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Kursänderung?

Deutsche Bischofskonferenz begrüßt Coming-out von Kirchenmitarbeitenden

Im Namen der Bischofskonferenz fordert der Aachener Bischof ein "Klima der Angstfreiheit" in der Kirche auch für queere Menschen.


Bischof Helmut Dieser in seiner Erklärung vom Montagnachmittag (Bild: Facebook / Deutsche Bischofskonferenz)

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat das Coming-out von 125 queeren Beschäftigten in der Initiative #OutInChurch begrüßt. "Ich möchte das im Namen der Deutschen Bischofskonferenz begrüßen als ein Zeichen dafür, dass wir daran arbeiten, dass ein solches Klima der Angstfreiheit in unserer Kirche herrschen muss und entstehen muss", sagte am Montag der Aachener Bischof Helmut Dieser am Rande von Beratungen des Ständigen Rates der Bischofskonferenz in Würzburg.

Niemand dürfe wegen seiner sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität diskriminiert, abgewertet oder kriminalisiert werden, so der Bischof. Beides sei Teil der individuellen Persönlichkeit. "Wir haben ein Menschenbild, das uns sagt, dass die Person unbedingt von Gott geliebt ist." Die Aussage des Bischofs wurde auf den Seiten der Deutschen Bischofskonferenz in sozialen Medien veröffentlicht.

Als Vorsitzender des Synodalforums ?Leben in gelingenden Beziehungen ? Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft? hat...

Posted by Deutsche Bischofskonferenz on Monday, January 24, 2022
Facebook / Deutsche Bischofskonferenz
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Dieser hatte bereits in einem am Montag veröffentlichten Artikel als erster katholischer Oberhirte ein Schuldbekenntnis seiner Kirche gegenüber Lesben und Schwulen gefordert. "Ich glaube schon, dass wir es mit Diskriminierung zu tun haben", sagte Dieser. Homosexuelle Menschen seien auch durch die Kirche "abgewertet und kriminalisiert" worden (queer.de berichtete).

Die Initiative "#OutInChurch. Für eine Kirche ohne Angst" fordert unter anderem eine Änderung des katholischen Arbeitsrechts, so dass etwa Beschäftigte, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben, nicht mehr um ihren Job fürchten müssen. Die neu eingerichtete Website der Initiative war am Montag nach einem Ansturm teilweise nicht mehr erreichbar.

Chef der Deutschen Bischofskonferenz ist der relativ liberale Limburger Bischof Georg Bätzing (queer.de berichtete). Er hat immer wieder in Aussicht gestellt, dass Homosexuelle auch in der katholischen Kirche akzeptiert werden könnten, selbst wenn sie nicht keusch lebten (queer.de berichtete). Allerdings verhielt sich die Konferenz auch immer wieder LGBTI-feindlich: So vergab sie letztes Jahr ihren Kinderbuchpreis nicht, weil im Gewinnerbuch eine trans Figur auftauchte (queer.de berichtete). (dpa/cw)

Wöchentliche Umfrage

» Wird die katholische Kirche nach #OutInChurch endlich ihre Attacken gegen LGBTI einstellen?
    Ergebnis der Umfrage vom 24.01.2022 bis 31.01.2022


#1 DreddAnonym
  • 24.01.2022, 16:52h
  • Jede Organisation, Gruppe, Bewegung etc. die für sich die Deutungshoheit über Moral beansprucht arbeitet mit "Angst", da eine Verfehlung der Moral zum Ausschluss aus der gewählten Organisation,Gruppe führt!

    Und da "Moral" in den meisten Fälle die Grundlage ist auf welchen sich die verschiedenen Gruppierungen erst bilden ist die Forderungen bzw. Anstrebung nach einem angstfreien Raum doch egtl. eine den Grundstrukturen widersprechenden und somit nicht umsetzbare Anstrengung.
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#2 NiLeiAnonym
  • 24.01.2022, 20:11h
  • Wenn ich einen Artikel später lese, daß Henry Frömmichen wegen eines Selfies mit einem Prince Charming Teilnehmer aus dem Priesterseminar geworfen wurde, dann glaube ich denen gar nichts.
    Die Deutschen Bischhöfe sind Rom zum Gehorsam verpflichtet und müssen die offizielle katholische Lehre vertreten und die besagt immer noch, daß das Ausleben von schwulem Sex Sünde ist.
    Das Arbeitsrecht gehört schon lange geändert und die Kirchen sollten hier keine Sonderrolle mehr haben. Müssten die Politiker halt nur mal wollen. Auch die Kirchensteuer, die eine Entschädigung für Enteignungen vor vielen hundert Jahren sein soll, soll neu verhandelt werden. Das hat sie CDU/SPD Regierung einfach verschleppt. Mal schauen ob die Ampel besser ist.
    Generell tut der Kirche nur der Geldentzug weh, da muss eben auch gelten: Kein Geld mehr für die deutschen Bistümer und kein Geld mehr zur Weiterleitung nach Rom. Und ihre Gehälter und Pensionen darf die Kirche bitte auch selber zahlen und nicht der Staat.
    Ich persönlich bin mit 17 aus dem Verein ausgetreten und habe es nie bereut. Dauerte 5 Minuten und ich war den Verein los, der mir erzählen wollte, daß meine Identität und Sexualität als schwuler Mann Sünde sei.
    Wer sich befreien möchte dem kann ich diesen Weg nur empfehlen. Wenn mensch eine geistige Heimat braucht, dann kann mensch die auch woanders finden.
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#3 ZürichAnonym
#4 LothiAnonym
  • 25.01.2022, 08:07h
  • Antwort auf #2 von NiLei
  • Oh da muß ich widersprechen. Als Kind und Heranwachsender habe ich kath. Kirchenleute kennen u.sogar schätzen gelernt, die mir als Schwule Person zur Seite gestanden hatten, als ich es dringend nötig hatte. Zuerst im Kinderheim war es sogar die Mutter Oberin. Später im Erziehungsheim der Pater Direktor. Letzterer sorgte gar dafür, das ich schnellstmöglichst wieder in die Freiheit entlassen wurde.
    Aber das sind nur Einzelfälle.
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#5 Chance123Anonym
  • 25.01.2022, 11:01h
  • Antwort auf #4 von Lothi
  • Und genau das ist das Problem. Es gibt auf unterer und mittlerer Ebene dort viele, viele gute Leute, die das aus reiner Menschenliebe ausüben und im Zweifelsfall die Bibel auch mal nur ein altes Buch sein lassen...aber diese Menschen stützen leider ein System, welches strukturell und inhaltlich veraltet und in erster Linie auf Machtgewinn/-erhalt ausgelegt ist, und damit im Großen das konterkariert, was diese Leute im Kleinen tun. Gäbe es diese Leute unten nicht(die die Schäfchen immer wieder beisammen halten und davon überzeugen, dass die Kirche doch eigentlich nicht so schlimm sein kann), wäre die Kirche in dieser Form längst nicht mehr überlebensfähig bei all den Skandalen und antiquierten Ansichten.
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#6 AyidaProfil
  • 25.01.2022, 11:48hHessen
  • Antwort auf #4 von Lothi
  • Da hast du echt Glück gehabt. Aber ich wette, bei anderen Themen wäre ihre katholische Ideologie bestimmt durchgekommen. Wenn du z.b. eine ungewollt schwangere Frau wärst, hätten sie sicher keine im Rahmen des Gesetzes legale Abtreibung befürwortet. Oder wenn du versehentlich Vater geworden wärst, hätten sie dich sicher dazu gebracht die Frau zu heiraten. Viele dieser "lieben" Geistlichen verpacken ihre erzkonservative Ideologie unter den Deckmantel der Nächstenliebe. Sie meinen es gut, aber haben oft eine komplett veraltete Sicht.
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#7 LothiAnonym
  • 25.01.2022, 12:17h
  • Antwort auf #6 von Ayida
  • Ich stimme dir vollkommen zu. Und ja, ich hatte tatsächlich damals verdammtes Glück gehabt. Mit 10 Jahren im Kinderheim merkte ich schon früh mit mir stimmt etwas nicht. Ich war nicht zu bremsen mit vielen der Jungs dort Sex zu haben. Unsere Stationsnonne stand mal im Türrahmen des Schlafsaals und befahl mir, mich endlich in mein eigenes Bett zu begeben. Die Mutter Oberin wußte davon und sah geflissentlich davon ab mich deswegen zu bestrafen.
    Im Erziehungsheim war es nicht anders. Man ließ mich gewähren. Auch hier wußte der Pater Direktor von meinem offen schwulen Verhalten.
    All dies hätte im Normalfall auch heftig nach hinten losgehen können.
    Deshalb hatte ich auch bis zum 18. Lebensjahr eine recht enge innere Beziehung zur kath. Kirche gehabt. Erst als ich nicht mehr an Obrigkeiten wie z.B. dem Jugendamt unterstellt war viel alles wie eine schwere innere Last von mir ab. Es war eine der schönsten Momente meines Lebens. Endlich war ich frei.
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#8 PetterAnonym
  • 25.01.2022, 16:12h
  • "Niemand dürfe wegen seiner sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität diskriminiert, abgewertet oder kriminalisiert werden, so der Bischof. "

    Richtig, aber das bedeutet dann auch, dass die Kirche:

    1. sich nicht mehr in Politik einmischt

    2. keine Sondergesetze hat, sondern dasselbe Arbeitsrecht, etc. wie es für alle anderen auch gilt

    3. LGBTI-Mitarbeiter in allen Positionen erlaubt und auch keine Enthaltsamkeit von ihnen fordert

    4. die kirchliche Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnet

    Solange das nicht passiert, ist all das Gerede nur Blabla, aber nicht ernst gemeint. Denn wenn man es ernst meinen würde mit dem Ende der Abwertung und Diskriminierung, dann würde man diese Abwertung und Diskriminierung beenden und nicht nur davon reden.

    Aber auch bei Herrn Dieser wird das nur Martketing-Gerde sein, um von den aktuellen Kindesmissbrauch-Enthüllungen und Vertuschungs-Enthüllungen, die bis zum ehemaligen Papst reichen, abzulenken...
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