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Herzlicher Ungehorsam

#liebegewinnt: Wieder katholische Segnungsgottesdienste im Mai

Nach 111 für gleichgeschlechtliche Paare offenen Segnungsgottesdiensten im letzten Mai soll die weltweit beachtete Aktion eine Fortsetzung finden.


Gegen das Verbot aus Rom soll es auch in diesem Mai wieder Segen für alle geben (Bild: liebegewinnt2021 / facebook)

Während der Synodale Weg an diesem Wochenende grundsätzlich über die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare in der katholischen Kirche debattiert, wollen einige Gemeinden im Mai wieder ohne offiziellen Segen der Kirche entsprechende Gottesdienste anbieten.

Das gaben die Initiator*innen von "#liebegwinnt" bekannt – unter diesem Motto war es im letzten Mai über das ganze Land verteilt zu insgesamt 111 Segnungsgottesdiensten für gleichgeschlechtliche Paare gekommen (queer.de berichtete). Die koordinierte Aktion reagierte damit auf eine zwei Monate zuvor veröffentlichte Klarstellung der Glaubenskongregation des Vatikans, wonach es "nicht erlaubt" sei, homosexuelle Partnerschaften zu segnen, da solche Verbindungen "nicht als objektiv auf die geoffenbarten Pläne Gottes hingeordnet anerkannt werden" könnten (queer.de berichtete). Die Äußerung aus Rom hatte weltweit für Kritik gesorgt. Im deutschsprachigen Raum protestierten zahlreiche katholische Verbände und über 280 Theologieprofessor*innen dagegen (queer.de berichtete).

Twitter / dw_politik | Bericht aus dem letzten Jahr

Die zweite Runde der Segnungsgottesdienste ist nun erneut rund um den 10. Mai geplant. Unter dem Slogan "Da ist noch viel offen" lädt das #liebegewinnt-Team ein, "besondere Gottesdienste unter dem Zeichen des Regenbogens" zu feiern: "Wir können gar nicht anders, wir bekamen so viele Anfragen aus dem In- und Ausland", so Pfarrer Burkhard Hose, Mit-Initiator aus Würzburg, zur Neuauflage.

Mit der zweiten Runde reagiere man auch auf das kürzlich erfolgte Massen-Coming-out von Mitarbeitenden in der Kirche. "Mehr #liebegewinnt ist eine logische Fortführung von #OutInChurch. Denn nach den Bekenntnissen der Bischöfe zu den Coming-outs ihrer einzelnen Mitarbeitenden fehlt noch immer das Bekenntnis zum Segen für queere Lebensformen", so Jens Ehebrecht-Zumsande aus Hamburg, Mit-Initiator von #OutInChurch und #liebegewinnt.

Die Segnungsgottesdienste 2021 waren in der katholischen Kirche bislang einmalig: "Von der 'Washington Post' bis zum Chinesischen Staatsfernsehen: Weltweit sorgte dieses Bekenntnis aus der deutschen katholischen
Kirchenbasis für eine Vielfalt der verschiedenen Lebensentwürfe und Liebesgeschichten von Menschen für Aufsehen", so die Initiator*innen in einer Pressemitteilung. Erklärtes Ziel der Neuauflage sei, international Katholik*innen zu ermutigen, Segensfeiern zu gestalten, ohne auf eine Erlaubnis aus Rom zu warten. "Das internationale Feedback war enorm. Ich habe gute Kontakte zu Brasilien und dort wurden wir z.T. gefeiert für unseren Mut", so Pfarrer Carsten Leinhäuser aus Winnweiler.

Da ist noch viel offen. Nach den über 100 Segnungsgottesdiensten rund um 10. Mai 2021 kamen immer wieder Anfragen: Wird...

Posted by Liebe gewinnt on Wednesday, February 2, 2022
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Die Gottesdienste sollen auf der Webseite liebegewinnt.de angekündigt werden. Die Ankündigung der Neuauflage erfolgt mitten zur dritten Runde des Reform-Forums zwischen Offiziellen und Basis der katholischen Kirche in Deutschland: Beim "Synodalen Weg" wird am Samstag auch ein Antrag debattiert, der Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare ermöglichen soll (queer.de berichtete). (cw)



#1 SebiAnonym
  • 04.02.2022, 11:15h
  • "#liebegewinnt: Wieder katholische Segnungsgottesdienste im Mai"

    Hier die Übersetzung Katholisch - Deutsch:
    #Diskriminierung gewinnt: Wieder erneute Diskriminierungen im Mai

    Denn "segnen" tun die auch Tiere, Spielzeug, Motorräder, Gebäude, Waffen, etc. Echte Gleichstellung wäre die Ehe, wie sie auch Heteros eingehen können.

    Aber alles was nicht 100% Gleichstellung ist, ist per definition Diskriminierung.

    Das wäre vor 30 Jahren vielleicht noch revolutionär gewesen, aber heute kommt das einfach Jahrzehnte zu spät und auch erst, wenn die Kirche wegen der anhaltenden Kindesmissbrauch-Skandale bis zur Halskrause in der Scheiße steckt.

    Mal ganz abgesehen davon, dass ich eh nicht weiß, wie jemand einen "Segen" so einer menschenverachtenden und auch unchristlichen Organisation haben will, aber die Zeit, wo man uns mit weiterer Diskriminierung abspeisen konnte, ist endgültig vorbei.
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#2 DreddAnonym
#3 RRuntEhemaliges Profil
  • 04.02.2022, 11:29h
  • Antwort auf #1 von Sebi
  • "aber die Zeit, wo man uns mit weiterer Diskriminierung abspeisen konnte, ist endgültig vorbei."

    "uns?" Du bist doch vermutlich nicht in der Kirche. Lass doch die queeren Menschen jeweils selbstbestimmt ihren Kampf führen, in- und außerhalb der Kirche.
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#4 SebiAnonym
  • 04.02.2022, 11:42h
  • Antwort auf #2 von Dredd
  • Richtig, wer weiterhin auf das OK einer Organisation wert legt, die mehr als nur Dreck am Stecken hat und viel Leid über die Welt gebracht hat, soll ruhig um deren "Segen" betteln und sich weiter mit diskriminierenden Zeremonien abspeisen lassen, wie sie auch Waffen gewährt wird.

    Aber Leute, die so eine unchristliche Organisation unterstützen, müssen sich bewusst sein, dass sie dann keine Christen sind. Denn wahre Christen treten aus der Kirche aus - gerade WEIL sie Christen sind.

    Übrigens:
    Ich bin Christ, aber in keiner Kirche - aus gutem Grund.
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#5 DreddAnonym
  • 04.02.2022, 12:09h
  • Antwort auf #4 von Sebi
  • Ok, und, dann sind sie eben keine "wahren" Christen ( was auch immer das heißen mag).... who cares ?

    Du siehst in der Aktion hier halt das große, böse Ganze wo jede Aktion ein Butterflyeffect auslöst der direkt zu mehr Diskriminierung und Stigmatisierung beiträgt , ich bin der Ansicht das nichts schlimmes passiert, das einfach 2 Menschen ihre Segnung bekommen und sich sowohl Gründe als auch Effekte nur innerhalb ihrer Beziehung abspielen.
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#6 RRuntEhemaliges Profil
  • 04.02.2022, 12:26h
  • Antwort auf #4 von Sebi
  • "Denn wahre Christen treten aus der Kirche aus - gerade WEIL sie Christen sind."

    Was alle "wahren" Christen wirklich gut können, ist andere zu exkommunizieren (ex-kommun-izieren =, aus der commun-ity ausschließen) weil sie keine "wahren" Christen sind.

    Wer in der Kirche bleibt und in die Auseinandersetzung geht, macht wertvolle Überzeugungsarbeit. Die Kirch braucht m.E. beides: Druck von außen wie von innen. Beides kann man aus einem christlichen Ethos heraus machen.
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#7 YannickAnonym
  • 04.02.2022, 12:35h
  • Ich kann generell nicht verstehen, wieso Menschen die Zustimmung anderer zu ihrer Liebe brauchen. (Bei der staatlichen Ehe ist das was anderes, weil es da um konkrete Rechtsfolgen und gegenseitige Absicherung geht.)

    Aber wenn man schon auf sowas Wert legt, wie kann man sich dann mit so einer Zustimmung 2. Klasse zufrieden geben, die einen gegenüber Heteros dann doch wieder als Menschen 2. Klasse behandelt?

    Und wie kann man sowas dann auch noch von einem Verein wollen, der mit Kondomverboten für verhungernde AIDS-Waisen in strenggläubigen Staaten der Dritten Welt mitverantwortlich ist, wo über Jahrzehnte hinweg unzählige Kinder missbraucht wurden und die Relativierung und Vertuschung bis heute fortgesetzt wird (bis hin zum vorigen Papst). Von anderen Verbrechen wie Kreuzzügen, Hexenverbrennungen, Inquisition, Folter Andersdenkender, Konversionstherapien, etc. mal ganz zu schweigen.

    Sorry, aber Leute, die auf sowas Wert legen und ihren Glauben nicht leben können ohne dass irgendwelche Führer sie dabei anleiten, sind nur der lebende Beweis dafür, was die Kirche mit ihrer lebenslangen Indoktrinierung bei solchen Menschen erreicht.
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#8 TimonAnonym
  • 04.02.2022, 15:31h
  • Wer da noch Mitglied ist, ist selbst schuld. Dann muss man sich halt über irgendwelche Brotkrumen freuen, die die einem als Ersatz für echte Gleichstellung hinwerfen, um sich in der Öffentlichkeit als angeblich fortschrittlich präsentieren zu können.
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#9 DamianAnonym
  • 04.02.2022, 19:06h
  • Antwort auf #3 von RRunt
  • "Lass doch die queeren Menschen jeweils selbstbestimmt ihren Kampf führen, in- und außerhalb der Kirche."

    du schreibst es selbst. sie tragen ihr anliegen "außerhalb der kirche" in die öffentlichkeit. und jetzt willst du nicht, dass die öffentlichkeit reagiert?
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#10 RRuntEhemaliges Profil
  • 04.02.2022, 20:22h
  • Antwort auf #9 von Damian
  • Doch, natürlich finde ich es gut und richtig, dass die Öffentlichkeit reagiert, selbstverständlich auch kritisch, bis total ablehnend und empört.

    Vieles finde ich aber zu stereotyp und pauschal gedacht oder gesagt oder sogar kontraproduktiv oder meiner Meinung an der Sache vorbei und das kritisiere ich dann wiederum.

    Sorry, ich habe gerade Zeit und deshalb einen langen Atem. :-) Ich für meinen Part stoppe hier mal und mache eine Pause. Ich will mich auch nicht wiederholen.
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