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Katholische Kirche

Elf Generalvikare fordern Verzicht auf arbeitsrechtliche Sanktionen

Nach der Aktion #OutInChurch zeigen Bistümer zunehmend Bereitschaft, nicht mit Sanktionen und Kündigungen etwa auf eine gleichgeschlechtliche Hochzeit von Mitarbeitenden zu reagieren.


In Deutschland kam zuletzt viel Bewegung in die katholische Kirche (Bild: marels / pixabay)

Elf Generalvikare der katholischen Kirche haben einen Verzicht auf arbeitsrechtliche Sanktionen für kirchliche Mitarbeitende wegen ihrer privaten Lebensführung gefordert. In einem offenen Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, sprechen sie sich dafür aus, die Neuformulierung des kirchlichen Arbeitsrechts bis zum Sommer abzuschließen.

Das Arbeitsrecht dürfe kein Instrument sein, um eine kirchliche Sexual- und Beziehungsmoral durchzusetzen, die ohnehin zur Diskussion stehe und die die Lebenswirklichkeit von Menschen außer Acht lasse, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Brief (PDF) der hochrangigen Kirchenmitarbeiter.

"Es muss sichergestellt werden, dass es keine arbeitsrechtlichen Sanktionen für das Eingehen einer zivilen gleichgeschlechtlichen Ehe oder einer zivilen Wiederheirat bei bestehender kirchenrechtlich gültig geschlossener Erstehe mehr gibt", sagte der Hamburger Generalvikar Pater Sascha-Philipp Geißler laut der Mitteilung.

Generalvikare sind die Stellvertreter eines Bischofs in allen Verwaltungsaufgaben. Laut Geißler haben den Brief neben ihm auch die Generalvikare von Berlin, Essen, Hildesheim, Limburg, Magdeburg, Münster, Paderborn, Speyer und Trier sowie vom Militärbischofsamt unterzeichnet.

Die Generalvikare nehmen mit ihrem Vorstoß auch Bezug auf die Initiative #OutInChurch, bei der sich über 100 Mitarbeitende geoutet hatten, und auf die jüngste Synodalversammlung. Beide hätten dazu beigetragen, das Schweigen zu den unzähligen Leidensgeschichten zu überwinden, die das kirchliche Arbeitsrecht seit Jahrzehnten hervorrufe. Gleichwohl erlebten Mitarbeitende der Kirche nach wie vor eine "Kultur der Angst", die belastend und verletzend sei und Menschen psychisch oder physisch krank werden lasse.

Am Montag machte das Ruhrbistum Essen einen Brief von Bischof Franz-Josef Overbeck und Generalvikar Klaus Pfeffer an die rund 3800 Religionslehrer*innen und Verwaltungs- und Erwachsenenbildungsmitarbeitenden im Bistum bekannt, in dem ihnen zugesichert wird, dass niemand mehr arbeitsrechtliche Probleme oder eine Kündigung unter anderem wegen seiner sexuellen Orientierung befürchten muss. Das gelte für homosexuelle Ehen, wiederverheiratete Geschiedene oder Partnerschaften ohne Trauschein. Eine ähnliche Selbstverpflichtung machte auch das Bistum Osnabrück zusammen mit dem regionalen Caritasverband publik, wie zuvor bereits die Bistümer in Würzburg und Hildesheim (queer.de berichtete). (dpa/cw)



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