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"Schwules Leben als neue Selbstverständlichkeit"

Preis der deutschen Filmkritik für queeren Heimatfilm "Neubau"

Hohe Auszeichnung für "Neubau", einen Film über einen schwulen trans Mann in der brandenburgischen Provinz.


Markus (Tucké Royale) erlebt einen queeren Sommer (Bild: Salzgeber)

  • 9. Februar 2022, 14:29h, noch kein Kommentar

Johannes Maria Schmits queeres Drama "Neubau" erhält den Preis des Verbandes der deutschen Filmkritik (VdFk) für das beste Spielfilmdebüt. Das gab der VdFk am Mittwoch bekannt. Der Heimatfilm erzähle "schwules Leben als neue Selbstverständlichkeit", so der Verband. Insgesamt wurden Filme in zwölf Kategorien ausgezeichnet.

Der Film handelt vom schwulen trans Mann Markus (Tucké Royale, der auch das Drehbuch verfasste). Er lebt mit seinen beiden Großmüttern Sabine (Monika Zimmering) und Alma (Jalda Rebling) im brandenburgischen Hinterland. Seine Großmutter Alma ist dement und auf seine Hilfe angewiesen, Sabine braucht manchmal auch eine Schulter, um sich anzulehnen. Gerne hilft er den beiden, sehnt sich aber gleichzeitig nach einem Leben in der queeren Community von Berlin. Nachdem er schon auf gepackten Umzugskisten saß, gerät sein Entschluss erneut ins Wanken, als er Duc (Minh Duc Pham) kennen und lieben lernt.

Das bereits mehrfach ausgezeichnete Science-Fiction-Drama "The Trouble with Being Born" von Sandra Wollner hat den Hauptpreis vom VdFk erhalten: Es ist zum besten Spielfilm des vergangenen Jahres gewählt worden. Der Verband würdigte damit das Werk der in Berlin lebenden Regisseurin: Es erzähle in "kalten, beunruhigenden Bildern von künstlichen Menschen, Begierden und den Gefühlen, die eine Androidin entwickeln kann". Der Preis für das beste Drehbuch geht an Ramon & Silvan Zürcher für "Das Mädchen und die Spinne". Die Darsteller*innenpreise erhalten Ursula Strauss für "Le Prince" und Eugene Boateng für "Borga". Für ihre Arbeit an Nikias Chryssos "A Pure Place" werden John Gürtler und Jan Miserre mit dem Preis für die beste Musik ausgezeichnet.

Die Verleihung soll später in diesem Jahr stattfinden. Mit dem Preis werden seit 1956 Filme ausgezeichnet, die "nicht nach wirtschaftlichen, länderspezifischen oder politischen Kriterien bewertet werden, sondern ausschließlich nach künstlerischen". Über die Vergabe entschieden mehrere Jurys. (dpa/cw)