kindesmissbrauch". Beide Gesetze sind schließlich, anders als das in dieser Woche in Kraft getretene Verbot für trans Mädchen, am Schulsport in Texas teilzunehmen, gescheitert.

Gott macht keine Fehler

Es mache sie traurig, schleuderte Kai den Senator*innen in ihrem Auftritt im Senat außerdem entgegen, dass einige Politiker*innen Kinder wie sie dazu benutzten, Stimmen von Menschen zu bekommen, die sie dafür hassten, dass sie existiere. Dabei habe Gott sie doch gemacht: "Gott liebt mich dafür, wer ich bin. Und Gott macht keine Fehler."

Direktlink | Kai Shappley im April vor dem Senat von Texas
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Schon im Dokumentationsfilm über Shappleys Aufwachsen in Texas ging es um die herausragende Rolle, die Religion im Leben von Shappleys Familie spielt. In einer Szene sitzen Shappley, ihr Bruder und ihre Mutter im Auto, danken Gott für den Tag und beten für den damaligen US-Präsidenten Donald Trump, dass er lieb und nett sein möge.

Shappleys Mutter offenbart in dem Film, dass sie früher eine Tea-Party-Republikanerin und in einer evangelikalen Gemeinde engagiert gewesen sei. Ihre Überzeugung sei es gewesen, dass man LGBTI vor der Hölle bewahren müsse. Sie habe angefangen, ihre Tochter zu misshandeln, sie für ihr mädchenhaftes Verhalten zu bestrafen und eine Konversionsbehandlung an ihr durchzuführen. Als sie mitbekommen habe, wie Kai Gott darum gebeten habe, sie zu sich zu nehmen, habe sie schließlich die Falschheit ihres Verhaltens erkannt. Kai durfte transitionieren und erhielt die Unterstützung ihrer Mutter – auch entgegen des sozialen Drucks, der von nun an auf der Familie lastete.

Kai und ihre Mutter haben in der Folge mit der American Civil Rights Union zusammengearbeitet und sich auf Demonstrationen im ganzen Land für die Rechte von LGBTI, insbesondere aber für die von transgeschlechtlichen Kindern eingesetzt. Der Auftritt im Senat von Texas im April vergangenen Jahres war vermutlich nur einer der ersten Höhepunkte einer Laufbahn als queere Aktivistin.

Das erste Mal vergeben wurde der Titel "Kid of the Year" übrigens für das Jahr 2020. Das Rennen vor einem Jahr machte die damals 15-jährige Nachwuchswissenschaftlerin Gitanjali Rao. Sie hatte einen mobilen Test zum Nachweis von Blei in Trinkwasser entwickelt.



#1 DQ24Anonym
  • 22.01.2022, 04:38h
  • Mutiges kleines Mädchen, und eine Mutter, die Fehler in ihrer Denkweise berichtigen konnte. Bleibt nur noch ein transphober Staat mit starker evangelikaler Einwohnerzahl, der begreifen soll, welchen Schaden sie anrichten!
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#2 KratzbürsteAnonym
  • 22.01.2022, 08:15h
  • Kai ist mutiger und stärker als alle rechten und konservativen Kreise der Welt zusammen!

    Das Traurige ist, dass sie es sein muss und so dafür kämpfen muss, sie selbst sein zu dürfen...
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