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Evangelische Kirche
"Damit Kirche zu einem sicheren und offenen Ort wird"
Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat einen queeren Online-Gottesdienst aufgenommen – den ganzen Februar über wird er auf der Homepage verfügbar sein.

Symbolbild: Queer-Gottesdienst in Berlin (Bild: Rogate-Kloster)
- 31. Januar 2022, 06:07h - 2 Min.
Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) will Vielfalt feiern – und beschäftigt sich mit der Situation queerer Christ*innen in einem Online-Gottesdienst. Den ganzen Februar über wird der Gottesdienst unter dem Motto "Vielfalt und Glaube" auf der Internetseite der Online-Kirche verfügbar sein, wie Pfarrerin Jennifer Scherf der Deutschen Presse-Agentur vorab sagte. "Grundsätzlich wollen wir uns als Kirche dem Thema öffnen und den Wandel mitgestalten, damit Kirche zu einem sicheren und offenen Ort wird, gerade für die queere Community."
Anlass ist demnach der "Queer History Month", der sich mit der Geschichte queerer Menschen beschäftigt. Der Gottesdienst sei unabhängig von der Aktion #OutInChurch der 122 Priester und Beschäftigten der katholischen Kirche entstanden, die sich vor einer Woche geoutet haben. Viele Aufnahmen seien zu diesem Zeitpunkt schon im Kasten gewesen, sagte Scherf. "Ich finde es aber schön, dass wir als Gemeinde darauf reagieren können und sagen können: Ja, ihr habt Recht. Kirche muss offen sein – hier ist unser Beitrag." Drei evangelische Gläubige berichten in dem Online-Gottesdienst darüber, welche Erfahrungen sie mit der Kirche gemacht haben – positive wie negative.
Die Online-Pfarrerin ist selbst lesbisch
Scherf, die seit September als einzige Online-Pfarrerin der EKM arbeitet und in Leipzig lebt, hat bei dem Gottesdienst laut eigenen Angaben die liturgische Rolle eingenommen. Als lesbische Pfarrerin sei sie aber natürlich sehr berührt von dem Thema. "Ich habe in der Kirche auch beides erlebt: Schmerz und offene Arme", sagte Scherf.
Deshalb sei es ihr sehr nahe gegangen, dass sich Landesbischof Friedrich Kramer an der Aktion beteiligte. Er entschuldigt sich laut Angaben der Online-Kirche im Gottesdienst stellvertretend für das Leid, das Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität in der Kirche erlebt haben. "Ich bekenne für unsere Kirche, wir haben uns schuldig gemacht, indem wir die Vielfalt der göttlichen Schöpfung nicht wahrgenommen und wertgeschätzt haben, sondern sie abgewertet haben", sagt er darin. (cw/dpa)

Links zum Thema:
» Onlinekirche der EKM