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Homophobie
"Vergnügensverlust" wegen Regenbogenfahne: Ungarischer Fußballfan verklagt UEFA
Regenbogen-Koller eines homophoben Fußballfans: In der Slowakei verklagt ein Mann den europäischen Fußball-Dachverband, weil bei einer EM-Begegnung im Sommer überall bunte Fahnen zu sehen waren.

Oh mein Gott, eine Regenbogenfahne – jetzt macht das Dasein als Fußballfan keinen Spaß mehr…. (Bild: suzannademey / flickr)
- 31. Januar 2022, 13:08h 2 Min.
Ein Schlachtenbummler der ungarischen Fußball-Nationalmannschaft hat laut der Wochenzeitung "Hallo München" den europäischen Dachverband UEFA verklagt, weil er beim Europameisterschaftsspiel des ungarischen Teams gegen Deutschland in der bayerischen Landeshauptstadt zu viele Regenbogenfahnen gesehen habe. Die Klage wurde demnach vor einem Gericht in der Westslowakei eingereicht, dort wohne der Angehörige der ungarischen Minderheit.
"Statt ein Sportevent zu erleben, musste er sich ein politisches Statement ansehen", beklagte sein Anwalt David Nagy gegenüber "Hallo München". "Diese exzessive politische Propaganda hat zu einem großen Vergnügensverlust geführt, also hat mein Klient Anspruch darauf, seine Ticketkosten erstattet zu bekommen."
Während der UEFA die Klage noch nicht bekannt sei, erklärte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter: "Ich würde unabhängig von diesem juristischen Streit alles wieder so machen." Die Stadt werde sich "immer klar gegen Ausgrenzung und für die Gleichbehandlung aller Menschen einsetzen", so der SPD-Politiker. Hintergrund des damaligen Regenbogen-Protestes ist ein wenige Tage zuvor vom ungarischen Parlament beschlossenes queerfeindliches Gesetz, das an das russische Gesetz gegen "Homo-Propaganda" erinnert (queer.de berichtete).
UEFA nahm viel Rücksicht auf homophobe Fans
Die Klage scheint überraschend, da die UEFA stark auf die homophoben Fans Rücksicht zu nehmen schien: So lehnte der Verband die unter anderem von der Stadt geforderte Beleuchtung des Münchner Stadions in Regenbogenfarben bei diesem Länderspiel mit Verweis auf den "politischen Kontext" ab (queer.de berichtete). In der ganzen Stadt wurden daraufhin aus Solidarität mit der queeren Community Regenbogenfahnen gezeigt. Sie wurden von queeren Aktivist*innen verteilt. Mehrere andere Stadien in Deutschland wurden außerdem bunt beleuchtet (queer.de berichtete).
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Posted by Amnesty International Deutschland on Wednesday, June 23, 2021
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Bereits vor diesem Beleuchtungsverbot hatte der Kontinentalverband Ermittlungen gegen den deutschen Kapitän Manuel Neuer einleiten lassen, weil dieser eine Regebogenarmbinde getragen hatte (queer.de berichtete). Auch mit weiteren Aktionen ging die UEFA auf Homo-Hasser*innen zu: So untersagte sie Sponsoren in manchen Ländern, in Regenbogenfarben zu werben, und halbierte eine Strafe gegen den ungarischen Verband wegen rassistischer und homophober Ausbrüche seiner Fans. (dk)














Kann man dann auch die UEFA verklagen, weil ungarische Fahnen zu sehen waren? Ist doch auch ein politisches Statement und "Vergnügungsverlust".
Und wenn das eigene Team verliert, dann ist das doch auch ein "Vergnügungsverlust". Kommt dann das unterlegene Team für die Tickets auf?
Für solche blödsinnigen Klagen sollte es Strafen geben, wenn man die Gerichte mit solchen Nichtigkeiten von wichtigen Sachen abhält.