Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?41118

Nach Hinrichtung Homosexueller

Anlaufstelle für Islam & Diversity fordert Sanktionen gegen Iran

Nach der Hinrichtung von zwei mutmaßlich schwulen Männern werden Konsequenzen von der Bundesaußenministerin gefordert. Auch einige Politiker protestieren gegen Staatshomophobie.


Iran soll in den vergangenen Jahrzehnten tausende Homosexuelle hingerichtet haben (Bild: Blondinrikard Fröberg / flickr)

Die Berliner Anlaufstelle für Islam & Diversity hat sich entsetzt gezeigt über einen erneuten Bericht einer Hinrichtung von zwei Männern wegen Homosexualität im Nordwesten des Irans. Vergangene Woche hatte die Human Rights Activists News Agency (HRANA) gemeldet, dass Mehrdad Karimpou und Farid Mohammadi in einem Gefängnis im Maragha gehängt worden seien (queer.de berichtete). Details zu den Verurteilungen wegen "erzwungenem Geschlechtsverkehr zwischen zwei Männern" wurden nicht bekannt – das iranische Regime verschleiert oft Tötungen wegen Homosexualität mit Vorwürfen sexueller Gewalt, auf die ebenfalls die Todesstrafe steht.

"Die Anlaufstelle für Islam & Diversity fordert die Bundesregierung und die Bundesministerin des Auswärtigen, Annalena Baerbock, zu einer deutlichen Stellungnahme und zu politischen Konsequenzen auf", erklärte die Initiative der Berliner Ibn-Rushd-Goethe-Moschee am Montag. Der Schutz der queeren Community müsse auch international gelten.

Twitter / _IslamDiversity
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

"Die Kriminalisierung von homosexuellen Handlungen muss endlich mit härteren Sanktionen belegt werden. Staaten wie Deutschland, die für Vielfalt und Minderheitenschutz einstehen, müssen das auch nach außen klar machen – ganz besonders gegenüber despotischen Staaten wie dem Iran", erklärte Tugay Sarac, der Sprecher der Anlaufstelle. "Es ist beschämend, dass in elf Ländern – allesamt islamisch – noch immer die Todesstrafe auf Homosexualität gilt. Wir glauben an einen liebenden und barmherzigen Gott, der die Ermordung unschuldiger Menschen niemals gutheißen würde".

"Menschenrechtsfrage bei allen Verhandlungen auf den Tisch"

Bislang hat sich die Bundesregierung noch nicht zu den Vorfällen geäußert. Frank Schwabe, seit rund 17 Jahren Mitglied der SPD-Bundestagfraktion, forderte nun mehr Engagement in bilateralen Verhandlungen: "Die schreckliche staatliche Ermordung von zwei Männern wegen Homosexualität im #Iran offenbart die Unmenschlichkeit des Regimes. Auch deshalb muss die Menschenrechtsfrage bei allen Verhandlungen auf den Tisch", so der Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit.

Twitter / FrankSchwabe
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Auch in Österreich formiert sich Protest. Der offen schwule Parlamentsabgeordnete Yannick Shetty und sein Kollege Helmut Brandstätter, beide Mitglieder der liberalen Partei NEOS, haben einen Offenen Brief an den iranischen Botschafter in Wien verfasst, in dem sie ihre Bestürzung über die Tötung kundtaten. Die beiden forderten, dass im Iran sexuellen Minderheiten ein Leben "ohne Diskriminierung, Folter und Tod" ermöglich werden müsse. (cw)

Twitter / yannickshetty
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe



#1 gastAnonym
  • 07.02.2022, 16:40h
  • Nicht dass es irgendwas nützen würde - derartigen Illusionen braucht man sich nicht hinzugeben - aber ich freue mich über wenigstens diese eine Reaktion der Regierung diesem teuflischen Regime gegenüber.
    Unter Muttis Koalition hätte nicht mal ein Lüftchen über der "Angelegenheit" geweht.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Gemeiner_HaiProfil
  • 07.02.2022, 16:56h
  • Damit mache ich mich zwar gewiss nicht beliebt, aber ich bin grundsätzlich nicht besonders begeistert von Sanktionen. Einerseits müsste es meines Erachtens eine neutrale internationale Organisation sein, die Sanktionen ausspricht - denn wenn einzelne Staaten andere sanktionieren, wird das immer parteiisch getan und ist damit missbrauchsanfällig (es kann wohl kaum als Zufall betrachtet werden, dass Sanktionen gegen die ölreichen und US-freundlichen Feudalmonarchien am Golf kaum auch nur diskutiert werden - um nur in dieser Region zu bleiben). Und zweitens ist das Problem mit Sanktionen aus meiner Sicht, dass sie erfahrungsgemäß in den seltensten Fällen die Herrschenden, dafür nahezu grundsätzlich die Beherrschten treffen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich so aus dem Stand auch keine Alternative parat habe ...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 seb1983
  • 07.02.2022, 17:10h
  • Irre ich mich oder steht der Irak nicht neben Nordkorea unter den mit Abstand schärfsten Sanktionen weltweit???
    Unter anderem wegen Herrn Trump übrigens...

    Darunter leidet die Bevölkerung auch massiv während die Söhne der Mullas weiter in Paris Geld für Koks, Nutten und Schampus verprassen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 SchwabenstreichAnonym
  • 08.02.2022, 09:01h
  • Auf ein solches Protestschreiben wird das iranische Regime und seine Ableger wie folgt antworten: Erstens ist es nicht die iranische Regierung, die die Todesstrafe für gleichgeschlechtliche Aktivität fordert, sondern die Sharia, und zweitens ist nicht die sexuelle Orientierung mit Strafe belegt, sondern der außereheliche Geschlechtsverkehr, der nicht vor etwaigen Zeugen verborgen gehalten wird.

    So, und damit habe ich jetzt dem iranischen Regime definitiv genug nach dem Munde geredet.
  • Antworten » | Direktlink »