Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?41020

Umfrage

Vier von fünf Deutschen lehnen queerfeindliches katholisches Arbeitsrecht ab

Eine große Mehrheit hält es für falsch, dass die katholische Kirche Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität nach Gutdünken feuern darf. Bei Anhänger*innen der AfD ist die Ablehnung am geringsten.


Homosexualität oder Transidentität kann für Angestellte in katholischen Krankenhäusern oder Schulen noch immer zur Kündigung führen

79 Prozent der deutschen Bevölkerung lehnt es ab, dass die katholische Kirche weiterhin queere Angestellte die Kündigung wegen eines "Loyalitätsverstoßes" aussprechen darf. Das geht aus einer am Freitag im "Bonner Generalanzeiger" veröffentlichten Civey-Umfrage hervor.

Konkret gefragt wurde: "Sollte Homosexualität oder Transgeschlechtlichkeit Ihrer Meinung nach weiterhin ein Kündigungsgrund für Angestellte der katholischen Kirche sein?" Die große Mehrheit (72 Prozent) antwortet mit "auf gar keinen Fall", nur sieben Prozent tendieren zu "eher nein". 13 Prozent befürworten hingegen die Nutzung einer entsprechenden Ausnahmegenehmigung in den deutschen Antidiskriminierungsrichtlinien. Acht Prozent sind unentschlossen.

Anhänger*innen aller demokratischer Parteien gegen Diskriminierung

Wähler*innen der Grünen sind besonders entschieden gegen die bestehende Regelung (95 Prozent). Auch bei SPD (89 Prozent), Linken (86 Prozent), FDP (83 Prozent) und Union (69 Prozent) gibt es eine deutliche Mehrheit gegen das kirchliche Recht auf Diskriminierung. Nur bei Fans AfD spricht sich lediglich eine Minderheit (49 Prozent) für eine Änderung aus. Zudem geht aus der Umfrage hervor, dass Menschen in Städten etwas stärker das augenblickliche Recht ablehnten als die Landbevölkerung.

Für die repräsentative Online-Umfrage wurden Antworten von 5.000 Teilnehmenden zwischen Dienstag und Freitag berücksichtigt und gewichtet. Civey gibt die statistische Fehlertoleranz mit 2,5 Prozentpunkten an.

Hintergrund ist die öffentliche Debatte zur #OutInChurch-Initiative, bei der sich mehr als 120 Kirchenangestellte am Montag als queer geoutet hatten (queer.de berichtete). Im Rahmen der Kampagne berichteten auch Betroffene davon, die wegen ihrer sexuellen Orientierung ihren Arbeitsplatz in einer kirchlichen Einrichtung verloren haben. Mehrere Bischöfe, etwa Heinrich Timmerevers aus Dresden, beteuerten jedoch, dass katholische Angestellte in ihrer Diözese mit keinen arbeitsrechtlichen Konsequenzen wegen ihrer sexuellen Orientierung rechnen müssten (queer.de berichtete). (dk)



#1 UnrechtsstaatAnonym
  • 28.01.2022, 13:46h
  • "Vier von fünf Deutschen lehnen queerfeindliches katholisches Arbeitsrecht ab"

    4/5 = 80 %

    Das heißt, 20 % der Deutschen sind gegen gleichwertige Menschenrechte für Queers.

    Das ist übel viel.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 DreddAnonym
#3 LegatEhemaliges Profil
#4 fast daAnonym
  • 28.01.2022, 15:12h
  • Antwort auf #3 von Legat
  • aber sind wir da nicht schon fast? immerhin ist das häuflein nomineller katholiken bereits auf c+/- 25 % zusammengeschrumpft .... wobei aktives "ablehnen" natürlich noch besser wäre, da stimme ich dir zu.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 UnrechtsstaatAnonym
#6 DreddAnonym
  • 28.01.2022, 16:04h
  • Antwort auf #5 von Unrechtsstaat
  • Hab ich weder behauptet noch würde diese Behauptung meiner Aussagen widersprechen, aber viel interessanter: Was sind sie denn dann ? Denn alles was kein Naturgesetze ist bleibt am Ende "verhandelbar" bzw. muss sich gegen die bzw. in der Realität beweisen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 LegatEhemaliges Profil
  • 28.01.2022, 16:49h
  • Antwort auf #6 von Dredd
  • Voraussetzung um Grundrechte verhandelbar zu machen wäre zunächst eine Auflösung der Bundesrepublik Deutschland. Das ist wohlgemerkt rechtlich gar nicht möglich und nur über einen Staatsstreich, eine feindliche Übernahme oder dergleichen möglich.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 DreddAnonym
  • 28.01.2022, 17:18h
  • Antwort auf #7 von Legat
  • Ehrliche Frage: Wie kann etwas "unverhandelbar" sein wenn es ein erdachtes Konstrukt ist, eine schöne Idee die auf Papier gebracht wurde unterliegt doch immer noch den menschlichen Handel.

    Dieser Artikels hier und die Existenz dessen was im Artikel (zu Recht) kritisiert wird sind doch Beweis genug das es verhandelbar ist !
  • Antworten » | Direktlink »
#9 RuntAnonym
  • 28.01.2022, 17:23h
  • Antwort auf #7 von Legat
  • Ich greife mal zum analytischen Skalpell:

    Die Frage scheint mir hier: wer

    a) wer stellt die Verletzung der Grundrechte fest, dass es auch akzeptiert wird? (das in einem Post zu machen, reicht ja nicht)

    und

    b) wie kann über eine Verletzung der Grundrechte entschieden werden, so dass sich daraus Konsequenzen ergeben.

    Im Rahmen der Verfassung ginge das im Falle des kirchlichen Arbeitsrechts über eine Klage, entweder vor dem Verfassunggericht oder vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. (Allerdings würde auch da über den Fall "verhandelt", weil Gesetze und Rechte immer missinterpretiert werden können. Darauf beruht das Rechtssystem. ).

    Oder statt der Legislative wird es über die Exekutive des Staates entschieden - Indem die Regierung eine entsprechende Änderung des Gesetzes beschließt. Das wird hier wahrscheinlich so kommen.

    Außerstaatlich und außerhalb des Rechts geht bislang nur der Weg des "zivilen Ungehorsams", der, wie man aus der #outinchurch Initiative ersehen kann, bereits jetzt von vielen Kirchnmitarbeiter*innen beschritten wird und jetzt öffentlich gemacht wird, um Druck auf den Staat und seine Organe auszuüben.

    Letzteren Weg können aber nur Mitglieder der Kirche selbst beschreiten, wobei man sie natürlich darin unterstützen kann.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 ChrisNAnonym
  • 28.01.2022, 18:07h
  • Wie immer beeeinflussen die Formulierung der Frage und die Antwortvorschläge den Ausgang solcher Umfragen.

    Hätte man als Antwortmöglichkeit noch hinzugefügt: "Dass muss die katholische Kirche selbst entscheiden", hätten sicher noch mal 20 % oder mehr dafür gestimmt, zusätzlich zu den Ja/Egal-Stimmern.

    Es wäre schön wenn es so wäre, dass 80 % der Bundesbürger ein Problem mit dem Arbeitsrecht der katholischen Kiche hätten, nur die Umfrage suggeriert hier eine Wirklichkeit, die leider nicht vorhanden ist.
  • Antworten » | Direktlink »