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Frankfurt am Main (queer.de) – Das berühmte Institut für Sexualwissenschaft in Frankfurt am Main soll zum Ende des kommenden Jahres geschlossen werden. Diese Absicht gaben der Dekan und eine Kommission des Fachbereichs Medizin der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Universität kurz vor Weihnachten bekannt. Als Grund für diesen Schritt wurden Sparmaßnahmen genannt. Das Frankfurter Institut für Sexualwissenschaft mit einem Jahresetat von 600.000 Euro ist das einzige an einer deutschen Universität, das sich bedingungslos dem Forschungsgegenstand des Sexuellen gestellt hat - ohne die Maßstäbe bürgerlicher Moral zugrunde zu legen. Ein Arbeitsschwerpunkt ist die "Theorie der Homosexualität sowie Diagnostik und Behandlung konflikthafter homosexueller Entwicklungen". Das 1973 gegründete Institut, das von den profiilierten Professoren Volkmar Sigusch und Martin Dannecker (Foto) geleitet wird, beherbergt darüber hinaus die umfänglichste Fachbibliothek zum Thema - mit zahlreichen Nachlässen vertriebener jüdischer Sexualforscher. Würde das Institut geschlossen, so Dannecker gegenüber der Tageszeitung "taz", werde eine endgültige Entscheidung getroffen. "Es würde heißen, dass in den nächsten Jahrzehnten keine Chance besteht, es wieder zu gründen." (cw)

-w-

#1 syndonymAnonym
  • 31.12.2005, 16:25h
  • symptomatisch:

    les miserables, die überflüssigen, der kapitalistischen kapitalakkumulation,
    gibt es nicht nur mehr unten. es wird
    neoliberal die "lumpenbourgeoisie"
    immer mehr auch weiter oben geben.
    man darf gespannt sein, wie sich dieses oberhaus der überflüssigen formiert.
    auswirkungen werden wir auch hier zu
    spüren bekommen. nach marx müssten es
    mehrheitlich reaktionär werden.
    landet es in der industriellen reservearmee,
    was soll es dort, da ist schon voll.
    in der dienstleistungsreservearmee auch.
    bei vollbeschäftigung konnte man
    akademisiertes personal leisten,
    zur beschauung von miseren und
    hindernissen der profitmaximierung.
    der erzeugung einer humanen fassade
    waren selbst solche institute allemal dienlich.
    damit ist jetzt schluss.
    wie weiter ?

    es ist erst der anfang.....
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#2 holga-waldaAnonym
  • 31.12.2005, 16:34h
  • das ende der aufklärung begann vor längeren spontan fiel mir ein:

    Der Chef des deutschen Generalstabs hat sich 1993 eine Blöße gegeben, die über den ideologischen Standort der Bundeswehrführung mehr verrät, als dem Verteidigungsminister lieb sein kann. Endlich erlebe man das Ende einer Zeit, frohlockte er vor Generalstabsoffizieren, die nicht 1945 oder 1917 begonnen habe, sondern: “Zu Ende geht eine Periode, die in der Französischen Revolution 1789 ihren Anfang hatte. ... Sie geht zu Ende, weil Ideologien, die nur leben können, wo sie mit der Mischung von Lüge und Wahrheit arbeiten können, in einer durch moderne Kommunikation vernetzten Welt keinen Platz mehr haben.”

    das ist nicht weit hergeholt, das wummerte
    seit damals. wir sind wieder bei Hart IV
    "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" ?
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#3 madridEUAnonym
  • 31.12.2005, 17:04h
  • @holga-walda: Bleibt die quälende Unsicherheit, was dieser Herr dann von absolutistischen Herrschern vor und nach 1789 hält ? Oder auch von korrupten und vernetzten Republiken ? Wenn das Hindenburg wüsste........
    Guten Rutsch und weiter so ins totale Kommunikationsjahr 2006, lieber Holga !
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