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Katholische Debatte

Bischofs-Lob für #OutInChurch-Initiative, aber auch Forderung nach Einhaltung des Zölibats

Die Reaktion auf #OutInChurch ist auch in der katholischen Kirche sehr positiv. Mehrere Bischöfe fordern, dass queere Mitarbeitende nicht länger wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden sollten.


Bischof Franz-Josef Bode setzt sich dafür ein, die Sexualmoral und das kirchlichen Arbeitsrecht zu überarbeiten (Bild: Bistum Osnabrück)

Einige deutsche Bischöfe und Generalvikare haben sich lobend über das Coming-out von mehr als 120 Mitarbeitenden im Rahmen der Initiative #OutInChurch geäußert, andere wollten sie nicht bewerten. Die Aktion war von einer ARD-Dokumentation begleitet worden, in der Mitarbeitende über Diskriminierung bis hin zur Entlassung durch die katholische Obrigkeit berichteten – eine Paderborner Dekanatsreferentin erzählte in der Sendung etwa davon, wie sie wegen ihrer Lebenspartnerschaft mit einer Frau mitten in der Schwangerschaft – zwei Wochen vor Beginn ihres Mutterschutzes – nach 13 Jahren gefeuert wurde.

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode erklärte in einer Mitteilung, er halte Änderungen in der Sexualmoral der Kirche und im kirchlichen Arbeitsrecht für überfällig. "In der Beteiligung an der Kampagne '#outinchurch – für eine Kirche ohne Angst' sehen wir einen mutigen Schritt von 125 queeren Mitarbeitenden der katholischen Kirche aus dem ganzen Land", teilte der Bischof mit. "Zugleich mahnen diese Zeugnisse eine längst überfällige Debatte an." Derzeit gebe es eine "mehr als unbefriedigende Situation" für queere Mitarbeitende.

Im Rahmen der Initiative ?#OutInChurch? sowie einer Fernsehdokumentation haben sich 125 Menschen in der katholischen...

Posted by Bistum Osnabrück on Monday, January 24, 2022
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Auch der Hildesheimer Bischof Wilmer betonte laut NDR, der wertschätzende Umgang mit homosexuellen Menschen sei "völlig zu Recht ein wichtiges Thema des synodalen Weges". Die bislang vom Vatikan verbotene Segnung gleichgeschlechtlicher Paare sollte nicht tabuisiert, sondern weiter diskutiert werden. Er verwies darauf, dass die Kirche gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften würdigen müsse, allerdings dürfe dadurch das Sakrament der (heterosexuellen) Ehe nicht infrage gestellt werden.

Bereits zuvor hatte der Hamburger Erzbischof Stefan Heße Respekt für die Aktion geäußert, der Aachener Bischof Helmut Dieser lobte sie sogar im Namen der Deutschen Bischofskonferenz.

Bistum Essen verspricht "keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen" für Homosexualität

In mehreren Bistümern äußerten sich Generalvikare, also Stellvertreter der Bischöfe, lobend zur Aktion. "Ein offenes Bekenntnis zur Homosexualität hat in unserem Bistum keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen", betonte etwa der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer in einem vom Bistum in sozialen Netzwerken verbreiteten Zitat.

125 Mitarbeitende der katholischen Kirche haben sich in der bundesweiten Initative #OutInChurch als queer geoutet. Das...

Posted by Bistum Essen on Monday, January 24, 2022
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Der Trierer Generalvikar Ulrich von Plettenburg erklärte: ""Die Aktion zeigt die Wirklichkeit von sexueller Vielfalt in der Kirche und unter den kirchlichen Mitarbeitenden auf." Queere Menschen sollten "in unserer Kirche natürlich eine Heimat haben und keine Repressionen fürchten müssen".

Gestern sind 125 Menschen an die Öffentlichkeit gegangen, die hauptamtliche, ehrenamtliche, potentielle und ehemalige...

Posted by Bistum Trier on Monday, January 24, 2022
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In manchen Regionen wurden auch Bedingungen für homosexuelle Mitarbeiter genannt. Gegenüber der "Main Post" (Bezahlartikel) erklärte Bernhard Schweßinger, der Sprecher des Bistums Würzburg, dass die Homosexualität von zwei Priestern, die sich im Rahmen der Kampagne geoutet hatten, bekannt sei; er betonte dabei, dass er von jedem Priester erwarte, "dass er sein Zölibatsversprechen hält".

Eigentlich untersagt der Vatikan, dass schwule Männer Priester werden können – auch Papst Franziskus hatte das Verbot bekräftigt. So sagte er 2018 laut "La Stampa", dass Priesterseminare Männer abweisen sollten, wenn es nur "den geringsten Zweifel" an der Heterosexualität eines Bewerbers gebe (queer.de berichtete).

Mehrere Diözesen wollten #OutInChurch nicht bewerten – laut Bayerischem Rundfunk etwa die Bistümer Regensburg und Passau. Das Erzbistum Köln des extrem queerfeindlichen Erzbischofs Rainer Maria Woelki, dem der Papst wegen seiner Reaktion auf einen Missbrauchsskandal bis März eine "geistliche Auszeit" verordnet hatte, äußerte sich in sozialen Netzwerken nicht direkt zur #OutInChurch-Kampagne – am Dienstagmorgen veröffentlichte es jedoch den Text: "Vom Saulus zum Paulus werden. Sich vom Schlechten ab- und zum Guten hinwenden" mit einem Daumen-hoch-Symbol.

+++ Vom Saulus zum Paulus werden +++ ? Sich vom Schlechten ab- und zum Guten hinwenden. ? Diese Redewendung trifft...

Posted by Erzbistum Köln on Tuesday, January 25, 2022
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Aus Politik und Unterhaltung kommt viel Rückhalt für die Aktion. Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) bezeichnete die Aktion etwa als "ein Beben, ein so mutiges, ein wichtiges und starkes Manifest für Veränderung".

Ich weiß, was für einen Mut es braucht, sich gegen Jahrhunderte alte Dogmen und Normen zu stellen. #OutInChurch ist ein...

Posted by Claudia Roth on Monday, January 24, 2022
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Dragqueen und Dschungelshow-Aftershowmoderatorin Olivia Jones kommentierte die Aktion in Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal mit den Worten: "Es wird Zeit, dass auch der Vatikan aufwacht und 'aufmacht'. Sonst werden sich seine Schafe bald andere Hirten suchen." (dk)

Du sollst nicht #lügen. Das 8. Gebot. Hat gerade ein #Papst zugegeben, gelogen zu haben?! Im #Missbrauchsskandal der...

Posted by Olivia Jones on Monday, January 24, 2022
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Wöchentliche Umfrage

» Wird die katholische Kirche nach #OutInChurch endlich ihre Attacken gegen LGBTI einstellen?
    Ergebnis der Umfrage vom 24.01.2022 bis 31.01.2022


#1 AtreusProfil
  • 25.01.2022, 11:15hSÜW
  • Ich empfehle, die Namen der hier genannten Kirchenoberen in die größte Datenkrake der Welt einzuspeisen, um nachzusehen, wer sich wann und mit welchem Eifer der Vernichtung von struktureller Diskriminierung innerhalb seiner Kirche und Einflusssphäre gewidmet hat, bevor "OutInChurch" den Äther beherrschte.

    Dann wird eiligst offenkundig, dass man es hier mit Personen zu tun hat, die in opportuner Höchstleistung die Gunst der Stunde nutzen, um auf einen Zug aufzuspringen, der so langsam fährt, dass weder Unfall noch Verletzungen zu erwarten und durch die Schwarzfahrt obendrein keinerlei persönliche Kosten verbunden sind.
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#2 DreddAnonym
#3 MeckieAnonym
  • 25.01.2022, 11:36h
  • Auch wenns weh tut, warum arbeiten queer Menschen freiwillig für die Kirche, wenn sie doch alle wissen, wie es dort ist und welche Regeln die haben? Ich arbeite doch aucj nicht freiwillig für Verbrecher, wenn ich weiß, dass die keine queer Menschen akzeptieren? Es gibt Millionen andere Jobs, sogar besser bezahlt!
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#4 AnonymAnonym
  • 25.01.2022, 11:56h
  • Warum begreifen die nicht, dass keiner mehr den Zölibat leben will. Ausserdem hat Christus auch nicht gewollt, dass sich unsere Bischöfe mit Geschmeide überhängen und Ringe und Goldene Brustkreuze tragen. Ein Hirtenstab von einem alten Baum tut es auch. Den Kult den die Kirche in den Jahrhunderten entwickelt hat, steht der Armut die Christus und Franziskus predigten im krassen Gegensatz.
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#5 N8EngelProfil
#6 daVinci6667
  • 25.01.2022, 15:24h
  • Wie lange brauchen die noch um zu begreifen, dass das Zölibat fast nur Schrankschwestern und pädophil veranlagtes Personal anzieht? Wer sonst verzichtet freiwillig auf Sexualität?
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#7 PetterAnonym
  • 25.01.2022, 15:37h
  • "Forderung nach Einhaltung des Zölibats"

    Kapieren die immer noch nicht, dass genau das das Problem ist und zu diesem massenhaften Kindesmissbrauch führt.

    Sexualität ist genauso ein Grundbedürfnis wie Essen, Trinken und Schlafen. Das ist in der Psychologie hinreichend belegt. Und wenn man dieses Grundbedürfnis zwanghaft unterdrückt, führt das irgendwann zu sowas...

    Solange die Kirche nicht dieses Zölibat sein lässt und endlich auch Priestern die Heirat (auch gleichgeschlechtlich) erlaubt, wird sie nicht aus dem Kinderschänder-Sumpf herauskommen. Punkt.
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#8 daVinci6667
  • 25.01.2022, 15:58h
  • Antwort auf #3 von Meckie
  • Das frage ich mich auch immer wieder. Ok, die erlittene katholische Sozialisation abzuschütteln braucht einiges an Rückgrat und Eiern. Manche schaffen es nie und sterben unglücklich.

    Als erwachsene Person müsste man irgendwann feststellen, dass ein Verbleiben bei einem homophoben Arbeitgeber nur noch masochistisch ist. Doch Selbstliebe ist halt nicht etwas was in solchen Kreisen gelernt wird. Und die braucht es wen man will das es einem besser geht. Nur Jammern hilft nicht. Es müssen auch Taten folgen um die Situation zu verbessern.
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#9 PetterAnonym
  • 25.01.2022, 16:07h
  • Antwort auf #3 von Meckie
  • Ja, das habe ich auch noch nie kapiert.

    Aber ich verstehe auch nicht, wie man nach den jüngsten Enthüllungen über Kindesmissbrauch und dessen Vertuschung, die selbst den ehemaligen Papst Ratzinger erreicht haben, überhaupt noch als angeblicher "Christ" Mitglied in diesem Verein sein kann.
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#10 AyidaProfil
  • 25.01.2022, 19:10hHessen
  • Antwort auf #7 von Petter
  • Ich bin auch nicht dafür, dass man seine Sexualität zwanghaft unterdrückt. Dennoch muss ich dir widersprechen. Es gibt etliche Nonnen, die ebenfalls im Zölibat leben, von denen haben zwar auch einige sexuellen Missbrauch begangen, aber nicht in derartigem Ausmaß wie die männlichen Geistlichen. Selbst wenn man davon ausgeht, dass Männer eine ausgeprägtere Libido haben, erklärt das nicht das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs, der von Männern in der katholischen Kirche ausgeht. Ich glaube nicht, dass das damit zu tun hat, dass sie ihre Bedürfnisse nicht befriedigen können und deswegen vergewaltigen. Es ist eher das Gefühl der Macht, Kontrolle über einen Menschen zu haben. Die, denen das Zölibat nicht guttut gehen zur/zum Prostituierten. Die, die Missbrauch begehen, da ist das Problem tiefergehender.
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