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Kommentare zu:
Plagiatsaffäre um Luxemburgs Regierungschef Bettel


#1 Sven100Anonym
  • 02.02.2022, 12:19h
  • Bettel ist in Luxemburg außerordentlich beliebt.

    Diese Plagiatsaffäre wird ihm nicht schaden.
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#2 DominikAnonym
#3 Taemin
  • 03.02.2022, 09:38h
  • Ich wundere mich immer wieder, wie leicht in Deutschland Leute davon kommen, die akademische Arbeiten abschreiben oder ihren Lebenslauf fälschen. Die werden sogar danach, wenn es schon bekannt ist, Bürgermeisterin oder Ministerin. In Luxemburg ist das wohl auch nicht Grund für einen Rücktritt. Sind denn Ehrlichkeit und akademische Arbeit hier so wenig wert? Ich habe doch auch selbst gearbeitet für meinen M.A. Hätte ich da betrogen und das würde gemerkt, mein Boss würde mich feuern. Meine ganze Familie würde das als große Schande sehen und nicht mehr auf die Straße wagen aus Scham. In Korea ist gerade Wahlkampf für das Amt des Präsidenten. Kandidat Yoon Suk Yeol hat ein Problem, weil seine Frau vor 15 Jahren oder so eine falsche Angabe gemacht hat bei einer Bewerbung über ihrer akademischen Karriere. Das kostet vielleicht den Wahlsieg. Und das war er nicht selbst, sondern nur seine Frau. Die heult jetzt im Fernsehen, wie bitter sie bereut. Kann zu spät sein für Einsicht.
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#4 NevermindAnonym
  • 03.02.2022, 11:32h
  • Bei den allermeisten Doktorarbeiten wird ja das Rad nicht neu erfunden oder werden bahnbrechende neue Erkenntnisse gewonnen. Bei Xavier Bettel gehts ja sogar nur um eine Diplomarbeit. Fast alles, was da geschrieben wird, hat schon jemand anders vorher geschrieben, mit dem man einer Meinung ist. Es ist sehr mühsam, das alles dann so umzuformulieren, dass der Sinn erhalten bleibt, aber kein Plagiatsverdacht entsteht. Die Fehler, die da gemacht wurden, sind in meinen Augen kein Betrug, sondern Fehler, die vielleicht eine Herunterstufung der Note rechtfertigen würden. Leider wird es extrem und genüsslich ausgeschlachtet.
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#5 SakanaAnonym
  • 03.02.2022, 11:55h
  • Antwort auf #4 von Nevermind
  • Stimme da deiner Einschätzung größtenteils zu. Bettels ehemaliger Professor an der DEA hat selbst gesagt, dass die Zitationsregeln damals (1999) noch gänzlich andere als heute waren und eine ihn eingeschlossene Zwei-Personen-Jury die Arbeit mit einem Gut (10 Punkten) bewertet hatte deswegen. Er verwies aber auch drauf, dass sich die Zitationsregeln in den 20 Jahren danach massiv geändert hätten. Das System war damals noch anders und der Sinn und Zweck der mémoire war eine "persönliche Reflektion" zu einem Thema, während die Mittelmäßigen dann häufig eine "compilation" erstellten. [1]

    Zusammengefasst wäre die Arbeit, die 1999 noch allen gängigen wissenschaftlichen Standards entsprach und den Zitationsregeln folgte, heute nicht mal mehr im Ansatz akzeptabel und deshalb halte ich Bettels Rückzug da auch etwas übereilt. Nach der Logik müssten auch alle Magisterarbeiten und Doktorarbeiten der letzten Jahrhunderte ihren akademischen Wert verlieren. Und ich sage das als Vollakademiker.

    ---
    [1]: «Il avait pioché des informations à droite à gauche», admet le professeur. Qui relativise: «Il ne faut pas juger quelque chose qui a été fait il y a plus de 20 ans». Le but du mémoire était bien d«apporter une réflexion personnelle. Mais un certain nombre délèves avaient tendance à faire de la compilation, ceux qui navaient pas les meilleures notes. Ce nest pas ce quon préférait en tant que professeurs, mais cétait fréquent».
    paperjam.lu/article/plagiat-ex-professeur-xavier-b
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#6 StaffelbergblickAnonym
  • 03.02.2022, 13:08h
  • Ich finde diese Diskussionen um zurückliegende Dissertationsarbeiten schon sehr diskutabel. Das hat ja erst vor wenigen Jahren angefangen, als die Tochter von Stoiber damit aufflog. Bekannt ist deshalb die Einrichtung "Vronileak". Dann sicher der Herr von und zu Guttenberg. Die ganze Einleitung mit copy and paste, und den Rest von seinem Ghostwriter. Wer sich bei den prominenten Fällen (gibt es eigentlich auch nicht-prominente Fälle??? ... und warum kümmert sich dort niemand um die "Rechtmässigkeit"???). Und mich stört an diesen Diskussion auch immer wieder die Frage, warum taucht das erst heute auf, wo bleiben die verantwortlichen Prüfer, die diese Arbeiten "abgesegnet" haben.
    Ich hatte mal die Möglichkeit zu einem Thema zu arbeiten und es dann abgebrochen. Beim Einlesen stellte ich fest, dass die relevanten Fragen schon seit Jahren beantwortet sind, ferner erfuhr ich bei einem Bewerbungsgespräch, dass weitere Untersuchungen aus ethischen Gründen gar nicht gehen. Und das mir zur Verfügung gestellte Zahlenmaterial war katastrophal unbrauchbar. Natürlich war der Prof dann sauer auf mich. Heute frage ich mich, wie kommt ein international hoch angesehener Universitätsprofessor dazu, solche Promotionsarbeiten zu vergeben. Das Problem liegt auch darin, dass wir in unserer Gesellschaft eine Auffassung haben, wonach ein "Dr." was "Besseres" ist. Häufig ist es nichts anderes als eine "Fleißarbeit" für einen höheren Verdienst.
    Andererseits sehe ich so Beispiele, wie mein Patenkind ... der sich mit der Arbeitsweise deutscher Autoren beschäftigt hat. Bisher noch nie geschehen. Mit "summa cum laude" bestanden, als Meisterwerk begutachtet ... und nun im Prinzip arbeitslos ist.
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