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Sexualerziehung
WHO: Bejahung der menschlichen Sexualität ist gut für Gesundheit
In den meisten Teilen der Welt kämen Lust und Erotik in der Sexualaufklärung zu kurz, warnt eine neue Studie der Weltgesundheitsorganisation.

Symbolbild: Erotik und Lust gehören zur WHO-Definition von Sexualität (Bild: Zackary Drucker / The Gender Spectrum Collection)
- 12. Februar 2022, 02:41h 2 Min.
Obwohl Sex viel mit Erotik und Lust zu tun hat, wird dieser Aspekt weltweit bei Programmen zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit vernachlässigt. Zu diesem Schluss kommt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), nachdem Expert*innen Hunderte von Studien daraufhin geprüft haben.
Meistens gehe es bei Sexualerziehung und -informationen um Angst und Gefahr von Krankheiten, berichtet das "Pleasure Project", dass die Studie zusammen mit der WHO durchgeführt hat. Diese Gruppe setzt sich seit 2004 für das Einbeziehen von Lust und Spaß in Sexualerziehung ein. Die Studie erschien im Online-Fachjournal "PLOS ONE".
"Sexualität wird erlebt"
Alle redeten vom Recht der Menschen auf sexuelle und reproduktive Gesundheit, heißt es darin. "Trotzdem wird sexuelle Lust – ein wichtiger Grund, warum Menschen Sex haben – in den meisten Teilen der Welt nur unzureichend angesprochen." Wenn es beispielsweise um den Gebrauch von Kondomen geht, wäre es besser, nicht nur auf das Vermeiden übertragbarer Krankheiten einzugehen, sondern auch, dass die Nutzung von Kondomen sehr erotische Erfahrungen bringen könne.
Erotik und Lust gehören zur WHO-Definition von Sexualität: Sie "umfasst das körperliche Geschlecht, Geschlechtsidentität, Geschlechterrollen, sexuelle Orientierung, Erotik, Lust, Intimität und Fortpflanzung", heißt es da. "Sexualität wird erlebt und ausgedrückt durch Gedanken, Fantasien, Sehnsüchte, Glauben, Haltungen, Werte, Verhalten, Praktiken, Rollen und Beziehungen."
"Anerkennen, dass sexuelle Erfahrungen lustvoll sein können"
Es gebe nur wenige Studien, die das Thema sexuelle Lust einbeziehen. Dennoch könnten aus den wenigen vorhandenen Schlüsse gezogen werden: "Die Bejahung der menschlichen Sexualität und der Gründe, warum Menschen Sex haben, könnte ein wichtiger Weg sein, um sicherzustellen, dass Maßnahmen zur sexuellen Gesundheit wirksam sind", heißt es in der Studie. "Unsere Untersuchung zeigt, dass Programme und Aufklärungsmaßnahmen, die ein umfassendes Verständnis von sexueller Gesundheit vermitteln und anerkennen, dass sexuelle Erfahrungen lustvoll sein können, nachweislich nicht nur das Wissen und die Einstellung zur sexuellen Gesundheit, sondern auch die Safer-Sex-Praktiken verbessern." (cw/dpa)















"What is the added value of incorporating pleasure in sexual health interventions? A systematic review and meta-analysis" von Mirela Zaneva, Anne Philpott, Arushi Singh, Gerda Larsson, Lianne Gonsalves
journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.02
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