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Neue Doku

"Walter Sedlmayr – Outing durch Mord" feiert im Februar Premiere auf RTL+

Das Kölner Streamingportal behandelt einen Monat nach einer Doku über Rudolph Moshammer das Schicksal eines weiteren prominenten schwulen Bayern, der gewaltsam zu Tode kam.


Die Dokumentation ist ab der zweiten Februarwoche zu sehen (Bild: RTL+)

  • 27. Januar 2022, 13:11h, noch kein Kommentar

RTL+ zeigt ab dem 7. Februar "Walter Sedlmayr – Outing durch Mord" aus der Reihe "Stern Crime". Die zweiteilige Dokumentation soll die "schockierende Wahrheit hinter dem Mord an Volksschauspieler Walter Sedlmayr" behandeln, teilte das Streamingportal der Kölner RTL-Gruppe mit.

Bereits seit 10. Januar bietet RTL+ die einstündige Dokumentation "Rudolph Moshammer – der käufliche König" zum Streamen an. In dem Film ordnet Dragqueen Bambi Mercury das Leben des 2005 ermordeten Münchner Modedesigners ein (queer.de berichtete).

Der 1926 geborene bayerische Volksschauspieler Walter Sedlmayr wurde vor mehr als 30 Jahren tot in seiner Wohnung in München aufgefunden – blutüberströmt im Schlafzimmer, den Hinterkopf mit einem Hammer zertrümmert und mit mehreren Messerstichen im Körper. Geld und Schmuck wurden offenbar aus der Wohnung entwendet; eine Peitsche, Kondome und Gleitgel lagen neben dem Bett.

"Der Mörder kam von hinten" titelte damals die "Bild"-Zeitung und outete Sedlmayr mit dieser Doppeldeutigkeit als schwul. Der "Vorzeige-Bayer" mit konservativem Image hatte seine sexuelle Orientierung – wie viele andere Schauspieler in dieser Zeit – vor der Öffentlichkeit geheim gehalten.

Die Polizei suchte den Täter zunächst unter Strichern, doch nur wenige Zeit später wurde klar, dass es eine bewusst falsch gelegte Fährte war. Sedlmayrs "Ziehsohn" und Geschäftsführer Wolfgang W. sowie dessen Bruder Manfred L. wurden in einem Indizienprozess des Mordes überführt. Zuvor hatte es Streit wegen Geld gegeben, zudem war das Testament des Schauspielers gefälscht worden.

Vorwürfe gegen Münchner Polizei im Fall Sedlmayr

Bereits vor dem offiziellen Start sorgt die RTL-Doku für Gesprächsstoff: In einer Arbeitsfassung des Films wird der Münchner Polizei vorgeworfen, stümperhaft im Fall ermittelt zu haben. So erklärt darin ein frühere Klatschreporter, dass die Beamt*innen einen Tresor im Haus des Ziehsohns übersehen hätten. Ex-Kommissar Josef Wilflin zeigte sich in der "Bild"-Zeitung (Bezahlartikel) erzürnt über diesen Vorwurf: "So ein Quatsch. Wir haben im Haus jeden Quadrat-Zentimeter auseinander genommen. Und natürlich den Tresor gefunden. Da hat sich RTL schön was zusammen gezimmert", so Wilflin. Eine RTL-Sprecherin erwiderte: "Es handelt sich um eine Arbeitsfassung, die aktuell noch in Bearbeitung ist..." (cw)



Namen der Sedlmayr-Mörder dürfen online bleiben

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass die Namen der Mörder von Walter Sedlmayr in Online-Archiven genannt werden dürfen.