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Virtueller Parteitag

Die Grünen haben jetzt Deutschlands erste bisexuelle Parteichefin

Die bisherige Vizechefin Ricarda Lang wurde am Samstag zur neuen Vorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen gewählt. Drei Viertel der Delegierten stimmten für die 28-Jährige aus der Nähe von Stuttgart.


Die Bundestagsabgeordnete Ricarda Lang führt Deutschlands drittgrößte Partei (Bild: Elias Keilhauer)

Führungswechsel bei den Grünen: Die Bundestagsabgeordnete Ricarda Lang ist am Samstagnachmittag beim virtuellen Parteitag der Grünen zur neuen Vorsitzenden gewählt worden. Die 28-Jährige erhielt nach Angaben der Partei 75,93 Prozent der abgegebenen Stimmen. 552 Delegierte stimmten mit Ja, 137 mit Nein, darüber hinaus gab es 38 Enthaltungen. Lang ist die jüngste Grünen-Vorsitzende in der Geschichte der Partei.

Big News: Ich kandidiere als Parteivorsitzende. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wurden gegründet, um unsere natürlichen...

Posted by Ricarda Lang on Sunday, December 12, 2021
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Das Ergebnis muss noch per Briefwahl mit Frist zum 14. Februar 2022 bestätigt werden. Zum Co-Parteichef wurde in einem separaten Wahlgang der Außenpolitiker Omid Nouripour gewählt. Er erhielt 82,58 Prozent. Die Grünen werden traditionell von einer paritätischen Doppelspitze geführt.

Ricarda Lang war bislang Vize-Parteivorsitzende und von 2017 bis 2019 Chefin der Nachwuchsorganisation Grüne Jugend. Die Politikerin aus dem schwäbischen Filderstadt (Landkreis Esslingen) sorgte bei der Bundestagswahl im September 2021 für Schlagzeilen, weil sie als erste offen bisexuelle Person den Einzug ins deutsche Parlament schaffte (queer.de berichtete).

"Bisexuelle Menschen sind kaum sichtbar"

Lang hatte 2020 in einem Interview mit dem "Bisexuellen Journal" (PDF) beklagt, dass das B der LGBTI-Community oft verdrängt werde: "Bisexuelle Menschen sind kaum sichtbar und werden oft diskriminiert. Gerade bisexuelle Frauen werden häufig nicht ernst genommen", sagte Lang. "Es gibt viele Anfeindungen bis hin zu offenem Hass auf das vermeintlich Andere. Dem müssen wir entgegenwirken – sowohl in der Politik als auch in der Gesamtgesellschaft, aber natürlich auch in der LSBTI*-Community."


Ricarda Lang mit Bi-Flagge (Bild: Georg Kössler)

Bisexuelle Menschen müssten darum "in allen politischen Bereichen nicht nur mitgenannt, sondern tatsächlich auch mitgedacht werden", forderte Lang in dem Interview. "In den Bildungsplänen der Schulen zum Beispiel muss Bisexualität – und ganz allgemein Vielfalt – als eigenes Thema verankert werden. Es darf nicht länger nur im Nebensatz erwähnt werden." Als ihre politischen Schwerpunkte benannte die frühere Chefin der Grünen Jugend wiederholt Feminismus und Frauenpolitik sowie Bildungs- und Hochschulpolitik.

Lang wegen Corona-Infektion in Home-Isolation

Lang konnte wegen einer Corona-infektion nicht wie ursprünglich geplant auf der Bühne im Berliner Velodrom sprechen, wo ein kleiner Kreis von Spitzen-Grünen versammelt war. Die mehrere Hundert Delegierten waren online zugeschaltet. Die neue Parteichefin löst Annalena Baerbock ab, die die Partei gemeinsam mit Robert Habeck vier Jahre lang führte und als Außenministerin gemäß der Grünen-Satzung nicht Parteichefin bleiben kann. (cw)

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#1 YunaAnonym
  • 29.01.2022, 18:30h
  • Gemessen an der Vorgängerin sehr schwaches Wahlergebnis. 97% & 76%. Überhaupt fällt auf, 2 Studienabbrecher ohne irgendeine minimale Berufserfahrung führen jetzt die Grünen. Ich meine, die Flanke für die politische Konkurrenz ist sehr weit offen, denn beide sind dadurch stark angreifbar.
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#2 NewTimesAnonym
#3 GrummelAnonym
#4 StaffelbergblickAnonym
  • 29.01.2022, 21:46h
  • Inwieweit Parteiverantwortliche einen abgeschlossenen Berufsabschluß haben müssen, halte ich für relativ.
    z.b. Spahn ist Sparkassenfachwirt und wie sieht sein Ergebnis aus?
    Ein Merz ... was ist der gewesen? Gut zuletzt für den weltgrößten Investmentfond tätig. Eigentlich ein Grund ihn schon nicht für eine "Christliche" Partei zu exponieren.
    Gabriel (SPD) ist Lehrer.
    Wir können uns hier auslassen, inwieweit ein abgeschlossener Berufsabschluß notwendig ist, bringt aber nichts, es kommt auf die Inhalte an und inwieweit diese dem Wahlvolk fundiert überzeugend nahegebracht werden.
    Es gibt gerade im IT-Bereich, die wurden von Menschen gegründet, die ihren Uni-Abschluß abbrachen ... fragt da heute noch jemand?
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#5 NewTimesAnonym
  • 30.01.2022, 07:42h
  • Antwort auf #3 von Grummel
  • Was ist denn daran absurd? Selbstverständlich gibt es Leute, die ohne Ausbildung oder ohne Berufsabschluss oder ohne Bwrufserfahrung kompetent und erfolgreich sind.
    Aber wenn ich mir das neue Spitzenduo der Grünen anschaue, dann beschleicht mich das Gefühl, dass hier ein Gegengewicht zu den beiden Spitzenministern (deutsch, heteronormativ, verheiratet, konservatives Auftreten) zwanghaft gesucht worden ist.
    Ich finde, dass Ricarda Lang eine durchaus vielversprechende Frau ist, aber sie jetzt in dieser Spitzenposition zu früh verheizt wird. Und das wäre schade.
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#6 audeasAnonym
#7 NewTimesAnonym
  • 30.01.2022, 11:05h
  • Antwort auf #6 von audeas
  • Was Du nicht alles bei mir rauslest. Sagt eigentlich mehr über Dich aus als über mich. Ich habe niemanden abgewertet. Hab nur einen sachlich richtigen Kommentar abgegeben.
    Eine argumentive Diskussion ist Euch wohl fremd. Fehlt nur ei Totschlag-Argument das auf "-phob" endet.
    Wie schon gesagt, ich halt Frau Lang für vielsprechend, aber aus Imagegründen wird sie früh in das Amt gesteckt.
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