Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?41134

Zimmervermietung

Wirbel um selbsternanntes "Anti-Homo-Haus" in Österreich

In der Pension "M-Quartier" in Aggsbach Markt sind homosexuelle Gäste unerwünscht. Man wolle nichts mit "AIDS oder Syphilis zu tun haben", heißt auf der Website. Die Antidiskriminierungsstelle ist machtlos.


Das "M-Quartier" in Aggsbach Markt lehnt lesbische und schwule Gäste ab

In Niederösterreich vermarktet sich eine Zimmervermietung als "Anti-Homo-Haus". "Mit Homosexualität, Pädophilie und Gender-Ideologie wollen wir nichts zu tun haben", heißt es in der Hausordnung des "M-Quartier" in Aggsbach Markt. "Diese Philosophien und Praktiken zerstören die seelische Gesundheit aller Betroffenen." Zuerst hatten die "Niederösterreichischen Nachrichten" (NÖN) darüber berichtet.

Das "Arbeiter-Monteur-Quartier mit dem Komfort von zu Hause" geht auf seiner Website unter dem Punkt "Warum wir ein Anti-Homo-Haus sind" ausführlich auf die hasserfüllte Gästepolitik ein. Die Selbstbezeichnung sei eine Reaktion auf die Gründung der Rosa Lila Villa in Wien und die zunehmende Akzeptanz queerer Menschen in der Gesellschaft. "Die LGBT Lobby hat über die Jahre gut gearbeitet, denn Firmen und Institutionen geben lieber nach, als sich Ärger einzuhandeln", heißt es dort. "Durch unwahre Darstellungen, Mobbing, ja sogar mit Gewalt wurde ein Umdenken in der Gesellschaft erreicht. Was früher als krank und abscheulich galt, ist heute salonfähig."

Besitzer: Ausschluss hat "gesundheitliche Hintergründe"

Gegenüber den "Niederösterreichischen Nachrichten" verteidigte "M-Quartier"-Besitzer Michael Hirschmann den Ausschluss lesbischer und schwuler Gäste. Die Maßnahme habe keine diskriminierende Intention, sondern "gesundheitliche Hintergründe", behauptete der gebürtige Wiener, der sich selbst als gläubigen Christen und Homosexualität als "Krankheit" bezeichnete.


Screenshot von der "M-Quartier"-Website

Die Homosexuelle Initiative Wien (HOSI) kritisierte das "Anti-Homo-Haus" gegenüber der Regionalzeitung als "ein neues Extrem". Vorstandsmitglied Ann-Sophie Otte sieht jedoch rechtliche keine Handhabe gegen die Pension, weil "wir in Österreich leider keinen vollumfassenden Diskriminierungsschutz haben". Tatsächlich kann die Antidiskriminierungsstelle von Niederösterreich nur bei Verstößen gegen Landesgesetze tätig werden. Dies ist jedoch bei Privatzimmervermietungen nicht der Fall.

Bürgermeister löscht "M-Quartier" von Gemeinde-Website

Auf seiner Homepage sieht sich das "M-Quartier" unterdessen selbst als Opfer von Diskriminierung. "Weil wir aber Homosexualität ablehnen und nichts mit AIDS oder Syphilis zu tun haben wollen, wurden wir bis 2019 von sämtlichen Buchungsplattformen gesperrt", heißt es dort neben zahlreichen Verschwörungstheorien.

Als Reaktion auf die Recherche der NÖN wurde das "Anti-Homo-Haus" nun auch im Unterkunftsverzeichnis der offiziellen Gemeinde-Website gelöscht. "Das ist starker Tobak", begründete Bürgermeister Josef Kremser (ÖVP), der zuvor nichts von der menschenfeindlichen Gästepolitik gewusst habe, die Maßnahme. "So etwas geht gar nicht." (cw)



#1 tychiProfil
  • 09.02.2022, 07:51hIrgendwo im Nirgendwo
  • Wer macht mit?

    Wir überhäufen das "Gästehaus" mit Anfragen und stumpfsinnigen Anliegen.

    Das klingt nach einem Unbelehrbaren. Da bringt weder vernünftiges Argumentieren noch Aufklärung etwas.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 SladjanAnonym
  • 09.02.2022, 08:01h
  • Ein ganz schlauer, offenbar nennt er sein "Hotel" welches ziemlich renovationsbedürftig aussieht, genauso wie seine Einstellung bei Google, M-Haus . Lasst uns alle eine 1-Stern Bewertung abgeben.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 DreddAnonym
  • 09.02.2022, 08:18h
  • Antwort auf #2 von Sladjan
  • Für einen auf allen relevanten Buchungsportalen gesperrten Betrieb ist das natürlich eine super Werbung wenn der Algorithmus jetzt so getrimmt wird dass das Haus in der automatischen Vervollständigung gelistet wird!

    Ohne booking.com, HRS und der lokalen Tourismusseite ist so ein Betrieb egtl nur mit Stammgästen zu stemmen - jetzt eine Flut von negativen Bewertungen würde das Haus doch in den rechten Kreisen als zu unterstützendes Opfer der Cancel Culture ausgelegt werden.

    Bürgermeister und Polizei sollten n Auge drauf haben, groß reagieren sollte man imho zum jetzigen Zeitpunkt (noch) nicht, es besteht ne gute Chance das der Markt das klärt.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 LegatEhemaliges Profil
  • 09.02.2022, 08:24h
  • www.m-quartier.at/anti-homo-haus.html

    Ein "Ex-Gay" Konvertit aufgrund einer "Jesus-Erscheinung" macht jetzt aufgrund schlechter persönlicher Lebenserfahrungen einen auf Anti-Homo-Aktivist.

    Wir brauchen endlich einen umfassenden gesetzlichen Diskriminierungsschutz mit Verfassungsrang.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 KopfschüttelAnonym
  • 09.02.2022, 08:25h
  • Wenn man sich die Seite durchliest, erfährt man noch viel mehr. Ein "heterosexueller, EX-homosexueller Christ". Die "gesundgeitlichen" Gründe betreffen wohl ihn selbst und sind psychischer Natur.
    Kann natürlich auch nur vorgegeben sein.
    Wenn er keine Gäste haben will, dann kann man ihn nicht dazu zwingen. Dann soll er sich aber auch nicht beschweren, wenn sie ausbleiben.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 KopfschüttelAnonym
#7 RogerAnonym
#8 LegatEhemaliges Profil
  • 09.02.2022, 08:52h
  • Antwort auf #7 von Roger
  • Danke für den Hinweis! Auf einer Wall-of-Text Seite steht da in einem kurzen Satz zwischendrin: "Bitte weiterlesen, was der ehemalige Homoaktivist Noel Mosen zu berichten hat." aber dann FETT "Meine Lebensgeschichte". Das ist manipulativ und volle Absicht des Betreibers, vermutlich um sich für den Drive-by-Leser einen Anstrich von Legitimität zu verleihen. Macht es nur noch schlimmer!
  • Antworten » | Direktlink »
#9 ChristInnen-WatchAnonym
  • 09.02.2022, 10:21h
  • "Was früher als krank und abscheulich galt, ist heute salonfähig."

    Christlich-jüdische "Mischehen" wurden "früher" in Österreich ebenfalls als krank und abscheulich bezeichnet. Wie steht das Haus wohl heute dazu?
  • Antworten » | Direktlink »
#10 SebiAnonym
  • 09.02.2022, 10:36h
  • "Die Antidiskriminierungsstelle ist machtlos."

    Und genau sowas ist der Grund dafür, dass Antidiskriminierungsgesetze noch viel strenger werden müssen.

    Solchen Hetzern sollte die Konzession entzogen werden.
  • Antworten » | Direktlink »