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"Sexualität öffentlich zur Schau gestellt"

Aufregung um Diakonie als CSD-Hauptsponsor in Nürnberg

Dass sich ein evangelischer Wohlfahrtsverband für die Rechte von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten einsetzt, stößt manchen Hardlinern sauer auf. Kritik kommt etwa aus der CSU.


Der neue CSD-Hauptsponsor in Nürnberg glaubt, dass der evangelische Gott auch queere Menschen nicht abweist – manche Glaubensbrüder sehen das aber anders (Bild: Rummelsberger Diakonie)

Vor gut einer Woche gaben die CSD-Organisator*innen in Nürnberg bekannt, dass die Rummelsberger Diakonie e.V. Hauptsponsor der diesjährigen Pride-Saison ist. Erstmals übernehme damit kein kommerzielles Unternehmen, sondern ein evangelischer Sozialverband die Aufgabe. "Damit setzt sie ein positives Beispiel für eine offene, vielfältige Religionsgemeinschaft", so der CSD-Verein auf seiner Facebook-Seite. Der Diakonie-Verein ist im rund 25 Kilometer von Nürnberg entfernten Dorf Rummelsberg ansässig.

Mit der @rummelsberger.diakonie haben wir für den CSD Nürnberg | Nürnberg Pride erstmalig einen Hauptsponsor gewinnen...

Posted by CSD Nürnberg on Thursday, January 27, 2022
Facebook / CSD Nürnberg
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Doch am Engagement des Mitgliedsvereins im Wohlfahrtsverband der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern gibt es scharfe Kritik. Laut der evangelischen Nachrichtenagentur "Idea" empörte sich der Evangelische Arbeitskreis (EAK) der CSU darüber, dass die "Kofinanzierung von Schwulen- und Lesbenparaden" eine klare "Verfehlung des diakonischen Auftrags" sei. Die Vorsitzenden der EAK-Bezirksverbände Oberfranken und München erklärten demnach, ihnen sei unklar, was das "öffentliche Zurschaustellung bestimmter sexueller Neigungen" mit diakonischem Handeln zu tun habe. Laut Pfarrer Andreas Späth und Religionsleher Jürgen Henkel gehe es offenbar viel mehr um die "Umkehrung und Relativierung des Familienbildes der heutigen evangelischen Kirche und Theologie".

Der EAK ist eine Sonderorganisation von CDU und CSU, die wiederholt gegen queere Menschen Stimmung gemacht hat. 2015 wurden Homosexuelle in einem Magazin der Gruppe etwa als "widernatürlich" beschimpft (queer.de berichtete).

ABC: Gott sieht Homosexuelle nicht positiv

Mit ähnlichen Worte kritisierte auch der konservative Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) das Engagement. Der Verband polterte am Sonntag auf Facebook: "Mit den Geldern der Diakonie werden Veranstaltungen unterstützt, bei denen Sexualität öffentlich zur Schau gestellt wird – in einer Form, die auch aus Sicht vieler homosexuell empfindender Menschen ein problematisches und verzerrtes Bild zeigt." Wer diese Menschen seien, verriet der ABC nicht. Zugleich betonte der Arbeitskreis pauschal, dass es seiner Ansicht nach "keine biblischen Aussagen gibt, die Homosexualität in eine positive Beziehung zum Willen Gottes setzen – im Gegenteil."

CSD-Sponsoring durch Rummelsberger Diakonie: ABC spricht von "Zweckentfremdung" Der Arbeitskreis Bekennender Christen...

Posted by Arbeitskreis Bekennender Christen on Sunday, February 6, 2022
Facebook / Arbeitskreis
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Dagegen erklärte die Rummelsberger Diakonie, dass man mit dem CSD-Engagement "ein Zeichen im Rummelsberger Jahr der Vielfalt" setzen wolle. "Lasst uns gemeinsam feiern und macht alle mit!", so die Aufforderung.

Die Rummelsberger Diakonie ist ein 1948 gegründeter Verein, der mehr als 6.000 Menschen beschäftigt, etwa in der Behinderten-Hilfe, in Alten- und Pflegeheimen oder Schulen. (dk)

Wir sind zwar nicht Günther Jauch oder Markus Lanz, aber einen #Jahresrückblick in seiner kürzesten Form bieten wir euch...

Posted by Rummelsberger Diakonie on Wednesday, December 29, 2021
Facebook / Rummelsberger Diakonie | Die Diakonie engagierte sich bereits mehrfach für queere Menschen
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#1 SakanaAnonym
  • 07.02.2022, 15:16h
  • Das ist wieder so ein Fall, bei dem keine Seite irgendwas gewinnen wird und sich alle wegen anderer Sachen aufregen und angiften werden. Ein gordischer Knoten.
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#2 PeerAnonym
  • 07.02.2022, 15:31h
  • Offenbar ist die CSU immer noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen und hat aus ihrem Wahldebakel immer noch nichts gelernt.

    Dass die eine Demonstration für Gleichstellung (die u.a. diese Partei ständig blockiert) als "Zurschaustellung sexueller Neigungen" diffamiert wird, ist ein Skandal. Die CSU braucht mal Nachhilfe in Sachen Grundgesetz: dort ist die Rede- und Versammlungsfreiheit für alle Bürger definiert, nicht nur für Heteros.

    Während Teile der Kirchen wenigstens so tun, als wollten sie was ändern (auch wenn das reine Marketingaktionen fürs Image sind), beweist die Union, dass sie noch sehr lange unwählbar bleibt.
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#3 liebeistandersAnonym
  • 07.02.2022, 15:44h
  • Wem zum CSD nichts anderes als Umschreibung einfällt als die öffentliche Zurschaustellung bestimmter sexueller Neigungen oder die Bezeichnung Lesben- und Schwulenparade, erklärt schon allein durch diese Wortwahl, aus welchem Winkel deren Wind weht.
    Und dies denn auch noch in der (ehemaligen) Stadt der Bewegung.
    Wirklich sonderbar, wie unterschiedlich Menschen die Begriffe Liebe und Freiheit versuchen mit Leben oder auch dem genauen Gegenteil zu füllen.
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#4 qwertzuiopüAnonym
  • 07.02.2022, 16:20h
  • Der CSD ist eine Parade zur Zurschaustellung sexueller Neigungen, völlig korrekt.
    Wer damit ein Problem hat, sagt doch mehr über sich aus als über andere.
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#5 steffdaAnonym
  • 07.02.2022, 18:54h
  • Naja... wenn ein parteipolitischer Arm von CDU/CSU (der EAK) Stimmung dagegen macht, machen die ja wohl einiges richtig.
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#6 naturalizeAnonym
  • 08.02.2022, 06:50h
  • Da kann man nur sagen, der CSD-Verein Nürnberg hat alles richtig gemacht, wenn die Rechten und Evangelikalen mit dem Fuß aufstampfen und schimpfen. Ich freue mich auf den diesjährigen CSD und bin als Nürnberger auch gerne wieder selbst dabei.
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#7 AndreAnonym
  • 08.02.2022, 08:06h
  • Antwort auf #6 von naturalize
  • Man muss hier einen kleinen Unterschied machen zwischen EAK und CSU. Der evangelische Arbeitskreis (EAK) ist ein Arbeitskreis innerhalb der CDU und CSU.

    Dort gibt es genau wie bei den anderen Arbeitskreisen verschiedenste Strömungen. Manche sagen auch spöttisch "das ist die Werteunion" innerhalb von CDU und CSU.

    Die beiden Sprecher dieser Arbeitskreise kommen aus Oberfranken und München, also bilden nur einen kleinen Teil des Arbeitskreises ab.

    Auf jeden Fall, steht die Stadt Nürnberg hinter dem CSD und den EAK sollte man jetzt nicht so wichtig nehmen.
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#8 Atheist_inAnonym
  • 08.02.2022, 10:37h
  • Antwort auf #6 von naturalize
  • "Da kann man nur sagen, der CSD-Verein Nürnberg hat alles richtig gemacht":

    Ich bin gerade etwas überrascht. Ist es inwischen Konsens, dass CSDs am besten unter der Ägide der Kirchen stattfinden? Bisher wurde diese Frage wenigstens noch kontrovers diskutiert, aber mittlerweile scheint darin Einigkeit zu bestehen?

    Ich persönlich tue mich äußerst schwer damit, mit einem Slogan wie "Jesus Christus spricht..." zu einem CSD aufgerufen zu werden. Solidarität seitens mancher kirchlicher Einrichtungen schön und gut, aber sollten wir uns wirklich vor deren Karren spannen lassen?

    Ich selbst habe mich Anfang der 1990er einige Zeit lang in der Nürnberger Regionalgruppe der HuK zu engagieren versucht und erinnere mich noch lebhaft an eine Regionalsynode der Ev. Kirche, bei der die HuK einen Infostand aufgebaut hatte. Die Leute, mit denen ich dort zu diskutieren versuchte, blieben alle bei der Aussage, dass Liebe nur zwischen "Mann und Frau" möglich sei, knallhart. Mir wurde also meine Fähigkeit und Berechtigung, zu lieben, eiskalt abgesprochen. Wohlgemerkt, in der Ev. Kirche vor gerade mal 30 Jahren. Was dann übrigens auch zu meinem Austritt führte. Und heute werfen wir uns solchen Leuten an den Hals und lassen sie als unsere "Hauptsponsoren" auftreten?

    Ja, nach 30 Jahren kann es einen gewissen Sinneswandel geben, schon klar. Aber wer glaubt, Stonewall sei eine hübsche kleine Mainstream-Veranstaltung mit kirchlichem Hauptsponsor gewesen, sollte doch bitte noch einmal in den Geschichtsbüchern nachlesen. Und dabei auch nicht vergessen, dass sich mindestens 35% der deutschen Bevölkerung durch keine der christlichen Kirchen angesprochen fühlen. Wenn ich dann da so ein Plakat sehe, das mich eher an den Aufruf zu einem Kirchentag erinnert, fühle ich mich, gelinde gesagt, reichlich veräppelt. Also erlaube ich mir, das Ganze nach wie vor grundsätzlich in Frage zu stellen. (Und außerdem, die Frage aufzuwerfen, ob ein CSD heute so organisiert werden muss, dass überhaupt ein "Hauptsponsor" benötigt wird.)
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#9 RRuntEhemaliges Profil
  • 08.02.2022, 12:04h
  • Antwort auf #8 von Atheist_in
  • Das Grundproblem scheint mir dann aber das Sponsoring an sich zu sein, vor allem, wenn man Stonewall als Referenz nimmt. Firmen haben immer Eigeninteressen, sie sind nie subversiv. Stonewall hatte definitiv keinen Sponsor.
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#10 War-ja-klarAnonym
  • 08.02.2022, 22:37h
  • War ja klar, dass es hier wieder eher um Kirchenkritik als alles andere geht. Schon im ersten Kommentar wird unterstellt, dass die Diakonie bzw die ev.Kirche lediglich zum Schein öffnet - keine einzige Quelle, kein Einziger Beweis, dass dies zutrifft und somit ein Schlag ins Gesicht aller engagierten queren Christen. Hinweise auf Erfahrungen "Anfang der 90er" sind ja wohl nicht wirklich repräsentativ für die heutige Gesellschaft und somit auch die heutige Haltung in der ev Kirche! Ich bin beschäftigt bei der Diakonie und erlebe engagiertes Interesse an queren Themen und gelebter Diversität! Ich habe Kollegen aus den unterschiedlichsten Glaubens- und Lebensformen - das Kirchen Bashing ist bei diesem Punkt wirklich unangebracht! Ja, es gibt Evangelikale, aber sie kämpfen gegen die progressiven Landeskirchen und vertreten ganz sicher nicht deren Haltung! Zu guter letzt, wer Religion und Spiritualität für Humbug und Schwachsinn hält, darf das gerne hier kundtun, sollte das aber auch so benennen und nicht Unterstellungen anführen, die für einen großen Teil der ev. Kirche nicht zutrifft!
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