Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?41161

1963-2012

10. Todestag: Was von Whitney Houston bleibt

Heute vor zehn Jahren starb die amerikanische Kultsängerin, die in keinem Gay-Club fehlt. Um ihre sexuelle Orientierung machte sie Zeit ihres Lebens ein Geheimnis.


Whitney Houston starb am 11. Februar 2012

Whitney Houston steht fast jeden Abend in Las Vegas auf der Bühne und singt ihre größten Songs. Nun ja, es ist eine Popkönigin aus Licht, die dort als Hologramm in wechselnden Kostümen tanzt und Welthits wie "I Wanna Dance With Somebody" singt.

Zehn Jahre nach dem tragischen Tod Houstons am 11. Februar 2012 würden die einen darin vielleicht eine Metapher sehen, so etwas wie: Die US-Sängerin lebt auch nach ihrem Tod noch weiter – andere betrachten Konzerte wie diese als weitere Stufe im Ausverkauf einer einstigen Ikone.

Kurz bevor das Jahrhunderttalent starb, hatte sie Freund*innen zufolge noch mit ihrer Tochter im Hotel-Pool gebadet. Stunden später wurde sie in der Badewanne ihres Zimmers in Beverly Hills gefunden. Houston hatte in ihren letzten Jahren mehr mit Alkohol und Drogen als mit Musik und Filmen Schlagzeilen gemacht hatte. Die Nachricht von ihrem Tod mit 48 Jahren sendete weltweit Schockwellen aus.

Direktlink | "I Will Always Love You" ist Houstons größter Hit – den Song, der in den Siebzigerjahren von Dolly Parton erstmals veröffentlicht worden war, nahm Houston für den Film "Bodyguard" auf
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Zwar hatte Houston – die aus Newark bei New York stammte – eine Herzerkrankung, doch es wurde auch Kokain in ihrem Blut gefunden. Neben der Leiche lagen zudem Pillenfläschchen. Als offizielle Todesursache wurde Ertrinken festgestellt, als "Folge einer Herzerkrankung mit Arterienverkalkung und von Kokainkonsum". Und schon in der Nacht ihres Todes begann die posthume Vermarktung des Superstars.

Bücher, Shirts und Covid-Gesichtsmasken

Inzwischen gibt es so ziemlich alles Denkbare an Memorabilien von Whitney Houston zu kaufen. T-Shirts und Platten, klar. Aber die Palette reicht über Gläser und Whitney-Christbaumschmuck bis zu Covid-Gesichtsmasken (die man übrigens auch in Whitney-Geschenkpapier einpacken kann).

Biografien gibt es zuhauf – als Bücher oder Videos. Und eine neue Filmbiografie namens "I Wanna Dance With Somebody" mit der britischen Schauspielerin Naomi Ackie in der Hauptrolle soll Ende des Jahres erscheinen.

War Whitney lesbisch oder bisexuell?

Auch über das Liebesleben von Whitney Houston gibt es Spekulationen. Sie war von 1992 bis 2007 mit Bobby Brown verheiratet. Die Ehe war Dauerthema in der Boulevardpresse, weil sie geprägt war von Alkoholexzessen, Gewalt und Drogen. Viele machten ihn für den Drogenmissbrauch Houstons und damit auch für ihren Tod verantwortlich.

Direktlink | "It's Not Right But It's Okay" war Ende der Neunzigerjahre einer der meistgespielten Songs in Gay-Discos
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Es gibt auch Berichte über ein heimliches lesbisches Leben der Diva: Ihre enge Freundschaft zu Robyn Crawford, ihrer ehemaligen Assistentin, führte bereits früh zu Gerüchten über ihre mögliche Homosexualität. Diese wurden am Ende zwar nie von Houston bestätigt, Crawford veröffentlichte vergangenes Jahr aber ein Buch, in dem sie von der Liebesbeziehung erzählte (queer.de berichtete). In dem Buch schrieb Crawford: "Wir waren Freundinnen. Wir waren Liebhaberinnen. Wir waren alles füreinander." Grund für die Geheimhaltung sei allerdings Houstons Angst gewesen, dass die Öffentlichkeit ihre sexuelle Orientierung nicht akzeptiert.

Erst vor wenigen Tagen erschien ein neues Buch über Houston, in der auch ihre sexuelle Orientierung angesprochen wurde. In "Didn't We Almost Have It All: In Defense of Whitney Houston" (Amazon-Affiliate-Link ) schreibt Autor Gerrick Kennedy über die Sängerin und ihre Assistentin: "Sie waren Partnerinnen im traditionellen Sinne, sprachen aber nie über Etiketten wie lesbisch, gay, bisexuell oder Girlfriend." (dpa/cw)

Informationen zu Amazon-Affiliate-Links:
Dieser Artikel enthält Links zu amazon. Mit diesen sogenannten Affiliate-Links kannst du queer.de unterstützen: Kommt über einen Klick auf den Link ein Einkauf zustande, erhalten wir eine Provision. Der Kaufpreis erhöht sich dadurch nicht.



#1 AtreusProfil
  • 11.02.2022, 11:21hSÜW
  • Ich finde diese moderne Art der Leichenfledderei einfach widerlich und ekelerregend. Und damit meine ich nicht Crawford, die jedes Recht hat, ihr eigenes Leben zu Papier zu bringen, sondern die Plattenbosse, die eine Minute nach erkalten des Leichnams eine BestOf Platte zum Download bereitstellen, von der Künstlerin bewusst unveröffentlichtes Material vermarkten und sie, wie gerade, in Las Vegas per Hologramm auftreten lassen. Der Gipfel der Niedertracht ist das Veröffentlichen privatester Gedanken, etwa des Tagebuchs oder einzelne Liebesbriefe. Leider zieht sich das durch alle Disziplinen innerhalb der Kunst. Prominentestes Beispiel für skrupellose Geldgier ist wohl der Neffe von John Ronald Reuel Tolkien.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 DreddAnonym
  • 11.02.2022, 11:39h
  • Antwort auf #1 von Atreus
  • ?? Hologramm Shows sind doch nur ein anderes Wiedergabemedium.... was früher als live-dvd ausgezeichnet wurde wird jetzt eben als Hologramm oder in VR wiedergegeben, wo soll das Problem sein, Aufzeichnung ist Aufzeichnung !

    Und die Gefahr von Missbrauch ist in dem Medium sicher nicht höher als in anderen, da sind deepfakes schon viel weiter!

    Und "Leichenfledderei": dazu kennt man die Verträge nicht, aber die Rechte müssen ja entweder sie selber zu Lebzeiten oder nachträglich von dem dazu berechtigten Nachlassverwalter erteilt wurden sein.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 PopRockAnonym
  • 11.02.2022, 13:41h
  • Pop scheint brutaler als Rock zu sein. Die Giganten des 80er und 90er Pop wurden nicht alt: Whitney, George Michael, Michael Jackson, Prince ... sie sind alle in der Mitte des Lebens verstorben. Während viele Rocker aus der Zeit, noch immer wild jenseits der 70 die Bühne rocken.
    Das biedere Pop Business scheint doch blutiger zu sein, als es den Anschein hat. Da passt die verheimlichte sexuelle Identität der stimmgewaltigen Whitney doch leider nur zu gut ins Bild.
    Bei Live-Konzert-Mitschnitten krieg ich immer noch Gänsehaut.
    #iwillalwaysloveyou
  • Antworten » | Direktlink »
#4 DominikAnonym
  • 11.02.2022, 14:12h
  • Antwort auf #3 von PopRock
  • Vielleicht liegt es auch daran, dass Rock die "ehrlichere Musik" ist als Pop. Die hier genannten Künstler*innen waren allesamt Megastars, hatten unwahrscheinlich viel Ruhm zu verkraften, haben auf dem Höhepunkt ihrer Karrieren wenig authentische Rollen verkörpert bis hin zur totalen Kunstfigur (siehe v.a. Michael Jackson) und konnten im späteren Verlauf ihrer Karrieren die einst so hohen Erwartungen längst nicht mehr erfüllen. Die alten Haudegen im Rock hingegen machen einfach weiter und scheren sich nicht so sehr ums Image, die Tagesform oder die Verkaufszahlen. Obwohl, muss man sagen, auch da schon viele vorzeitig gestorben sind, oft im Zusammenhang mit Drogen. Mir scheint aber, dass große Popstars als Persönlichkeit oft ganz anders gebrochen sind, als Rockmusiker.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 RockPopAnonym
  • 11.02.2022, 14:34h
  • Antwort auf #4 von Dominik
  • da stimme ich Dir zu ... der Rock ist ehrlicher. Auch wenn mir der Pop besser gefällt. Und das Pop-Business scheint echt brutaler gewesen sein, was Vermarktung und Image anging. Wieviele mussten ihre Nicht-Heterosexualität verbergen/verschweigen ... . Eigentlich schade, aber das gehört zu 80er und 90er wie Strähnchen und Solariumbräune.
  • Antworten » | Direktlink »