Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?41150

Nach Gesetz in South Dakota

Weißes Haus: Trans-Ausschluss vom Schulsport ist Mobbing

Auch South Dakota will trans Mädchen nicht mehr am Schulsport teilnehmen lassen. Das verurteilte nun ein Pressesprecher der Biden-Administration in Washington. Eine neue Toilettenregel wurde indes abgelehnt.


Das Weiße Haus verurteilte nicht nur die Regelung gegen trans Mädchen in South Dakota, sondern alle zehn geltenden Gesetze (Bild: PLBechly / wikipedia)

Nach der Unterzeichnung des Gesetzes, das es transgeschlechtlichen Mädchen in South Dakota verbietet, an Schulsportgruppen ihres Geschlechts teilzunehmen, verurteilte die Biden-Adminstration im Weißen Haus die verantwortlichen Abgeordneten.

Anti-Trans-Gesetze wie dasjenige in South Dakota seien "nichts mehr als als Gesetzgebung verschleiertes Mobbing" und "untergraben die Kernwerte der Nation". Das sagte der Vizesprecher des Weißen Hauses unter der Biden-Administration, Kevin Munoz, exklusiv dem feministischen Online-Medium "The 19th". Die 2020 in der Republikaner-Hochburg Texas gegründete Webseite ist nach demjenigen Verfassungszusatz benannt, der das Wahlrecht der Frauen eingeführt hatte.

Gesetze wie das nun diskutierte in South Dakota würden anders als angegeben keine Kinder beschützen, sondern "sie und ihre Familien vielmehr gefährden, gemobbt und diskriminiert" zu werden, hieß es weiter. Zudem würden sie die seelische Gesundheit von jungen Menschen beschädigen, die Liebe und Unterstützung verdient hätten.

Vorerst keine Klägerin gegen "Sports Ban"

Die Gouverneurin des im nördlichen Zentrum der USA gelegenen Bundesstaates, Kristi Noem, hatte das zuvor vom Senat und Repräsentantenhaus beschlossene Gesetz vergangenen Donnerstag unterzeichnet. Es tritt damit zum 1. Juli in Kraft.

Die Regelung mit dem Namen "Fairness im Frauensport" ist das zehnte Gesetz, das es inzwischen in US-Bundesstaaten zur Verbannung von transgeschlechtlichen Mädchen aus dem Schul- und Universitätssport gibt.

Der Republikaner Fred Deutsch, der das Gesetz in South Dakota eingebracht hatte, hatte damit argumentiert, dass "Biologie zählt". "Jungs sind Jungs, Mädchen sind Mädchen und es ist unmöglich, das zu ändern, physiologisch unmöglich", sagte er.

Mit solchen Neuregelungen setzen die Republikaner seit der Wahlniederlage auf einen Anti-Trans-Kulturkampf in den Bundesstaaten. Donald Trump erklärte erst kürzlich, er werde ein entsprechendes Gesetz bundesweit auf den Weg bringen, wenn er nach der nächsten Wahl erneut ins Weiße Haus einziehen sollte.

Libby Skarin, die für die American Civil Liberties Union als Kampagnendirektorin in South Dakota, North Dakota und Wyoming tätig ist, betonte, dass ihre Organisation im vergangenen Jahr versucht hatte, transgeschlechtliche Jungs in der zum Gesetz gehörenden Parlamentsdebatte vorladen zu lassen. Die sollten dort gegen den transphoben "Sports Ban" argumentieren, obwohl es bei der Neuregelung gar nicht um sie geht.

Der Grund: In dem kleinen South Dakota, das weniger als eine Million Einwohner*innen hat, ließ sich augenscheinlich kein einziges trans Mädchen auffinden, das zu dem Zeitpunkt von dem Gesetz betroffen gewesen wäre. Das hat auch politische Konsequenzen, denn dadurch kann nicht gegen das Gesetz geklagt werden.

Kein Ausschluss aus Toiletten

Unterdessen konnte im Kampf für die Rechte von transgeschlechtlichen Schüler*innen und Student*innen jedoch auch ein Erfolg gefeiert werden. Im Justizausschuss des Senats von South Dakota sprachen sich sechs von sieben Mitgliedern gegen ein neues transphobes Gesetz aus.

Das sollte es trans Schüler*innen und Student*innen verbieten, ein Klo ihres Geschlechts aufzusuchen. Dieser Vorgang ist auch deshalb bemerkenswert, weil alle Mitglieder des Ausschusses der republikanischen Partei angehören.

Die Republikaner*innen argumentierten, dass die Frage danach, zu welchen Toiletten transgeschlechtliche Schüler*innen und Student*innen Zugang haben sollten, besser den lokalen Aufsichtsbehörden der Bildungseinrichtungen überlassen bleiben sollte. Prägnant brachte das der republikanische Senator Michael Rohl auf den Punkt. Der sagte nämlich: "Ich habe mich für den Senat von South Dakota beworben, nicht für eine Schulaufsicht."

In den Senat eingebracht worden war das Gesetz, nachdem die Aufsichtsbehörde des Bezirks Vermillion in South Dakota im November vergangenen Jahres eine Regel erlassen hatte, die es transgeschlechtlichen Schüler*innen erlaubt, das zu ihrem Geschlecht passende Klo zu benutzen. Voraussetzung dafür ist, dass sie ihr Geschlecht durchgängig und schlüssig beanspruchen.

Ein Mitglied der Aufsichtsbehörde von Vermillion, Shane Nordyke, hatte damals argumentiert, dass die Regelung nichts, wie von Gegner*innen gern behauptet, mit sexuellen Missbrauch zu tun habe oder damit, Sexualstraftätern Zugang zu Frauentoiletten zu gewähren. Wer so etwas behaupte, so Nordyke, tue dies entweder aus falscher Information – oder nur vorgeschobenen.