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Serientipp

Peacock bringt "Girls5eva" endlich nach Deutschland

Die Comedy-Serie über das Comeback einer Girlgroup gehört zu den Highlights des neuen Streamingdiensts Peacock. Humor wird großgeschrieben – und eine lesbische Hauptfigur gibt es auch.


Versuchen sich an einem Comeback (v.l.n.r.): Summer (Busy Philipps), Wickie (Renée Elise Goldsberry), Daran (Sara Bareilles) und Gloria (Paula Pell) vom One-Hit-Wonder Girls5eva (Bild: Peacock)

Seit ein paar Tagen ist auch in Deutschland – wohlgemerkt nur für Sky-Kunden! – der Streamingdienst Peacock verfügbar, ein Ableger des Medienkonzerns NBCUniversal. Das Angebot aus neuen und alten Filmen und Serien ist vergleichsweise überschaubar und nicht deckungsgleich mit dem in den USA, weswegen sich Netflix oder Disney+ erst einmal keine Sorgen um ihre Führungspositionen im Streaming-Wettstreit machen müssen.

Aber mindestens ein exklusives Highlight, das wenigstens ein Reinschnuppern lohnenswert macht, hat Peacock auf jeden Fall schon zu bieten: die Comedy-Serie "Girls5eva", die es ein gutes halbes Jahr nach US-Start nun also auch endlich bei uns zu sehen gibt.

Eine von Anfang ganz klar alberne Komödie

Der Plot der von Meredith Scardino erdachten Serie erinnert auf den ersten Blick an den von "Queens", gerade erst gestartet bei Disney+: eine in den Neunzigerjahren mal erfolgreiche Girlgroup bekommt rund 20 Jahre später die Chance zu einem Comeback, als ein Hit von damals durch ein Sample wieder in aller Munde ist. Doch während "Queens" (mit Brandy und Eve) aus der Prämisse eine Art Hip-Hop-Seifenoper macht, ist "Girls5eva" von Anfang ganz klar eine alberne Komödie.

Das Titel gebende Quintett war schon zu Hochzeiten bloß ein One-Hit-Wonder, und selbst von dem bisschen Ruhm ist nichts mehr geblieben. Dawn (Sara Bareilles) jobbt im Restaurant ihres Bruders und ist ansonsten Ehefrau und Mutter, während Summer (Busy Philipps) sich eine Weile als Promi-Sternchen durchschlug, noch immer in einer großen Villa lebt und eine seltsame Fernbeziehung mit ihrem Ehemann (Andrew Rannells) führt, der seinerseits mal in einer Boyband war.

Ein Coming-out und jede Menge Gesangstalent


Gloria hatte mittlerweile ihr Coming-out und trauert ihrer Ehefrau hinterher

Gloria (Paula Pell) hatte inzwischen ihr Coming-out, arbeitet als Zahnärztin und trauert ihrer Ehefrau hinterher. Und Wickie (Renée Elise Goldsberry) tut zumindest auf Instagram noch so, als würde sie weiterhin in Glamour und Luxus schwelgen. Nur Ashley (Ashley Park) ist beim unterschiedlich ehrgeizig betriebenen Versuch eines Neubeginns nicht mehr dabei: Sie starb 2004 bei einem Pool-Unglück und könnte so höchstens noch als Hologramm mit den anderen auf der Bühne stehen.

Genau wie in "Queens" ist also auch in "Girls5eva" ein Bandmitglied inzwischen lesbisch, doch die noch entscheidende Parallele ist, dass auch hier mit Grammy-Gewinnerin Sara Bareilles (bekannt u.a. für den Coming-out-Song "Brave") und Broadway-Star Renée Elise Goldsberry (die für "Hamilton" einen Tony gewann) zwei Hauptdarstellerinnen jede Menge Gesangstalent und Bühnenerfahrung haben. So machen die acht Folgen der ersten Staffel (eine zweite ist schon bestellt) auch musikalisch Spaß.

Ansonsten wird, wie gesagt, vor allem Humor großgeschrieben. Eine der Produzentinnen der Serie ist Tina Fey, die auch einen herrlichen Gastauftritt als Dolly Parton hat, und wer "30 Rock" oder "Unbreakable Kimmy Schmidt" mochte, wird sich auch hier köstlich amüsieren. Auch über den schwulen Komiker und "Saturday Night Live"-Star Bowen Yang übrigens, der in einer Folge mit dabei ist.

Direktlink | Englischer Originaltrailer zur Serie
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Weitere sehenswerte Serien auf Peacock

"Girls5eva" ist aber übrigens – eben Klassikern wie "Will & Grace" oder "Downton Abbey" – nicht die einzige neue Serie im Programm von Peacock, die einen Blick wert ist. In der sehr charmanten Comedy-Serie "Rutherford Falls", die für mehr Sichtbarkeit der Native-American-Community sorgt, spielt mit Jesse Leigh ein*e nichtbinäre Schauspieler*in eine der Hauptrollen. Und in der Neuauflage der Highschool-Serie "Saved by the Bell" ist die trans Schauspielerin Josie Totah einer der Protagonist*innen und Cheyenne Jackson in einer Nebenrolle zu sehen.

Demnächst startet bei dem Streamingdienst auch "Joe vs. Carol" mit Kate McKinnon und John Cameron Mitchell, die fiktionalisierte Version der "Tiger King"-Geschichte. Und auch die Neuauflage von "Queer as Folk" wird noch in diesem Jahr dort zu sehen sein.