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Todesstrafe

Iran richtet offenbar zwei Männer wegen Homosexualität hin

Neuer Bericht über eine Hinrichtung im Iran: Im Nordwesten des Landes sollen zwei schwule Männer auf staatliche Anordnung getötet worden sein.


Mehrdad Karimpou und Farid Mohammadi sollen im Nordwesten des Irans hingerichtet worden sein (Bild: Twitter / hra_news)

Iran hat nach Berichten einer Menschenrechtsorganisation am Sonntag zwei Männer wegen homosexueller "Unzucht" hingerichtet. Laut der Human Rights Activists News Agency (HRANA) wurden Mehrdad Karimpou und Farid Mohammadi am Sonntag in einem Gefängnis im Maragha im Nordwesten der Islamischen Republik gehängt.

In einem Tweet hieß es: "Die zwei Iraner wurden hingerichtet, nachdem sie wegen Homosexualität angeklagt und für schuldig befunden worden waren." Die Anklage habe "erzwungener Geschlechtsverkehr zwischen zwei Männern" gelautet. Die beiden Männer sollen bereits vor sechs Jahren festgenommen worden sein und seither im Todestrakt des Gefängnisses sitzen. Mehr Informationen zu den Hintergründen sind bislang nicht bekannt. Laut HRANA haben die staatlich kontrollierten Medien überhaupt nicht über den Fall berichtet.

HRANA erklärte auch, dass erst im vergangenen Juli zwei schwule Männer in Maragha exekutiert worden seien. Insgesamt seien im Iran im vergangenen Jahr auf staatliche Anordnung hin 299 Personen getötet worden, darunter auch Jugendliche. Seit der Islamischen Revolution vor 43 Jahren sollen Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen zufolge zwischen 4.000 und 6.000 Menschen allein wegen ihrer sexuellen Orientierung hingerichtet worden sein.

Im Iran drohen Homosexuellen nach islamischem Scharia-Recht Gefängnisstrafen, Auspeitschungen oder sogar Todesurteile. Eine genaue Einschätzung über entsprechende Hinrichtungen ist aber schwierig, weil die iranischen Gerichte in ihren Urteilen Formen von unehelichem oder gleichgeschlechtlichem Sex mit sexueller Gewalt vermischen. Zudem ist eine unabhängige Berichterstattung oft nicht möglich.

Vergangenes Jahr gab es auch den Berichte über einen sogenannten Ehrenmord an einem 20-jährigen schwulen Mann, der von seinen eigenen Verwandten wegen seiner sexuellen Orientierung enthauptet worden sein soll (queer.de berichtete). (cw)



#1 LeashProfil
#2 NaluckAnonym
  • 01.02.2022, 15:19h
  • "Vergangenes Jahr gab es auch den Berichte über einen sogenannten Ehrenmord an einem 20-jährigen schwulen Mann, der von seinen eigenen Verwandten wegen seiner sexuellen Orientierung enthauptet worden sein soll."

    So etwas widerspricht dem Menschsein und alles was ich damit verbinde, so etwas machen nur verängstigte Tiere. So etwas kann auch nur passieren, wenn Gehirnvernebler an der Macht sind.
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#3 LarsAnonym
  • 01.02.2022, 15:33h
  • Es tut mir sehr leid um die beiden Männer. Das islamische Strafrecht ist an Menschenverachtung und Abscheulichkeit nicht zu übertreffen.
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#4 Phil80Anonym
#5 S30aAnonym
#6 daVinci6667
#7 NaluckAnonym
  • 01.02.2022, 15:43h
  • Antwort auf #5 von S30a
  • Das ist zu Schubladig.

    Es gibt tolle Menschen aus dem Iran, oder die dort sogar leben (müssen).

    Das Wurzel allen Übels scheint mir das unselbständige Denken und das ausnutzen dieses Makels durch heuchlerisches Sadistenpack zu sein.
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#8 SakanaAnonym
  • 01.02.2022, 15:49h
  • "Die Strafen können jedoch nur verhängt werden, wenn der Beweis nach islamischem Recht geführt ist, der in diesen Fällen besonders erschwert ist (Art. 68 ff.). Statt des sonst üblichen zweimaligen Geständnisses bzw. der Aussage von zwei Zeugen muß der unerlaubte Geschlechtsverkehr entweder durch ein vierfaches Geständnis oder durch vier einwandfreie Zeugen bewiesen werden. Diese müssen noch dazu die Tatsache, die sie bezeugen, mit eigenen Augen genau gesehen haben. Dazu kommt noch eine weitere bemerkenswerte Besonderheit: Wer einen anderen beschuldigt, unerlaubten Geschlechtsverkehr gehabt zu haben und den vorgeschriebenen Beweis nicht führen kann, wird ausgepeitscht. Haben also vier Zeugen einen Ehebruch tatsächlich beobachtet und einer von ihnen wird vom Gericht nicht als vollwertiger Zeuge anerkannt, so gelten alle als Verleumder und werden bestraft. Das Gesetz bestimmt ferner ausdrücklich, daß selbst die Schwangerschaft einer unverheirateten Frau allein nicht als Beweis für einen unerlaubten Geschlechtsverkehr angesehen werden darf. Es ist ja immerhin denkbar, daß die Frau das Opfer einer Vergewaltigung gewesen ist (Art. 73).

    Grundsätzlich müssen Zeugen bei den hadd- und qisas-Straftaten männlichen Geschlechts sein; das iranische Strafgesetzbuch hat jedoch einer Minderheitsmeinung folgend festgelegt, daß u.a. bei Ehebruch der Beweis auch durch das Zeugnis von drei Männern und zwei Frauen erbracht werden kann. Bei einem unerlaubten Geschlechtsverkehr, der nur mit Auspeitschung bedroht ist, kann sogar das Zeugnis von vier Frauen das von zwei Männern ersetzen. Jedoch hat in keinem Fall bei den Zeugenaussagen im hadd-Bereich die Zeugenaussage einer Frau den Beweiswert der Zeugenaussage eines Mannes, im Gegensatz zum tazir-Bereich, wo im Rahmen des Freibeweises das Zeugnis der Frau dem eines Mannes gleichsteht." [1]

    Solche Zeugenaussagen sind wahnsinnig schwer vor Gericht zu erbringen, weshalb ich auf eine gezielte Racheaktion tippe, die die Männer ins Gefängnis und auf den Schafott gebracht hat.

    Die Todesstrafe ist in jedem Zusammenhang zu verurteilen, zu ächten und rückstandslos abzuschaffen! Grausam, echt grausam....

    [1]:
    www.igfm.de/die-wiedereinfuehrung-des-islamischen-strafrecht
    s-im-iran/
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#9 S30aAnonym
#10 SakanaAnonym
  • 01.02.2022, 16:15h
  • Antwort auf #9 von S30a
  • Bei dem gesellschaftlich äußerst queerfeindlichen Umfeld hast du ziemlich schnell jemand an der Hand vor Gericht, der dir alles bezeugen würde, nur damit die Person verurteilt und hingerichtet wird.

    Die IGFM hat eine gute Zusammenstellung über die Situation Homosexueller im Iran:

    www.igfm.de/verfolgung-von-homosexuellen-im-iran/

    Da kann man sich einen Überblick über die Gesamtsituation machen. Allerdings mit Triggerwarnung, weil manche Fotos und Texte wirklich hart an der Grenze des Erträglichen sind.
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