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Frankreich

Trans Frau kann sich in Geburtsurkunde als zweite Mutter eintragen lassen

Ein französisches Berufungsgericht urteilt abschließend in einem jahrelangem Rechtsstreit – und beschert der trans Klägerin einen Sieg.


In Frankreich können trans Frauen mit leiblichen Kindern nun offiziell als Mütter in offiziellen Papieren geführt werden (Bild: fdecomite / flickr)

In Frankreich kann sich erstmals eine trans Frau, die noch vor ihrer Geschlechtsanpassung ein Kind gezeugt hatte, in der Geburtsurkunde als zweite Mutter eintragen lassen. Ein Berufungsgericht im südfranzösischen Toulouse gab der Frau am Mittwoch nach einem jahrelangen Rechtsstreit Recht.

Die 52-Jährige, deren Fall vor Gericht unter dem fiktiven Namen Claire verhandelt wurde, ist seit Jahren in offiziellen Papieren als Frau registriert, unterzog sich aber erst später einer Geschlechtsanpassung. 2014 zog sie vor Gericht, weil sie das Standesamt in der Geburtsurkunde ihrer Tochter nicht als zweite Mutter eintragen wollte.

Claire wurde zunächst als "leibliches Elternteil" bezeichnet

2018 hatte ein Berufungsgericht in Montpellier der Familie zugestanden, Claire weder als Vater noch als Mutter, sondern als "leibliches Elternteil" eintragen zu lassen – auch das war eine Premiere in Frankreich. Die Familie gab sich damit aber nicht zufrieden.

2020 hob das französische Kassationsgerichtshof die Entscheidung zudem wieder auf, da die Definition "leibliches Elternteil" im französischen Recht nicht vorgesehen sei. Die obersten Richter*innen verwiesen den Fall an das Berufungsgericht in Toulouse.

Das Gericht in Toulouse stellte nun abschließend fest, dass Claire in der Urkunde als Mutter eingetragen werden kann, da "in diesem Fall zwei mütterliche Abstammungen festgestellt werden konnten".

Claires Anwältin Clélia Richard sprach von einem wegweisenden Urteil. Die "Einfachheit der Situation" schlage sich endlich auch im französischen Recht nieder. Claires Tochter sei zudem nicht das einzige betroffene Kind. Die Gerichtsentscheidung werde daher viele Eltern und werdende Eltern in Frankreich "beruhigen". (AFP/cw)