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Diskriminierungsklage

Lesbische US-Soldatin sollte Make-up und lange Haare tragen

Über Jahre musste sich Kristin M. Kingrey mutmaßlich frauen- und lesbenfeindliche Kommentare von Vorgesetzten anhören. Drohungen mit negativen Konsequenzen traten schließlich sogar ein. Jetzt klagt sie.


Kristin M. Kingrey im Interview für die LGBTI-Organisation Fairness West Virginia (Bild: Fairness West Virginia)

Die 37-jährige Lesbe Kristin M. Kingrey ist Technikerin bei der US-amerikanischen Nationalgarde. Doch ihren Arbeitgeber verklagte die Soldatin nun.

Der Grund: Ein männlicher Vorgesetzter soll von ihr verlangt haben, sich lange Haare wachsen zu lassen, Make-up zu tragen und insgesamt ein "weiblicheres" Auftreten an den Tag zu legen.

Entsprechende Kommentare, die Kingrey als belästigend und diskriminierend erlebt hat, sollen bereits früher gefallen sein. Und nicht nur das: Sollte sie sich an die gestellten Anforderungen nicht halten, hieß es, müsse sie mit negativen beruflichen Konsequenzen rechnen. Die kamen schließlich auch.

Jahrelange Schikane

Bereits von 2016 bis 2018 an soll die Frau aus Charleston in West Virginia immer wieder in Büros von Vorgesetzten gerufen worden sein. Dort will sie immer wieder aufs Neue damit konfrontiert worden sein, dass ihr Haar angeblich zu kurz sei.

Doch ihrer Auffassung nach stimmte das gar nicht. Darum fing sie irgendwann an, sogar die offiziellen gesetzlichen Vorschriften mit sich herum zu tragen, in denen die vorgegebene Haarlänge für Soldatinnen notiert sind. Kingrey ist sich sicher, trotz anderslautender Behauptungen gegen keine Regeln verstoßen zu haben.

Die Schikanen hörten allerdings nicht auf. Vorgesetzte und Kolleg*innen sollen das Gerücht gestreut haben, dass Kingrey transgeschlechtlich sei, ihr Äußeres ein Ausdruck einer Transition ins männliche Geschlecht. In einer Situation soll sie sogar gezwungen worden sein, die Jacke einer weiblichen Ehrengardistin vor anderen Soldat*innen anzuprobieren, um zu beweisen, dass sie in keine der Größen mit weiblichem Schnitt hinein passen würde.

Jobs nicht erhalten

Die negativen beruflichen Konsequenzen, mit denen Kingrey bedroht worden sein soll, sollen schließlich tatsächlich eingetreten sein. Eine Stelle, für die sie bereits ausgewählt worden gewesen wäre, sei beinahe 18 Monate nach der Zusage wieder zurückgezogen worden. Eine andere Stelle will sie wegen der Nörgelei an ihrem Äußeren nicht bekommen haben. Beides soll sich im Jahr 2020 zugetragen haben.

Als Reaktion auf eine zunächst eingereichte Beschwerde soll Kingrey darauf hingewiesen worden sein, dass intern nun gegen sie ermittelt werde. Außerdem soll sie plötzlich eine negative Bewertung für ihre Arbeitsleistung erhalten haben.

Wegen Belästigung, Diskriminierung und einer Vergeltungsaktion auf Grundlage ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung und ihrer wahrgenommenen, geschlechtlichen Nonkonformität reichte die Nationalgardistin schließlich im November vergangenen Jahres Klage ein. Wie Kingreys Arbeitgeber, die West Virginia Air National Guard, zu den Vorwürfen steht, ist noch nicht bekannt.



#1 DQ24Anonym
  • 01.02.2022, 07:48h
  • Anscheinend hat sich seit den Siebzigern nichts geändert. Schon damals wurde geschlechtsspezifisches Aussehen vorgeschrieben. Von damals bis heute wurden Frauen und Homosexuelle verbal, sexuell und/oder körperlich angegriffen.
    Ich kann mich an die Geschichte eines Mannes erinnern, damals ein Private, der von seinen Kameraden zusammengeschlagen wurde, weil er seine Haare halblang haben wollte. Nicht die Schläger, sondern er wurde bestraft. Er erzählte mir die Geschichte Jahre später in Ft Meade.
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