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Katholische Kirche

Bistum Aachen will queere Mitarbeitende nicht mehr feuern

Das Bistum Aachen will auf Kündigungsdrohungen gegen Beschäftigte im kirchlichen Dienst verzichten, die in ihrer "Lebensführung" nicht den Vorgaben der katholischen Sexuallehre folgen.


Symbolbild: Aachener Dom (Bild: Lewin Bormann / flickr)

Im katholischen Bistum Aachen soll eine persönliche "Lebensführung", die nicht den Vorgaben der katholischen Sexuallehre folgt, künftig kein Grund für Kündigungsdrohungen mehr sein. Das Bistum kündigte an, ab sofort auf arbeitsrechtliche Sanktionen gegen betroffene Mitarbeitende zu verzichten, wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" (Bezahlartikel) am Dienstag berichtete. Demnach soll die sogenannte Grundordnung nicht mehr als verbindlicher Teil der Arbeitsverträge angewendet werden.

Das Bistum Aachen wolle eine Kirche sein, "in der ein Klima der Angstfreiheit besteht", sagte der stellvertretende Generalvikar Rolf-Peter Cremer der Zeitung. Derzeit wird nach Angaben des Bistums an einer neuen Ordnung des kirchlichen Arbeitsrechts gearbeitet. "Die sexuelle Orientierung und Identität, das Eingehen einer zivilen gleichgeschlechtlichen Ehe oder einer zivilen (Wieder-)heirat bei bestehender kirchenrechtlich gültig geschlossener Erst-Ehe darf keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen", sagte Cremer. Dies gelte aus Sicht des Bistums Aachen für alle kirchlichen Mitarbeitenden sowie für diejenigen, die mit einer kirchlichen Lehrbeauftragung (missio canonica) ihren Dienst wahrnähmen.

Der Aachener Bischof gilt als Reformer

Aachens Bischof Helmut Dieser gilt als einer der entschiedendsten Reformer unter den deutschen Bischöfen. Auch das Ruhrbistum Essen hat seinen Beschäftigten zugesichert, dass niemand mehr arbeitsrechtliche Probleme oder eine Kündigung wegen seiner privaten oder sexuellen Orientierung befürchten muss. Im Bistum Aachen lebt fast eine Million Katholik*innen.

In einem am Montag veröffentlichten Brief hatten elf Generalvikare ein Ende möglicher arbeitsrechtlicher Konsequenzen für queere und wiederverheiratete Mitarbeitende gefordert (queer.de berichtete). Der aktuelle Zustand sei für zahlreiche Beschäftigte sehr belastend und erniedrigend, hieß es darin.

Mit ihrem Vorstoß reagierten die Geistlichen unter anderem auf Diskussionen bei der jüngsten Versammlung des sogenannten Synodalen Wegs und die Aktion #OutInChurch, bei der sich mehr als hundert Beschäftigte der katholischen Kirche kürzlich als queer outeten und Änderungen beim kirchlichen Arbeitsrecht forderten (queer.de berichtete). (cw/dpa/AFP)



#1 YannickAnonym
  • 16.02.2022, 10:09h
  • Da die froh sein können, wenn sie überhaupt noch Mitarbeiter finden, wundert mich das nicht. Und gleichzeitig kann man so sein Image ein wenig polieren, denn in Aachen explodieren die Austrittszahlen und mittlerweile stehen einige Kirchen komplett zur Disposition.

    Würden die es aber wirklich ernst meinen, würden die, nachdem bekannt wurde, welche Rolle der Aachener Ex-Bischof Klaus Hemmerle beim Vertuschen von Kindesmissbrauch hatte, nicht mehr ein "Bischof-Hemmerle-Haus" führen und sich bei der Stadt dafür einsetzen, dass der "Bischof-Hemmerle-Weg" umbenannt wird. Solange die aber daran festhalten, so jemanden auch noch zu ehren, kann ich keinen wirklichen Gesinnungswandel erkennen.
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