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Landtagswahl NRW

Liminski tritt für die CDU in Köln-Ehrenfeld an

Nathanael Liminski hat früher mit Homophobie Politik gemacht ("Ich kenne viele Homosexuelle, und einige tun mir leid"). Jetzt kämpft er u.a. gegen den schwulen Grünen-Politiker Arndt Klocke um ein Direktmandat.


Nathanael Liminski (l.), hier zusammen mit dem ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten und gescheiterten Kanzlerkandidaten Armin Laschet (Bild: Land NRW / R. Sondermann)

Der Chef der Düsseldorfer Staatskanzlei, Nathanael Liminski, bewirbt sich im Wahlkreis Köln-Ehrenfeld um ein Direktmandat für den Landtag. Das bestätigte der Kölner CDU-Parteichef Bernd Petelkau dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Danach erhielt der CDU-Politiker bei der Aufstellung am Dienstagabend rund 80 Prozent der Stimmen. Liminski, ein enger Vertrauter des ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU), hatte sich zuvor in Sankt Augustin vergeblich um ein Direktmandat bemüht.

Wegen queerfeindlicher und erzreaktionärer Äußerungen aus seiner Vergangenheit stand der katholische Ministerialbeamte bereits im Bundestagswahlkampf in der Kritik. "Ich kenne viele Homosexuelle, und einige tun mir leid. Der Staat muss schon aus reiner Selbsterhaltung die natürliche Form der Ehe und Familie fördern", gab Liminski etwa 2007 dem "Spiegel" zu Protokoll. Später war er Praktikant beim erzkonservativen US-Abgeordneten Mark Souter, der Homosexualität mit Alkoholismus gleichsetzte, und Autor für das Propaganda-Portal "Freie Welt" von Sven von Storch, dem Ehemann der AfD-Politikerin Beatrix von Storch. Das Portal macht bis heute Stimmung gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten (queer.de berichtete).

LSU lobte Liminskis "Einsatz für queere Projekte"

In den letzten Jahren stand Nathanael Liminski eher im Hintergrund und äußerte sich gegenüber Medien nicht mehr zu tagesaktuellen Fragen, zu seinem Glauben oder seiner Haltung zu sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten.

Im August 2021 luden die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) den Laschet-Vertrauten überraschend auf ihre Landesmitgliederversammlung ein und lobten anschließend dessen "Einsatz für queere Projekte in NRW" (queer.de berichtete). Die früheren Aussagen Liminskis, für die er bis heute nicht um Entschuldigung bat, wurden dabei heruntergespielt.

Triell zwischen Liminski, Ott und Klocke


Arndt Klocke macht sich ebenfalls Hoffnungen auf das Direktmandat in Köln-Ehrenfeld. Der schwule Grünen-Politiker ist seit 2010 Mitglied des Landtags (Bild: Grüne Fraktion NRW)

In CDU-Kreisen hieß es, mit der Aufstellung in Köln sei ein Listenplatz für Liminiski sicher. Der CDU-Politiker wird somit aller Wahrscheinlichkeit nach seine politische Karriere in NRW auch nach der Landtagswahl fortsetzen können. Ein Gegenkandidat trat dem Vernehmen nach nicht an.

Liminski wird sich bei der Wahl in Ehrenfeld mit zwei prominenten Landtagsabgeordneten messen müssen: Zum einen mit Jochen Ott, dem langjährigen Parteichef der Kölner SPD, zum anderen mit dem stellvertretenden Fraktionschef der Grünen im Düsseldorfer Landtag, Arndt Klocke. Der offen schwule Politiker ist der Lebenspartner des grünen Bundestagsabgeordneten Sven Lehmann, der im vergangenen September in Köln ein Direktmandat gewann.

Bei der Landtagswahl 2017 erhielt im Wahlkreis Köln-Ehrenfeld die SPD-Politikerin Gabriele Hammelrath mit 32,85 Prozent die meisten Stimmen. Auf Platz zwei folgte CDU-Kandidat Christoph Schmitz mit 21,68 Prozent. Klocke landete mit 17,76 Prozent auf Platz drei. (cw/ots)



#1 SebiAnonym
  • 26.01.2022, 09:48h
  • Ich kann nur hoffen, dass möglichst viele Kölner zur Wahl gehen und ihm genauso eine krachende Niederlage bereiten wie seinem Vertrauten Armin Laschet.
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#2 MagsAnonym
  • 26.01.2022, 11:32h
  • Eindeutig ein Quest für Jan Böhmermann und das Rundfunk-Tanz-Orchester Ehrenfeld.
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#3 HolleAnonym
  • 26.01.2022, 12:27h
  • Ich drücke Arndt die Daumen...ich kenne ihn noch gut aus Münsteraner AStA-zeiten ...ist ein sympathischer und kompetenter Politiker.
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#4 PetterAnonym
  • 26.01.2022, 12:29h
  • "Ich kenne viele Homosexuelle, und einige tun mir leid. Der Staat muss schon aus reiner Selbsterhaltung die natürliche Form der Ehe und Familie fördern"

    1. Und mir tun Menschen leid, die sich ständig nur damit beschäftigen können, wie andere leben, statt einfach ihr Leben zu führen und andere auch ihr Leben führen zu lassen, so wie sie es wollen.

    2. Glaubt der wirklich ernsthaft, dass Diskriminierung "Selbsterhaltung" des Staates fördert? Kein Schwuler und keine Lesbe werden auf einmal massig Kinder "für den Staat" zeugen, nur weil sie diskriminiert werden. Diskriminierung macht nicht hetero.

    Das Gegenteil ist der Fall:
    wenn LGBTI und Regenbogenfamilien nicht mehr diskriminiert werden, entscheiden sich auch mehr LGBTI dafür, selbst Kinder (z.B. durch künstliche Befruchtung) zu zeugen und Familien zu gründen.

    Wer also mehr Kinder will, weil er meint, das sei "Selbsterhaltung" des Staats, sollte Diskriminierung von LGBTI und Regenbogenfamillien beenden.

    Aber jemand, der Hetero-Ehen und Hetero-Familien als "natürliche Form" bezeichnet, will wohl gar nicht mehr Kinder, sondern nur mehr Kinder aus Hetero-Familien.
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#5 tychiProfil
  • 26.01.2022, 12:37hIrgendwo im Nirgendwo
  • Bei den Hundebesitzern sagt man ja gerne, dass das Herrchen seinem Hundi gleicht.

    Gilt das bei reaktionären Einfaltspinseln eigentlich auch?

    Der Typ ist auf dem Papier 5 Jahre jünger als ich, sieht aber mind. 10 Jahre älter aus.

    Ist das nur mein Eindruck oder tendieren reaktionäre Einfaltspinsel schneller zu altern?

    So ganz im Sinne: So altbacken Einstellung, so auch mein Aussehen?
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#6 PetterAnonym
  • 26.01.2022, 12:49h
  • Antwort auf #5 von tychi
  • Das hat mich jetzt neugierig gemacht und ich habe mal in Wikipedia nachgeguckt. Der ist ja erst 36. Ich dachte, der sei über 50.

    In Wikipedia steht er als "Mastermind" von Armin Laschet. Da wundert es mich, dass der nach dem katastrophalen Abschneiden von Armin Laschet überhaupt noch für irgendwas aufgestellt wird. Hat die CDU keine anderen mehr?
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#7 KopfschüttelAnonym
  • 26.01.2022, 13:18h
  • Antwort auf #6 von Petter
  • Ja, die "jungen" Erzkonservativen haben die merkwürdige Eigenschaft, dass sie äußerlich so alt aussehen, wie sie auch innen ticken.
    Der Chef der "jungen" Union ist 34 und sieht aus wie 50+.
    Und dann der neue Parteichef, der helfen will, die CDU zu "verjüngen".
    "Jung" ist bei der CDU wohl relativ.
    Ich tippe mal darauf, dass U65 die neue "Junge" Zielgruppe der CDU ist.
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#8 philAnonym
  • 26.01.2022, 17:01h
  • Ich kenne viele engstirnige Personen, und mache davon tun mir leid
    Ich glaub das modernste an der CDU ist der cringe Faktor für Erstwähler
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#9 ZeitungsmannAnonym
  • 27.01.2022, 13:11h
  • Mich interessiert an diesem bigotten Nathanael Liminski, der ebenfalls wie sein rechtsextremer Vater für die "Junge Freiheit" schrieb, etwas ganz anderes.

    Er gehört ja zu den Gründern des "Ratze Fan-Clubs", einer naiven Fangemeinde des Ex-Papstes, der ja anscheinend partiell tüddelig ist, wie er sein Idol nun beurteilt, nach dem seine Ex-Heiligkeit eine Falschaussage vor dem Untersuchungsausschuss wegen der Missbrauchsvorwürfe in der Diözese München tätigte. Solche Vergesslichkeiten, wo man zwar noch ganz genau weiß, was auf einer Konferenz anno Tobak besprochen wurde, doch plötzlich die wichtigen Tatsachen für die Untersuchung vergessen hat und später bei dem Korrekturlesen dieser Widerspruch nicht auffiel, sind alles andere als Versehen. Wahrscheinlich ist Ratzes Brille nicht von Fielmann.

    Derartige Lücken sind nur bei einschlägigen Unionspolitikern zu finden, wie bei "Old Schwurhand", dem Friedrich Zimmermann & Konsorten. Solange dieser opus-dei Sohnemann sich nicht zu diesem Umstand äußert gilt: "Cum tacent clamant", aber ich fürchte dieses schlichte adipöse Gemüt kann kein Latein. Falls das Schweigen andauern sollte, so reiht er sich würdig in die Reihen der Unionspolitker ein, die Falschaussagen, Korruption und Betrügereien zu ihrem politischen Schwerpunkt gemacht haben.

    Luxusschwuppen und LSU-Leute aufgepasst, wer diese Partei wählt, macht sich mitschuldig an diesen strafbaren Handlungen.
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