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Reaktionen auf #OutInChurch

Erzbischof Koch stellt Zölibat in Frage, Kardinal Marx leitet Queer-Gottesdienst

Nach dem Massen-Coming-out vor einer Woche kommt Bewegung in die katholische Kirche. Weitere deutsche Bischöfe fordern öffentlich grundlegende Reformen.


Heiner Koch wurde 2015 von Papst Franziskus zum Erzbischof von Berlin ernannt (Bild: Membeth / wikipedia)
  • 30. Januar 2022, 04:22h 9 3 Min.

In der katholischen Kirche in Deutschland überschlagen sich die Forderungen nach massiven Reformen. Der Erzbischof des Erzbistums Berlin, Heiner Koch, stellte als Reaktion auf die Initiative #OutInChurch sogar das Zölibat auf den Prüfstand. Ehelosigkeit sei zwar ein "starkes Glaubenszeugnis", müsse aber "nicht der ausschließliche Weg zum priesterlichen Dienst sein", sagte Koch am Wochenende dem "Tagesspiegel" (Bezahlartikel). Er wisse, "wie stark die Glaubens- und Verkündigungskraft vieler Verheirateter ist, die auch im priesterlichen Leitungsdienst eine Bereicherung wären".

Im Zuge der Initiative "#OutInChurch – Für eine Kirche ohne Angst" hatten sich am Montag 122 Beschäftigte der katholischen Kirche als queer geoutet und ein Ende ihrer Diskriminierung gefordert, darunter auch Priester (queer.de berichtete). Sie verlangen unter anderem eine Änderung des kirchlichen Arbeitsrechts, damit künftig die sexuelle Orientierung und die geschlechtliche Identität kein Kündigungsgrund mehr sind, die Streichung diffamierender Aussagen aus der kirchlichen Lehre sowie Zugang zu den Sakramenten und allen Berufsfeldern der Kirche. Eine gleichlautende Online-Petition "#OutInChurch – Für eine Kirche ohne Angst" haben bereits über 79.000 Menschen unterschrieben.

Koch: Umgang mit Homosexualität "eines der großen Probleme"

"Ich bedauere, dass sie offensichtlich in der Kirche, in ihren Gemeinden und in ihren Gemeinschaften nicht die Offenheit gefunden haben, darüber zu sprechen", kommentierte Erzbischof Koch das Massen-Coming-out. Der Umgang der Kirche mit Homosexualität sei "eines der großen Probleme". In der katholischen Weltkirche gebe es "nach wie vor abwertende Positionen zur Homosexualität". Für die Kirche in Deutschland sei das Coming-out "auch ein dringender Anstoß, den ich ausdrücklich unterstütze, die Grundordnung, das kirchliche Arbeitsrecht, zu evaluieren".

Der Würzburger Bischof Franz Jung glaubt indes nicht an eine schnelle Reform des katholischen Arbeitsrechts. "Ob sich das in diesem Jahr ändert, das weiß ich nicht", sagte er am Freitag in der Sendung "Bayern 2 debattiert". In diesem Zusammenhang seien "unendlich komplizierte Diskussionen" zu erwarten.

Insgesamt sieht Jung einen großen "Umdenkungsprozess" in der katholischen Kirche im Umgang mit LGBTI. "Wir müssen auf die Wirklichkeit schauen, wie sie ist, die Menschen so annehmen, wie sie sind, und mit ihnen zusammen einen Weg gehen", so der Bischof in der Radiosendung. Eine Aufrechterhaltung der Fassade der Kirche, die wichtiger sei als das wirkliche Leben, dürfe es in Zukunft nicht mehr geben – weder beim Thema Missbrauch noch beim Thema Homosexualität. "Es kann keine Lehre geben, wo man die Wirklichkeit ausblendet."

Erzbischof Schick: Niemand wird gekündigt

Für Veränderungen in der katholischen Kirche sprach sich auch der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick aus. "Bei Problemen bezüglich sexueller Orientierung, Scheidung und Wiederverheiratung etc. haben wir immer versucht, Lösungen zu finden. Das werden wir auch in Zukunft fortsetzen", sagte Schick gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur. Wenn queere kirchliche Mitarbeiter*innen sich outeten, hätten sie nicht mit Kündigung zu rechnen.

Der Kardinal und Erzbischof von München, Reinhard Marx, hatte sich bereits am Donnerstag für die Zulassung von schwulen Männern zum Priesteramt ausgesprochen (queer.de berichtete). Nun wurde bekannt, dass er am 13. März 2022 erstmals eine LGBTI-Messe leiten wird. Der Queer-Gottesdienst in der Paulskirche an der Theresienwiese findet bereits seit 20 Jahren statt – immer am zweiten Sonntag im Monat um 18.30 Uhr. Zum Jubiläum hatte die Gemeinde den Kardinal angefragt, der überraschend zusagte. (cw/dpa)

Wöchentliche Umfrage

» Wird die katholische Kirche nach #OutInChurch endlich ihre Attacken gegen LGBTI einstellen?
    Ergebnis der Umfrage vom 24.01.2022 bis 31.01.2022

#1 LothiAnonym
  • 30.01.2022, 08:18h
  • Da scheint Bewegung aufzukommen. Doch ob das auch genügt bleibt abzuwarten. Erst wenn dieses unsinnige Zölibat ganz vom Tisch ist wird es auch bei Reformen in der RKK etwas gutes bewirken. Wunder gibt es immer wieder.
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#2 YomenAnonym
  • 30.01.2022, 09:07h
  • Das beansprucht dieser Verein über Jahrhunderte das Wort Gottes zu verkünden, und jetzt kommen die drauf, dass sie wohl Unfug verbreiten.
    Die sind so fertig
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#3 NonneNuAnonym
  • 30.01.2022, 09:34h
  • Das nennt man marktorientiertes Handeln! In Deutschland pseudoliberal... schon in Polen absolut faschistisch ("Homo freie Gemeinde") und in Teilen Afrikas mörderisch!
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