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#OutInFootball?
Hitzlsperger: "Gruppen-Outing wie in Kirche könnte ein gutes Modell sein"
Die Kirche als Vorbild für den Profi-Fußball? Laut Thomas Hitzlsperger könnte #OutInChurch die Blaupause für ein Massen-Coming-out in der Bundesliga sein.

Thomas Hitzlsperger hatte sich vor acht Jahren als schwul geoutet (Bild: Screenshot Das Erste)
- 1. Februar 2022, 08:59h 2 Min.
Der offen schwule Fußball-Manager und Ex-Profi Thomas Hitzlsperger sieht die Initiative #OutInChurch als mögliches Vorbild für ein Coming-out von Fußballern in der Bundesliga: "Ein Gruppen-Outing, wie wir es jetzt in der Kirche gesehen haben, könnte ein gutes Modell sein, um den Druck von dem Einzelnen wegzunehmen", so der Ex-Nationalspieler in einem Bericht des "ARD-Morgenmagazins" vom Dienstag. Einschränkend fügte er an: "Und dennoch darf man nicht unterschätzen, dass die Gruppe am Ende wieder auseinandergeht und man alleine für sich ist." Hitzlsperger hatte sich nach dem Ende seiner Profilaufbahn Anfang 2014 als schwul geoutet (queer.de berichtete).
Der schwule Ex-Fußballer Marcus Urban ergänzte in dem Bericht, dass die Fußballerwelt und die katholische Kirche in ihrem Verhältnis zu Homosexualität recht ähnlich seien: "Es gibt diese gemeinsame Unterdrückung und Ausgrenzung durch ein System, das nicht klarstellt, dass jede Lebensform akzeptiert ist", so Urban.
Der heute 50-Jährige begann seine fußballerische Karriere Ende der Achtzigerjahre als Mittelfeldspieler in der DDR und trat unter anderem für den FC Rot-Weiß Erfurt in der Nachwuchsoberliga an. Später gab der Mittelfeldspieler jedoch auf, weil er seine sexuelle Orientierung und das Fußballerleben nicht unter einen Hut bringen konnte – seine Erfahrungen schrieb er im 2008 erschienen Buch "Versteckspieler" nieder (queer.de berichtete).
Im Zuge der Initiative "#OutInChurch – Für eine Kirche ohne Angst" hatten sich vor einer Woche 122 Beschäftigte der katholischen Kirche als queer geoutet und ein Ende ihrer Diskriminierung gefordert, darunter auch Priester (queer.de berichtete). Die Aktion hat zu einer Debatte um Akzeptanz innerhalb der Kirche geführt, in der selbst Bischöfe Dogmen – wie etwa das Zölibat – in Frage stellten (queer.de berichtete).
Bislang kam es nur zu einem Coming-out eines aktiv europäischen Spitzen-Fußballers, das in einer Katastrophe endete. Der Engländer Justin Fashanu outete sich 1990 auf Druck der Boulevardmedien und musste sich dann mit homophoben Sprechchören in Stadien auseinandersetzen, homophobe "Witze" der Mitspieler anhören und war einer aggressiven Kampagne der nicht zimperlichen englischen Presse ausgesetzt. 1998 nahm sich Fashanu nach nie bewiesenen Missbrauchsvorwürfen das Leben.
Einziger offen schwuler Spieler in einer ersten Liga ist derzeit der Australier Josh Cavallo, der sich im Herbst letzten Jahres geoutet hatte (queer.de berichtete). Letzten Monat schaltete sein Verein nach Morddrohungen gegen den Spieler die Polizei ein (queer.de berichtete). (dk)
Links zum Thema:
» Bericht in der ARD-Mediathek ansehen















Mich würde interessieren, wie es im Jugendfussball aussieht. Gibt es unterhalb der Bundesliga z.B. in den Regional und Jugendmannschaften genug geoutete Spieler? Das wäre das sicherste Zeichen für eine Veränderung, denn dann würde irgendwann der geoutete Nachwuchs nach oben nachrücken können und in die Rolle reinwachsen. Oder sind wir da noch weit weg von?