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Katholische Kirche

Synodaler Weg: Heute geht es um Homosexualität und Sexualmoral

Nach zwei gewonnenen Abstimmungen sehen die Reformer*innen in der katholischen Kirche optimistisch dem letzten Tag der Synodalversammlung in Frankfurt entgegen.


Es brodelt in der katholischen Kirche: Bischof Georg Bätzing (m.) stellte sich am Donnerstag den Demonstrant*innen vor dem Congress Centrum Frankfurt und erhielt von Maria Flachsbarth vom Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) eine Unterschriftenliste und einen offenen Brief katholischer Verbände und Reformgruppen (Bild: Synodaler Weg / Max von Lachner)

Mit Diskussionen unter anderem über eine Neubewertung von Sexualmoral und Homosexualität sowie zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare geht an diesem Samstag die Synodalversammlung der deutschen katholischen Kirche in Frankfurt zu Ende. Sie ist das zentrale Gremium des Reformprozesses. Auf dem dreitägigen Treffen gab es erstmals verbindliche Beschlüsse.

Sowohl der Orientierungstext zu den theologischen Grundlagen des synodalen Wegs als auch ein Text zu Macht und Gewaltenteilung in der Kirche erhielten bei der zweiten Lesung die nötigen Zweidrittelmehrheiten von Lai*innen und Bischöfen. Für den Orientierungstext gab es bei der besonders beachteten Abstimmung allein unter den Bischöfen am Donnerstag eine Mehrheit von rund 72 Prozent. Für die Vorlage zur Gewaltenteilung stimmten etwa 74 Prozent der Geistlichen.

Kardinal Woelki war bei Abstimmung nicht dabei

"Die Bischöfe haben den Schuss gehört", versicherte am Freitag Beate Gilles, die Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz. "Mit den beiden Abstimmungen sind wir einen großen Schritt weiter", sagte Gilles. Bisher hatte man nur darüber spekulieren können, wie viele Bischöfe Reformen wirklich mittragen würden. Allerdings waren bei den Abstimmungen einige bekannte Erzkonservative wie der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki nicht mit dabei. Hätten sie alle mitgestimmt, wäre die Zwei-Drittel-Mehrheit nicht mehr so sicher gewesen.


Das Plenum der dritten Synodalversammlung des Synodalen Wegs (Bild: Synodaler Weg / Max von Lachner)

Gilles sagte, die Kirche befinde sich in einer dramatischen Lage. "Wir haben eine tiefe Krise, und wir haben das Vertrauen verloren." Nach der Veröffentlichung des Münchner Missbrauchsgutachtens waren die Anträge auf Kirchenaustritte vielfach noch einmal in die Höhe geschnellt.

80 Prozent der Delegierten unterstützen Reformen

Der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Marc Frings, sagte, es sei derzeit eine "bemerkenswerte Dynamik" spürbar. Die Abstimmungen zeigten, dass etwa 80 Prozent der Delegierten hinter den angestrebten Reformen stünden. "Gestern haben wir gesehen, als es zum ersten Mal ernst wurde, als es um Texte der zweiten Lesung ging, dass es ein Dutzend Bischöfe gibt, die diese Reformen möglicherweise nicht unterstützen." Insgesamt gibt es 69 Bischöfe, von denen 61 zu der Synodalversammlung angemeldet waren. An den Abstimmungen beteiligten sich 59.

Die Synodalversammlung zählt 230 Mitglieder: neben den Bischöfen 69 Vertreter*innen des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) – die Vertretung der Lai*innen, also der Nicht-Kleriker*innen – und 92 Vertreter*innen verschiedener katholischer Berufsgruppen. Sie behandelt vier Themenfelder: die Position der Frau in der Kirche, den Umgang mit Macht, die katholische Sexualmoral und die priesterliche Ehelosigkeit (Zölibat). Angestoßen wurde der Reformprozess als Reaktion auf den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche. (cw/dpa/AFP)



#1 AtreusProfil
  • 05.02.2022, 10:23hSÜW
  • Vertrauen ist keines vorhanden, weshalb auch? Aber es hätte entstehen können! Weil selbst für mich die Gunst der Stunde offenkundig ist.

    Als ich aber, auf derselben Veranstaltung, von Voderholzers Aussagen zu Missbrauch hörte, war ich doch in meinem Bild über die Kirche erneut bestätigt, der in Anwesenheit vieler Opfer folgendes für wichtig zu sagen hielt:

    "Eine Strafrechtsreform von 1973 hat Kindesmissbrauch nicht mehr als Verbrechen gewertet, und zwar auf der Basis von sexualwissenschaftlichen Urteilen, die davon ausgehen, dass für die betroffenen Kinder und Jugendlichen die Vernehmungen wesentlich schlimmer sind als die im Grunde harmlosen Missbrauchsfälle"

    Das ist die Halbwertszeit von katholischer Reue und Empathie und der regensburger Erklärungsansatz für die Verschleierung von tausendfachem Missbrauch, Vergewaltigung, die Vertuschung desselben und die Versetzung der Täter in neue Opferquellen.

    Danach eilte Bätzing eilig zu den Opfern und mir war, wie so oft, speihübel.

    www.spiegel.de/panorama/justiz/missbrauchs-skandal-aufregung
    -ueber-regensburger-bischof-voderholzer-a-e879fc76-22ef-4bec
    -8956-b64144a96108
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#2 RRuntEhemaliges Profil
#3 tchantchesProfil
  • 05.02.2022, 11:34hSonstwo
  • Eine Abstimmung über Kaisers Bart. Denn wenn Rom Nein sagt, können sie sich auf den Kopf stellen, dann ist Nein.
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#4 UnglaubwürdigAnonym
  • 05.02.2022, 12:41h
  • Wenn dieselben Leute, die jahrzehntelang aufs Übelste diskriminiert und gehetzt haben oder mindestens tatenlos dabei zugesehen haben, auf einmal alles ganz anders machen wollen, kaufe ich denen nicht ab, dass sie von heute auf morgen ihre Gesinnung geändert haben. Sondern da geht es nur darum, die eigenen Einnahmen zu retten, weil nach den immer neuen Enthüllungen über deren Machenschaften immer mehr Menschen austreten. Die wollen einfach retten, was noch zu retten ist. Ein echter Gesinnungswandel ist das nicht.

    Zumal ja selbst die angeblich "progressiveren" Kräfte (die eh in der Minderheit sind und sich am Ende wieder den Hardlinern beugen werden) keine echte Gleichstellung wollen. Sondern nur ein bisschen weniger diskriminieren als vorher, aber immer noch diskriminieren.

    Denn die von denen in Aussicht gestellten "Segnungen" sind ja wieder erneut diskriminierend. Segnen tun die auch Fahrzeuge, Gegenstände, Tiere und sogar Waffen. Echte Gleichstellung wäre die Öffnung der kirchlichen Ehe wie sie auch Heteropaare bekommen.

    Alles was nicht 100% Gleichstellung ist, ist per definition Diskriminierung.

    Und deren Haltung zu LGBTI ist ja auch wahrlich nicht das einzige, wo die Dreck am Stecken haben. Ich nenne nur beispielhaft massenhaften Kindesmissbrauch und dessen anhaltende Vertuschung und Relativierung, so weit irgend möglich, Kondomverbote, Förderung rechten Gedankenguts, etc.
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#5 GeschmacklosAnonym
  • 05.02.2022, 12:45h
  • Antwort auf #1 von Atreus
  • Volle Zustimmung.

    Wenn nach allen Enthüllungen der letzten Jahre sich diese Woche ein deutscher Bischof hinstellt und von "im Grunde harmlosen Missbrauchsfällen" spricht, zeigt das, dass sich GAR NICHTS geändert hat. Das ist nicht nur eine weitere Relativierung von schwerstem Kindesmissbrauch, worunter die Opfer ihr Leben lang leiden. Sondern es ist eine Verhöhnung der Opfer.

    Solange sowas nicht endlich Konsequenzen hat und so jemand fristlos entlassen wird, kaufe ich denen nicht ab, dass die sich wirklich ändern wollen und es wirklich ernst meinen.
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#6 RRuntEhemaliges Profil
  • 05.02.2022, 13:25h
  • Antwort auf #4 von Unglaubwürdig
  • "Wenn dieselben Leute, die jahrzehntelang aufs Übelste diskriminiert und gehetzt haben oder mindestens tatenlos dabei zugesehen haben, auf einmal alles ganz anders machen wollen, kaufe ich denen nicht ab"

    Das wollen die auch nicht, das wird aus den entsprechenden Wortmeldungen der sehr Konservativen (Voderholzer warnte vor einem Paradigmenwechsel) auch deutlich. Aber es gibt ziemlich viele aus der jüngeren Generation in diesem Plenum, die Druck amchen.

    "Zumal ja selbst die angeblich "progressiveren" Kräfte (die eh in der Minderheit sind "

    Ich habe mir mal die Sitzung, die live übertragen wird, angesehen. Im Plenum des synodalen Weges sind die progressiven Kräfte sehr sichtbar in der Mehrheit.
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