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"Sexualität öffentlich zur Schau gestellt"

Aufregung um Diakonie als CSD-Hauptsponsor in Nürnberg

Dass sich ein evangelischer Wohlfahrtsverband für die Rechte von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten einsetzt, stößt manchen Hardlinern sauer auf. Kritik kommt etwa aus der CSU.


Der neue CSD-Hauptsponsor in Nürnberg glaubt, dass der evangelische Gott auch queere Menschen nicht abweist – manche Glaubensbrüder sehen das aber anders (Bild: Rummelsberger Diakonie)

  • 7. Februar 2022, 13:31h 15 2 Min.

Vor gut einer Woche gaben die CSD-Organisator*­innen in Nürnberg bekannt, dass die Rummelsberger Diakonie e.V. Hauptsponsor der diesjährigen Pride-Saison ist. Erstmals übernehme damit kein kommerzielles Unternehmen, sondern ein evangelischer Sozialverband die Aufgabe. "Damit setzt sie ein positives Beispiel für eine offene, vielfältige Religionsgemeinschaft", so der CSD-Verein auf seiner Facebook-Seite. Der Diakonie-Verein ist im rund 25 Kilometer von Nürnberg entfernten Dorf Rummelsberg ansässig.

Mit der @rummelsberger.diakonie haben wir für den CSD Nürnberg | Nürnberg Pride erstmalig einen Hauptsponsor gewinnen...

Posted by CSD Nürnberg on Thursday, January 27, 2022
Facebook / CSD Nürnberg
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Doch am Engagement des Mitgliedsvereins im Wohlfahrtsverband der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern gibt es scharfe Kritik. Laut der evangelischen Nachrichtenagentur "Idea" empörte sich der Evangelische Arbeitskreis (EAK) der CSU darüber, dass die "Kofinanzierung von Schwulen- und Lesbenparaden" eine klare "Verfehlung des diakonischen Auftrags" sei. Die Vorsitzenden der EAK-Bezirksverbände Oberfranken und München erklärten demnach, ihnen sei unklar, was das "öffentliche Zurschaustellung bestimmter sexueller Neigungen" mit diakonischem Handeln zu tun habe. Laut Pfarrer Andreas Späth und Religionsleher Jürgen Henkel gehe es offenbar viel mehr um die "Umkehrung und Relativierung des Familienbildes der heutigen evangelischen Kirche und Theologie".

Der EAK ist eine Sonderorganisation von CDU und CSU, die wiederholt gegen queere Menschen Stimmung gemacht hat. 2015 wurden Homo­sexuelle in einem Magazin der Gruppe etwa als "widernatürlich" beschimpft (queer.de berichtete).

ABC: Gott sieht Homosexuelle nicht positiv

Mit ähnlichen Worte kritisierte auch der konservative Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) das Engagement. Der Verband polterte am Sonntag auf Facebook: "Mit den Geldern der Diakonie werden Veranstaltungen unterstützt, bei denen Sexualität öffentlich zur Schau gestellt wird – in einer Form, die auch aus Sicht vieler homosexuell empfindender Menschen ein problematisches und verzerrtes Bild zeigt." Wer diese Menschen seien, verriet der ABC nicht. Zugleich betonte der Arbeitskreis pauschal, dass es seiner Ansicht nach "keine biblischen Aussagen gibt, die Homosexualität in eine positive Beziehung zum Willen Gottes setzen – im Gegenteil."

CSD-Sponsoring durch Rummelsberger Diakonie: ABC spricht von "Zweckentfremdung" Der Arbeitskreis Bekennender Christen...

Posted by Arbeitskreis Bekennender Christen on Sunday, February 6, 2022
Facebook / Arbeitskreis
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Dagegen erklärte die Rummelsberger Diakonie, dass man mit dem CSD-Engagement "ein Zeichen im Rummelsberger Jahr der Vielfalt" setzen wolle. "Lasst uns gemeinsam feiern und macht alle mit!", so die Aufforderung.

Die Rummelsberger Diakonie ist ein 1948 gegründeter Verein, der mehr als 6.000 Menschen beschäftigt, etwa in der Behinderten-Hilfe, in Alten- und Pflegeheimen oder Schulen. (dk)

Wir sind zwar nicht Günther Jauch oder Markus Lanz, aber einen #Jahresrückblick in seiner kürzesten Form bieten wir euch...

Posted by Rummelsberger Diakonie on Wednesday, December 29, 2021
Facebook / Rummelsberger Diakonie | Die Diakonie engagierte sich bereits mehrfach für queere Menschen
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-w-

#1 SakanaAnonym
  • 07.02.2022, 15:16h
  • Das ist wieder so ein Fall, bei dem keine Seite irgendwas gewinnen wird und sich alle wegen anderer Sachen aufregen und angiften werden. Ein gordischer Knoten.
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#2 PeerAnonym
  • 07.02.2022, 15:31h
  • Offenbar ist die CSU immer noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen und hat aus ihrem Wahldebakel immer noch nichts gelernt.

    Dass die eine Demonstration für Gleichstellung (die u.a. diese Partei ständig blockiert) als "Zurschaustellung sexueller Neigungen" diffamiert wird, ist ein Skandal. Die CSU braucht mal Nachhilfe in Sachen Grundgesetz: dort ist die Rede- und Versammlungsfreiheit für alle Bürger definiert, nicht nur für Heteros.

    Während Teile der Kirchen wenigstens so tun, als wollten sie was ändern (auch wenn das reine Marketingaktionen fürs Image sind), beweist die Union, dass sie noch sehr lange unwählbar bleibt.
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#3 liebeistandersAnonym
  • 07.02.2022, 15:44h
  • Wem zum CSD nichts anderes als Umschreibung einfällt als die öffentliche Zurschaustellung bestimmter sexueller Neigungen oder die Bezeichnung Lesben- und Schwulenparade, erklärt schon allein durch diese Wortwahl, aus welchem Winkel deren Wind weht.
    Und dies denn auch noch in der (ehemaligen) Stadt der Bewegung.
    Wirklich sonderbar, wie unterschiedlich Menschen die Begriffe Liebe und Freiheit versuchen mit Leben oder auch dem genauen Gegenteil zu füllen.
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