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Katholische Kirche

Hamburger Erzbischof äußert Respekt für Coming-out in der Kirche

Nicht nur von der Antidiskriminierungsstelle und von queeren Aktivist*innen gibt es Lob für die Kampagne #OutInChurch.


Erzbischof Stefan Heße äußert sich als erster Bischof zur Kampagne #OutInChurch (Bild: Synodaler Weg / Malzkorn)

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße hat den weit über 100 Mitarbeitenden der katholischen Kirche Respekt bekundet, die sich im Rahmen der Aktion #OutInChurch öffentlich geoutet haben. "Eine Kirche, in der man sich wegen seiner sexuellen Orientierung verstecken muss, kann nach meinem Dafürhalten nicht im Sinne Jesu sein", sagte Heße am Montag in Hamburg laut Mitteilung. "Wir sind stets zur Authentizität und Transparenz aufgerufen vor Gott und selbstverständlich auch voreinander! Davor darf und soll es keine Furcht geben."

Twitter / ErzbistumHH
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In einer beispiellosen Aktion hatten sich am Montag mehr als 100 Mitarbeitende der größten Konfession in Deutschland als queer geoutet und ein Ende ihrer Diskriminierung gefordert (queer.de berichtete). Unter ihnen sind Priester, Gemeinde- und Pastoralreferentinnen, Religionslehrer und Religionslehrerinnen, aber auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der kirchlichen Verwaltung. Im Ersten läuft am Montagabend um 20.30 Uhr eine die Aktion begleitende Dokumentation über "das größte Coming-out in der Geschichte der katholischen Kirche" (queer.de berichtete).

Heße sagte, er sei gerne zum Dialog bereit und biete den Unterzeichnenden aus dem Erzbistum Hamburg ein Gespräch an. Dieses Thema werde auch beim Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland behandelt. "Hier beteilige ich mich an der Diskussion. Sie sollte zu einer Weiterentwicklung der kirchlichen Sexualmoral und auch des kirchlichen Arbeitsrechts führen", sagte der Erzbischof.

Bereits vor zwei Jahren hatte sich Heße von der offiziellen Lehre des Vatikans zur Homosexualität distanziert und kritisiert, dass die katholische Kirche schwule und lesbische Menschen auffordere, sexuell enthaltsam zu leben (queer.de berichtete).

Lob von Antidiskriminierungsstelle und vom Queerbeauftragten

Auch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes zeigte sich erfreut über die Aktion. Sie forderte, dass Ausnahmeregelungen für Kirchen im Antidiskriminierungsrecht geschlossen werden sollten: "Es ist gut und aus unserer Sicht auch längst überfällig, dass die Regierungsparteien in ihrem Koalitionsvertrag Gespräche mit den Kirchen zur Angleichung des kirchlichen an das staatliche Arbeitsrecht angekündigt haben", heißt es auf der Facebook-Seite der Behörde. Derzeit dürfen die Kirchen – anders als Privatfirmen – queere Mitarbeitende nach Gutdünken wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität feuern. In der Vergangenheit machten die Kirchen von diesem Sonderrecht wiederholt Gebrauch.

Es ist eine Premiere: Erstmals outen sich 125 Mitarbeiter*innen der katholischen Kirche in Deutschland in einer...

Posted by Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) on Monday, January 24, 2022
Facebook / Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS)
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Der Grünenpolitiker Sven Lehmann, der Queerbeauftragte der Bundesregierung, zeigte sich beeindruckt über die Aktion: "Was für ein Mut!", schrieb er auf Twitter.

Twitter / svenlehmann

Auch weitere Bundestagsabgeordnete stellten sich hinter die geouteten Miarbeitenden, darunter auch die derzeit selbst attackierte trans Bundestagsabgeordnete Tessa Ganserer (Grüne): "Auch wenn ich keiner Religionsgemeinschaft angehöre, meine volle Solidarität für #OutInChurch."

Twitter / GansGruen
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Twitter / Timon_Gremmels | Timon Gremmels, der Chef des hessischen SPD-Landesgruppe im Bundestag, ist ebenfalls beeindruckt vom Mut der Mitarbeitenden
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Die Unterzeichnenden fordern neben einer Änderung des kirchlichen Arbeitsrechts auch, diffamierende Aussagen zu Geschlechtlichkeit und Sexualität aus der kirchlichen Lehre zu streichen. Der Zugang zu den katholischen Sakramenten und zu allen Berufsfeldern der Kirche dürfe Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität nicht mehr vorenthalten werden.

Das Netzwerk ruft alle queeren Personen, die haupt- oder ehrenamtlich für die katholische Kirche tätig sind, dazu auf, sich der Initiative anzuschließen. An die Bischöfe geht der Appell, öffentlich ihre Unterstützung für das Manifest zu erklären. (dpa/dk)

Wöchentliche Umfrage

» Wird die katholische Kirche nach #OutInChurch endlich ihre Attacken gegen LGBTI einstellen?
    Ergebnis der Umfrage vom 24.01.2022 bis 31.01.2022


#1 PetterAnonym
  • 25.01.2022, 16:03h
  • Wieder mal nur Reden. Wir können unsere Wände mit den Bekundungen angeblichen Respekts tapezieren, die wir von denen immer wieder hören. Nur wirklich ändern tut sich danach nie was.

    Die Zeit des Redens ist vorbei. Jetzt zählt nur noch reales Handeln.
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