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Festival für Filmnachwuchs

"Moneyboys" holt Max Ophüls Preis für besten Spielfilm

C.B. Yis Drama über einen schwulen Sexarbeiter in China räumt beim 43. Filmfestival Max Ophüls Preis gleich drei Auszeichnungen ab. Auch zwei weitere queere Filme gehören zu den Gewinner*innen.


Szene aus "Moneyboys" (Bild: Totem Films)
  • 27. Januar 2022, 01:13h, noch kein Kommentar

Der Film "Moneyboys" (A/FRA/BEL/TWN 2021) von C.B. Yi (Regie/Buch) und "Soul of a Beast" (CH 2021) von Lorenz Merz (Regie/Buch) sind die Abräumer beim diesjährigen Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken. Bei der Preisverleihung, die am Mittwochabend als Online-Event über Youtube gesendet wurde, erhielten sie jeweils drei Preise. Die Gewinner*innen wurden live über Zoom zugeschaltet.

Für den deutschsprachigen Filmnachwuchs gab es insgesamt 18 Preise im Wert von 118.500 Euro in den vier Wettbewerben Spielfilm, Dokumentarfilm, mittellanger Film und Kurzfilm.

Fei kämpft mit seiner homophoben Familie

"Moneyboys" gewann den mit 36.000 Euro dotierten Max Ophüls Preis für den besten Spielfilm. Zusätzlich erhielt er den Preis für das beste Drehbuch und den Preis der ökumenischen Jury. Der Film handelt von dem Chinesen Fei (Kai Ko), der als Sexarbeiter arbeitet. Seine Familie akzeptiert zwar sein Geld, nicht aber seine Homosexualität (queer.de berichtete).

"Ein existenzieller, queerer und zugleich universaler Film über Liebe, der politische Bedeutung nicht verfolgt, aber sie erzeugt", lobte die Jury. C.B. Yi erzähle seine Geschichte "mit einer tiefen Herzlichkeit". Dabei definiere er trotz der harten Umstände seine Figuren nicht über Mitleid. "Stattdessen gibt C.B. Yi den Charakteren und dem gesamten Film eine außergewöhnliche Würde."

Vimeo / TOTEM FILMS | Teaser zu "Moneyboys" mit englischen Untertiteln
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"Soul of a Beast" erhielt Auszeichnungen für die beste Regie, den Preis der Filmkritik als bester Spielfilm und für Pablo Caprez als bestem Schauspielnachwuchs. Der Film erzählt von drei Freunden, die nachts in den städtischen Zoo einbrechen.

Der queere Nachlass des verstorbenen Vaters

Ausgezeichnet wurden auch zwei weitere queere Filme. Zwei Preise gingen an "Anima – Die Kleider meines Vaters" (D 2022) von Uli Decker (bester Dokumentarfilm und Publikumspreis Dokumentarfilm), in dem die Filmemacherin ein Familiengeheimnis lüftet. Als ihr Vater stirbt, bekommt sie von ihrer Mutter eine Kiste mit dessen Heels, Schminke, Perücke und Tagebüchern. Das verändert ihren Blick auf den Vater und stellt ihr eigenes Leben auf den Kopf. Als Kind wollte sie selbst Pirat und Papst werden.


Motiv zu "Anima – Die Kleider meines Vaters": Filmemacherin Uli Decker wollte als Kind Pirat und Papst werden (Bild: Flare Film)

"Eine universelle Erzählung aus der bayerischen Provinz und Protagonistinnen, denen wir für ihren Mut Respekt zollen", urteilte die Jury. "Dabei weist die persönliche Tragödie eines Mannes und seiner Tochter, die an Rollenbildern und gesellschaftlichen Normen zu zerbrechen drohen, weit über die Genderproblematik hinaus und erzählt zudem mit Leichtigkeit und voller Liebe von Befreiung und Emanzipation."

Julia Windischbauer ist bester Schauspielnachwuchs


Julia Windischbauer (Bild: Oliver Dietze / ffmop)

Als bester Schauspielnachwuchs wurde Julia Windischbauer ausgezeichnet. Im Film "PARA:DIES" (A 2022) spielt sie die Freundin einer nichtbinären Person (queer.de berichtete).

"Windischbauer zeigt mit ihrer Figur, wie eng Schmerz und Freude, Scham und Mut innerhalb einer co-abhängigen Beziehung beieinander liegen, und sie setzt diese gegensätzlichen Gefühle scheinbar mühelos frei", lobte die Jury. "Ab der ersten Szene von 'PARA:DIES' werden wir Zeugen, wie fatal sich ein Mensch in einem immer schneller rotierenden Gefühlskarussell verstricken kann."

Das 43. Filmfestival Max Ophüls Preis hatte wegen der Corona-Pandemie an zehn Tagen dezentral in neun saarländischen Kinos und in hybrider Form mit Streaming-Angeboten stattgefunden. Es gilt als das wichtigste Festival für den jungen deutschsprachigen Film und steht für die Entdeckung junger Talente aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Auffällig war für die Festivalleitung in diesem Jahr ein großer Anteil von Hybridfilmen, also einer Mischform zwischen Spielfilm und Dokumentarfilm. (cw/dpa)

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Moneyboys
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