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Vorbild Berlinale

Deutscher Schauspielpreis überwindet binäres Geschlechtermodell

Der Bundesverband Schauspiel entscheidet bei seinen Auszeichnungen ab sofort nicht mehr zwischen Männern und Frauen. Der Kreis der Nominierten und Preisträger*innen wird erweitert.


Auszeichnung unterm Regenbogen: Der Deutsche Schauspielpreis (bis 2017 Deutscher Schauspielerpreis) wird seit 2012 jährlich vom Bundesverband Schauspiel (bis 2014 Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler) vergeben (Bild: Bundesverband Schauspiel)

  • 26. Januar 2022, 12:28h, noch kein Kommentar

Der Deutsche Schauspielpreis entscheidet künftig bei den Auszeichnungen nicht mehr zwischen Männern und Frauen. "Schauspieler*innen sind vielfältig, leben von Vielfalt und sollen nicht aufgrund ihrer Genderzugehörigkeit von der Möglichkeit ausgeschlossen sein, nominiert zu werden", teilte der Bundesverband Schauspiel als Veranstalter mit. Dennoch werde keines der Geschlechter fürchten müssen, weniger Chancen auf eine Nominierung zu haben. Der Kreis der Nominierten und Preisträger*innen werde erweitert. Der Verband trage damit dem Bedürfnis seiner Mitglieder Rechnung.

Eine ähnliche Änderung hatte es zuvor bei der Berlinale gegeben. Als eines der ersten großen Filmfestivals zeichnet sie die schauspielerische Leistung nicht mehr getrennt nach Geschlecht aus (queer.de berichtete).

Neu ist die Kategorie "Duo"

Eine weitere Neuheit beim Deutschen Schauspielpreis ist die Kategorie "Duo": Mit diesem Preis soll die Bedeutung hervorgehoben werden, die das Spiel miteinander hat. Einige Sparten werden umbenannt. "Wir wollen nicht die besten, sondern die inspirierendsten Kolleg*innen feiern", erklärte Hans-Werner Meyer, Vorstandsmitglied des Bundesverbands, zu der Neuaufstellung.

Der 2006 gegründete Verband hat nach eigenen Angaben 3.800 Mitglieder aus der Film-, Fernseh- und Theaterlandschaft. Die Verleihung des Deutschen Schauspielpreises findet seit 2012 jährlich in Berlin statt, in diesem Jahr ist sie am 9. September geplant. Im vergangenen Jahr wurde die Kampagne #ActOut, bei der sich Anfang Februar 2021 knapp 200 Schauspieler*innen geoutet hatten, mit dem Ehrenpreis für besondere Inspiration ausgezeichnet (queer.de berichtete). (cw/dpa)