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Argumente statt Vorurteile

Neue Broschüre "Soll Geschlecht jetzt abgeschafft werden?"

Jetzt kostenfrei anfordern: Eine hilfreiche Publikation, herausgegeben von LSVD und Bundesverband Trans*, räumt mit Falschinformationen zum Thema Selbstbestimmungsgesetz und Transgeschlechtlichkeit auf.


Die Broschüre kann kostenfrei unter presse@lsvd.de bestellt werden bzw. steht als PDF zum Download bereit (Bild: LSVD)

Geschlechtliche Vielfalt und die Lebensrealitäten von trans Personen sind in den vergangenen Jahren deutlich sichtbarer geworden. Immer mehr Menschen nutzen geschlechtergerechte Formulierungen, um mehr als zwei Geschlechter anzusprechen. In Serien oder Filmen begegnen uns häufiger trans Charaktere. Und im Herbst 2021 zogen erstmals zwei Abgeordnete in den Deutschen Bundestag ein, die offen trans sind.

Diese Sichtbarkeit ist erfreulich. Sie zeigt, dass das Bewusstsein für geschlechtliche Vielfalt in der gesamten Gesellschaft zunimmt. Gleichzeitig ruft sie auch Gegenwind hervor. Es werden abwertende Positionen, Vorurteile und Falschinformationen verbreitet, um die Gleichstellung und Anerkennung von trans Personen zu verhindern.

Fakten statt Falschinformationen

So entsteht Verunsicherung, worum es bei Vorhaben wie beispielsweise der Einführung eines Selbstbestimmungsgesetzes eigentlich geht. Um dieser Verunsicherung etwas entgegenzusetzen, veröffentlichten der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) und der Bundesverband Trans* (BVT*) am Donnerstag die Broschüre "Soll Geschlecht jetzt abgeschafft werden?".

Darin finden sich zwölf Fragen und Antworten zum Selbstbestimmungsgesetz und zu Transgeschlechtlichkeit. Die Broschüre informiert in kurzen Abschnitten und liefert konkrete Argumente gegen die kursierenden Falschinformationen und Vorurteile. Die Broschüre richtet sich an alle Personen, die gerne mehr über diese Themen erfahren möchten oder nach fundierten Argumenten suchen.

Die Broschüre kann kostenfrei unter presse@lsvd.de bestellt werden bzw. steht als PDF zum Download bereit. (cw/pm)



#1 Indigo73Anonym
  • 04.02.2022, 10:59h
  • Worauf in diese Broschüre leider kaum bis gar nicht eingegangen wird, ist die medizinische "Transition". Da geht es nur um Fragen zu Pubertätsblockern und ob trans* Jugendliche nicht zu schnell Zugang zu diesen medizinischen Maßnahmen bekommen. "Aber die werden ja psychologisch betreut."

    Schon diese ERWZUNGENE psychologische Betreuung ist aber ein Problem und hat nichts mit Selbstbestimmung zu tun. Wenn jemand eine medizinische Transition beginnen will, braucht er zuerst einen "Therapeuten", der darüber entscheidet, ob die Person trans* genug ist, um eine Hormontherapie beginnen zu DÜRFEN.
    Diese Frage sollte allein die betroffene Person mit einem Arzt entscheiden, der sie MEDIZINISCH berät. Dass es auch eine psychologische Beratung, sogar eine "Therapie" geben MUSS, impliziert, dass trans* Personen ein grundsätzliches psychologisches Problem haben. Mit ihnen "etwas nicht stimmt". Das ist durchaus etwas, was mir ständig als Vorurteil entgegenschlägt und meiner Meinung nach in so eine Aufklärungsbroschüre gehört.

    "Sind trans* Personen psychisch krank?" oder auch "Können trans* Personen durch eine Therapie geheilt und von ihrem Wunsch, sich ihrem eingebildeten Geschlecht anzupassen, abgebracht werden?" Solche Fragen wurden mir schon oft so oder anders gestellt.
    Inzwischen höre ich das sogar oft von trans* Personen, als hätte die Gehirnwäsche bei ihnen angeschlagen. "Ihr seid krank ... ihr braucht zuerst eine Therapie ..."
    Das ist das, was das TSG seit Jahrzehnten suggeriert. Offenbar zeigt es Wirkung!

    Dabei lässt sich auch dieses Vorurteil einfach aus der Welt schaffen, NIEMAND nimmt freiwillig über Jahrzehnte Hormone ein, die eine körperliche Veränderung hervorrufen, die wiederum eine Reaktion des Umfelds zur Folge haben. Und absolut NIEMAND unterzieht sich aufwendigen, zum Teil riskanten Operationen, wenn er keinen speziellen Wunsch verfolgt.

    Bemerkung am Rande: Dass hier in Bezug auf das Selbstbestimmungsrecht nur auf die rechtliche Seite eingegangen wurde, nährt meinen Verdacht, dass es am Ende auch nur darum gehen wird und die medizinische Seite so entwürdigend und diskriminierend bleibt wie gehabt.
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#2 RRuntEhemaliges Profil
  • 04.02.2022, 12:53h
  • Antwort auf #1 von Indigo73
  • Ich möchte zu diesem sehr sensiblen Thema vorsichtig etwas zu bedenken geben: Ärzte checken ja sicher vor einer Behandlung, ob eine Person gesund genug ist, um bestimmte Behandlungen und Operationen vertragen zu können. Da würde ich auch keinen "Verdacht" drin sehen, dass jemand seine Gesundheit nur vorspielt.

    Ähnlich verhält es sich m.E. mit der psychischen Gesundheit bzw. Stabilität der Identität. Auch wenn das Gesetz es nicht vorschreiben sollte, müsste diese m.E. bei Jugendlichen von einem Arzt gecheckt werden, bzw. die Behandelnden müssen da auch sicher sein, auch zu ihrer eigenen rechtlichen Absicherung, denn das, was sie tun, hat irreversible Auswirkungen auf das Leben eines anderen Menschen. Das wäre aber auch bei Cis-Menschen so, die aus verschiedenen Ursachen Eingriffe vornehmen lassen müssen, die starke Wirkungen z.B. auf das Hormonssystem oder das Aussehen haben.

    Auf jeden Fall werden diese Fragen mit Sicherheit bei der Verhandlung um die Änderung / Abschaffung des TSG zur Sprache kommen. Deshalb greift hier die Broschüre nicht vor sondern beschreibt in aufklärerischer, akzeptierender und unterstützender Weise den Stand der Dinge.
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#3 Indigo73Anonym
  • 04.02.2022, 13:37h
  • Antwort auf #2 von RRunt
  • Wenn eine cis Frau ihre Brüste (oder ihren Hintern - wie es gerade Trend ist) vergrößern lassen möchte, wird die auch nicht vorher zum Psychologen geschickt - und erst recht nicht dazu verpflichtet, erst mal eine "Therapie" zu machen, um zu klären, ob sie ihre (unterstellten) Minderwertigkeitskomplexe nicht auch anders lösen kann.

    Außerdem geht es bei der "Therapie" nach dem TSG nicht in erster Linie darum, festzustellen, ob die Person psychisch stabil ist (was vielleicht sogar noch Sinn ergeben könnte, denn für eine schwer depressive Person ist eine Transition vielleicht nicht das Richtige), sondern darum, ob sie WIRKLICH trans* ist. Und ob man sie nicht anders "heilen" kann.
    Erst in jüngerer Zeit sind einige Psychologen dazu übergegangen, die Zwangstherapie sinnvoll zu nutzen und sich um etwaige psychologische Probleme der betroffenen Personen zu kümmern. (Vorher war das Glückssache.) Ansonsten geht es nur darum, den Status "ist unheilbar trans, es kann nur mit einer körperlichen Transition geholfen werden" zu erreichen.

    Bist du dir sicher, dass du schwul bist? Warum denkst du das? Womit hat das angefangen? Bist du verführt worden? Welche Fantasien und Vorstellungen hast du, dass du das denkst? Wenn du onanierst, denkst du da immer an Männer?

    (So was - ersetze "schwule" durch "trans" - wurden - und werden zum Teil immer noch - trans* Personen gefragt, um festzustellen, ob sie denn auch wirklich trans* sind.)

    Und wenn du nach zehn, zwölf Sitzungen immer noch "glaubst", schwul zu sein, wirst du für offiziell krank erklärt und DARFST dir ein Kondom kaufen und mit einem anderen Mann Sex haben.

    Der Vergleich hinkt ein bisschen, weil es sich nicht so richtig übertragen lässt, aber vom Prinzip her geht es bei der "psychologischen Betreuung", die das TSG vorschreibt, darum. Nicht um eine "Begleitung" oder "Sicherstellung, dass es der Person gut geht":
    Und wer sich nicht darauf einlassen will, der kann dann eben keine Transition machen.
    Ich spreche aus Erfahrung - ich habe drei Anläufe genommen und bin jedes Mal an jemanden geraten, der den "Auftrag" ernst genommen hat und dem es nicht darum ging, festzustellen, ob ich vielleicht unter Depressionen o. Ä. leide, was für eine Transition ungünstig wäre, sondern nur, ob ich denn auch wirklich, wirklich trans bin. Und das mit den dümmsten Fragen, die man sich nur vorstellen kann.
    Ich weiß, dass es auch andere Erfahrungen gibt, aber hier geht es um das Prinzip der "Begutachtung". Bei der rechtlichen Seite wird es angeprangert, bei der medizinischen ist es okay?
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#4 RRuntEhemaliges Profil
  • 04.02.2022, 14:54h
  • Antwort auf #3 von Indigo73
  • Vielen Dank für Deine Antwort. Ich kann Deine Position jetzt auf jeden Fall besser verstehen.

    Es gibt schon die Forderung aus der Ärzteschaft, "Schönheitsoperationen" bei Jugendlichen an eine psychologische Beratung zu binden, das wäre dann zumindest gleiches Recht für alle.

    www.aerzteblatt.de/nachrichten/106765/Schoenheitsoperationen
    -bei-Jugendlichen-an-psychologische-Aufklaerung-binden


    Es ist bleibt dennoch schwierig, dass trans Menschen in diesem ganzen Zusammenhang gesehen werden. Das versucht die Broschüre ja anzusprechen, indem sie eben klar macht, dass trans sein nichts mit Mode zu tun hat.

    Zum Verständnis: Ich habe mich als schwuler Mann in früheren Jahren über psychologisches und ärztliches Interesse gefreut, aber das war immer freiwillig und die Leute, die ich um Rat gefragt habe, waren sensibel und haben keine mir unangenehmen oder indiskreten Fragen gestellt. Sie haben sowieso gemeint: "Probier halt aus, was zu Dir passt". Insofern ist meine Haltung da nicht so kritisch, bzw. ich habe da mehr Vertrauen. Aber es lässt sich eben nicht vergleichen, weil Verhalten reversibel ist und die Gespräche keine "Pflicht" waren.
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#5 PhoebeEulenbaerAnonym
  • 04.02.2022, 15:28h
  • Antwort auf #2 von RRunt
  • Tut mir leid, aber du redest von Sachen von denen du keine Ahnung hast.
    Das ist, wie ich gestern zu meiner Frau sagte, die Selbstversicherung, dass bei uns ja eigentlich alles in Ordnung ist und es keine Probleme gibt.

    Aber mit der Realität hat das nichts zu tun. Ich habe schon von transgeschlechtlichen Frauen gehört, denen angleichende Maßnahmen verweigert wurden, weil es eh nichts bringen würde, da sie zu männlich aussehen.
    Tolle Begleitung oder Abklärung, wenn plötzlich der persönliche Geschmack entscheidend ist. Das ist weder objektiv noch professionell.
    Oder was ist mit den transgeschlechtlichen Frauen, denen die Bartentfernung verweigert wird? Die haben alle Begleitung und Abklärung durch, die Ärzt*innen und Therapeut*innen kommen alle zu gleichen Ergebnis, dass nur die Entfernung des Barts das Problem lösen kann. Aber die Krankenkassen fühlen sich weder an medizinische Richtlinien noch an die Rechtsprechung gebunden und lehnen die Behandlung ab.
    Was glaubst du wie es den Betroffenen damit geht, wenn sie ein oder zwei Jahre lang für ihre Behandlung streiten müssen? Sofern sie überhaupt die Kraft dafür aufbringen können und das Privileg haben den Rechtsstreit so lange zu finanzieren.
    Ich kenne viele, die das nicht haben. Die werden dann depressiv. So viel zum Thema, dass ist dafür um zu helfen. Nein, dafür ist dieses System nicht da. Wer davor die Augen zu macht, der will sich einfach nicht mit der Realität auseinandersetzen.
    Ich war auch depressiv als ich mit der Hormon Behandlung angefangen habe, und warum ich das? Weil ich drei Jahre lang auf die Indikation warten musste. Ab dem Zeitpunkt in dem ich mich bei der Endokrinologie vorgestellt habe und geprüft wurde, ob es körperliche Aspekte gibt, die gegen die Behandlung sprechen, bis zu dem Zeitpunkt an dem ich anfangen konnte vergingen drei Jahre. Obwohl von beim ersten Mal alles in Ordnung war. Aber es musste ja alles ganz sicher sein.
    Das ist die Realität, dass die Behandlung von transgeschlechtlichen Menschen immer wieder verzögert wird.
    Ich behauptete dieses System ist darauf aus so lange zu verzögern, bis die Betroffenen aufgeben.

    Du redest doch so gerne mit Leuten und hörst dir alles an, aber davon scheinst du noch nie gehört zu haben.
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#6 Indigo73Anonym
  • 04.02.2022, 16:06h
  • Antwort auf #4 von RRunt
  • Natürlich gehört das diskutiert. Und die Frage, ob man jedem alles "erlaubt", was er machen will - insbesondere, wenn es um Minderjährige geht -, sollte gestattet sein.
    Selbst ich habe bei so manchem in der trans* Community mitunter Zweifel, ob für diese Person der Weg der Transition der richtige ist. (Und ich meine damit Erwachsene, keine jungen Leute.)

    Und doch spreche ich mich entschieden gegen eine Begutachtung und eine Zwangstherapie aus, wie das TSG sie vorschreibt, weil beides der Absicherung des Gesetzgebers und der Krankenkasse - die die Kosten übernehmen soll - dient und nicht der des Betroffenen.
    Das Prinzip des TSG entspricht im Grunde einer Konversionstherapie und ist allein deshalb abzulehnen. "Mal gucken, ob wir die verwirrten Geister mit einer Therapie heilen können, ehe wir ihnen teure medizinische Behandlungen bezahlen müssen."
    Das TSG fußt halt auf der - inzwischen widerrufenen - Annahme, trans* wäre eine Krankheit. Und das gehört auch in Bezug auf die medizinische Seite korrigiert.

    Man kann darüber diskutieren, ob man eine Beratung davor stellt. In Bezug auf alle kosmetischen Korrekturen - ob nun trans* oder cis -, insbesondere bei Jugendlichen. Eine Beratung ist keine Begutachtung. Wird die aber von erfahrenen Psychologen durchgeführt, die vor allem darauf achten, ob die Person psychisch gesund ist, hätten alle Seiten etwas davon. Die Krankenkassen haben eine Absicherung, und man kann Personen, die Korrekturen welcher Art auch immer womöglich aus den falschen Gründen machen lassen wollen, vor etwaigem Unglück bewahren.
    Also nicht, ob jemand "krank" ist, um das dann durch die OP zu "behandeln", sondern ob die Person versteht, was sie da macht. Das ist ein kleiner, aber entscheidender Unterschied.

    Bei dieser Broschüre - um mal auf die zurückzukommen -, die ja so etwas wie ein FAQ sein will, hatte mich jetzt auch nur gestört, dass der medizinische Part praktisch überhaupt keine Rolle spielt, weder rechtlich noch sonst groß. Dabei drehen sich eine Menge Fragen, die man mir oft stellt, darum - und nicht um den Personenstand. Der ist für die Betroffenen wahnsinnig wichtig, aber die Broschüre wendet sich ja eher an cis Personen.
    Sprich: Ich finde sie unvollständig.
    Vielleicht sollte ich selbst mal eine schreiben. :D

    Die Bemerkung, dass ich befürchte, dass sich das Selbstbestimmungsrecht nur auf die rechtliche Seite beziehen könnte, war privater Natur. ;)
    Da das noch unklar ist, kann man seitens der Broschüre schlecht darauf Bezug nehmen.
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#7 RRuntEhemaliges Profil
  • 04.02.2022, 16:25h
  • Antwort auf #5 von PhoebeEulenbaer
  • "Du redest doch so gerne mit Leuten und hörst dir alles an, aber davon scheinst du noch nie gehört zu haben."

    In der Tat habe ich Vieles noch nicht im Detail gehört, deshalb gehe ich ja hier auch in die Diskussion rein. Es ist so, dass man im Alltag sehr wenig trans Menschen trifft und über medizinische Fragen unterhalte ich mich, egal ob mit cis oder trans, nur mit Leuten, die ich gut kenne oder in einem speziellen, geschützten Rahmen, der für diese Fragen reserviert ist.

    Deine Antwort und Dein Erfahrungsbericht ist auf jeden Fall hilfreich, danke! Ich will über diese Erfahrungen mit den Realitäten des Systems nachdenken.

    Ich verstehe auch , dass es wahnsinnig anstrengend sein kann, zwecks Aufklärung oder Korrektur von Posts etwas über sich und vor allem unangenehme Erfahrungen zu schreiben und möchte das nicht herausfordern.

    Es ist ein bisschen ein Dilemma, denn ohne Einwände und Austausch von Wissensständen kommt man ja auch nicht weiter. Insofern ist es gut, wenn es Publikationen und gesammelte Berichte gibt, die einen Teil dieser Arbeit abnehmen und auf die man verweisen kann, wenn nötig.
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#8 RRuntEhemaliges Profil
  • 04.02.2022, 16:34h
  • Antwort auf #6 von Indigo73
  • Vielen Dank für Deine ausführliche und klare Antwort und Darstellung. Auch diese ist für mich sehr hilfreich, die politischen Forderungen der trans Menschen bezüglich des TSG gründlicher zu verstehen. :-)
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#9 kleine KatzeAnonym
  • 04.02.2022, 17:11h
  • Antwort auf #6 von Indigo73
  • Als trans Frau lasse ich auf keinen Fall jemanden mit der Silbe 'psy' in der Berufsbezeichung darüber entscheiden, ob ich 'normal' oder geisteskrank (!) bin, nachdem ich seit 41 Jahren per Gesetz zum geisteskranken (!) Mann erklärt werde.

    In keinem Zusammenhang.

    Findest du nicht, dass uns die 'erfahrenen Psychologen', ganz zu schweigen von Psychiatern, als Gutachter und Zwangstherapeuten genug angetan haben?

    Die trans Verbände haben im Vorfeld der Koalitionsverhandlungen das Recht auf körperlich-medizinische Selbstbestimmung im niedergestimmten grünen Gesetzentwurf aufgeweicht, weil sie entweder selbst diese 'erfahrenen Psychologen' oder deren Handlanger sind.

    Darum war klar, was dazu in dieser Broschüre stehen würde.

    Lass dich beraten - aber wenn du für Zwangsberatung votierst, votierst du gegen Selbstbestimmung und für Gewalt.

    Ich spreche nicht mit Leuten mit der Silbe 'psy' in der Berufsbezeichnung, mit mir gibt es kein Diagnose- oder Anamneseverfahren (Demütigung, Erniedrigung, Psychopathologisierung), keine Therapie (Erniedrigung, Gehirnwäsche, Folter) und auch keine 'Beratung' seitens 'erfahrener Psychologen' oder gar Psychiatern.

    Da ist mir der Tod lieber.

    Niemals vertraue ich Leuten, die diesem Berufsstand angehören.

    Niemals.
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#10 Indigo73Anonym
  • 04.02.2022, 17:33h
  • Antwort auf #9 von kleine Katze
  • Nein, ich votiere nicht dafür. ;)
    Ich sagte nur, dass man über eine Beratung in Bezug auf "kosmetische Maßnahmen" - egal ob eine cis Frau sich die Brüste vergrößern, ein cis Mann sich den Penis verlängern oder eine trans* Person eine Mastektomie oder einen Brustaufbau machen lassen möchte - DISKUTIEREN kann. Also, ob das sinnvoll sein KÖNNTE, speziell für Jugendliche.

    Allerdinge wäre ich für diese Diskussion nur bereit, wenn es cis und trans gleichermaßen betrifft. Solange sich jede cis Person operieren lassen kann, einfach weil es ihr freier Wille ist, gibt es für mich kein Argument, wieso für uns nicht das Gleiche gelten sollte.
    Sprich: Wenn eine cis Frau sich die Brüste aufpolstern lassen darf, kann ich mir meine auch entfernen lassen, ohne dass mir da jemand reinquatscht oder mich zu einer Beratung schicken will.

    Die Zwangsbegutachtung und die Zwangstherapie des TSG ist für mich indiskutabel. Die gehören einfach nur weg. Sowohl in Bezug auf den rechtlichen als auch den medizinischen Bereich.
    Daher eben auch die Sorge, dass der medizinische Bereich bei dem "Selbstbestimmungsrecht" ausgeklammert werden wird.

    P.S. Das mit den "trans erfahrenen Therapeuten" fand ich schon vor 25 Jahren so lächerlich, dass ich an dieser Hürde dreimal gescheitert bin ...
    ("Sie glauben also, dass Sie trans sind ..." - "Können Sie beweisen, dass Sie wirklich ein Mann sind?"
    Ich bin leider sehr sarkastisch ...)
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